Mario Basler (l.) und Lothar Matthäus spielten zwischen 1996 und 1999 zusammen für den FC Bayern © imago

Mario Basler will zurück auf die Trainerbank und erläutert bei SPORT1 die Gründe. In Deutschland zögert man. Geht es nach Luxemburg?

Von Reinhard Franke

München - Mario Basler war schon immer ein Typ für die verrückten Dinge.

Mancher Fußballfan erinnert sich vielleicht noch an eine Szene im Trikot des 1. FC Kaiserslautern, als Basler 2001 im Heimspiel gegen den FC St. Pauli einem Rollstuhlfahrer den Pepita-Hut stibitzte, ihn sich aufsetzte und anschließend zum Eckball antrat.

In einer anderen Partie beim Hamburger SV knabberte Basler an einer Brezel, die auf ihn geworfen worden war.

Nach dem Ende seiner Spieler-Karriere startete er seine Trainer-Laufbahn mit Stationen in Regensburg, Koblenz (Co-Trainer), Trier, Burghausen und Oberhausen.

Seit September 2012 ist Basler ohne Job - doch vielleicht ändert sich das schon bald, und der frühere Nationalspieler macht wieder ein verrücktes Ding.

Neuer Job in Luxemburg?

Basler flirtet mit dem luxemburgischen Erstligisten FC Differdingen.

Am Freitag hatte die luxemburgische Tageszeitung "L'essentiel" berichtet, dass der 45-Jährige einer der Kandidaten auf den Trainerposten sei, er sich sogar selbst in Gespräch gebracht haben soll.

Basler bestreitet das aber im Gespräch mit SPORT1: "Wer mich kennt, der weiß, dass ich mich nirgendwo anbiete."

Kontakt über einen Bekannten

Vielmehr habe "ein guter Bekannter" seinen Namen ins Gespräch gebracht, weil dieser wusste, dass der Verein einen Trainer suche. Basler aber will sich nicht lange mit dem Thema beschäftigt haben.

"Letzte Woche hat mich jemand vom Verein angerufen und mir gesagt, dass sie sich für eine interne Lösung entschieden haben. Das war für mich auch nicht weiter dramatisch", so Basler. Dann aber kam offenbar die Kehrtwende.

Am Freitag, erzählt Basler, "sagte man mir, dass man sich doch nochmal mit meiner Person befassen würde".

"Gehe Freundin auf die Nerven"

Trotz des Durcheinanders zeigt der frühere Nationalspieler durchaus Interesse an dem Job. Er wolle wieder im Fußball-Tagesgeschäft arbeiten.

Denn: "Ich habe seit fast zwei Jahren nichts mehr gemacht und es wird langsam Zeit, dass ich wieder raus kann. Ich bin offen für alles, meine Kinder sind groß und ich habe daher keine Verpflichtungen."

Und mit einem Schmunzeln fügt er hinzu: "Ich gehe meiner Freundin schon auf die Nerven."

Keine B-Lösung

Der Job in Luxemburg wäre für Basler angeblich keine B-Lösung. Im Gegenteil.

"Da wird auch Fußball gespielt", betont der Pfälzer und ergänzt: "Sie können sogar die Qualifikation für die Champions League spielen und haben zwei Plätze für die Qualifikation in der Europa League, warum sollen sie das nicht mal schaffen?"

Die Aufgabe in Differdingen bezeichnet er daher als "ungemein reizvoll". Mit einem luxemburgischen Verein um die Europa League-Plätze zu spielen, das findet er "einfach spannend".

Basler wehrt sich gegen Kritiker

Dennoch wäre der (mögliche) Job im beschaulichen Großherzogtum wohl nicht der ganz große Wurf. Bislang fehlen in Baslers Vita die namhaften Klubs, von einem Scheitern seiner Trainerkarriere will der Europameister von 1996 aber nichts wissen.

Er sei bislang immer als "Feuerwehrmann" geholt worden, sagt Basler: "Burghausen habe ich auf dem vorletzten Platz übernommen und wir hatten bis zum letzten Spieltag noch die Chance, uns zu retten. In Oberhausen war es ähnlich. Wenn viele Trainerkollegen mit diesem Etat hätten arbeiten müssen, der mir zur Verfügung stand, dann hätten die das gar nicht erst versucht."

Es sei "immer leicht, sich in ein gemachtes Nest zu setzen, aber in der Dritten Liga ist das nicht so einfach mit einem Etat von rund zwei Millionen Euro."

Ein Typ wie Effenberg und Matthäus

Insgesamt verlief seine Karriere als Trainer bisher bei weitem nicht so erfolgreich wie seine Spielerlaufbahn. Ob man ihn als Coach noch einmal bei einem deutschen Klub erleben wird, weiß der 45-Jährige nicht. Und angeblich beschäftigt ihn das auch gar nicht.

Seine Worte lassen aber auch den Schluss zu, dass "Super Mario", der in seiner aktiven Zeit auch für die eine oder andere Eskapade sorgte, die fehlende Anerkennung aus der Heimat mit Verbitterung registriert.

"So Typen wie Lothar Matthäus, Stefan Effenberg oder ich, wir sind nicht gefragt", glaubt er: "Das ist schon traurig. Wir kriegen die Chance gar nicht."

Warum das so ist? Viele Präsidenten hätten Angst, dass sie in den Hintergrund gerieten, wenn ein derart namhafter Ex-Profi als Trainer installiert werde. Aufregen will er sich darüber laut eigener Aussage aber nicht mehr.

"Ich weiß, was ich kann", sagt Basler. Und auch das klingt irgendwie verbittert.

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