Fünf Titel 2013 sind schön und gut. Vielleicht hat sich der niemals satte FC Bayern am Samstag aber sogar zwei Titel gesichert.

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Vom FC Bayern berichtet Tom Vaagt

München - Nach der Rückkehr aus Marrakesch lockte der Hirsch.

Philipp Lahm raffte seine Sachen zusammen und ab ging es in den Weihnachtsurlaub mit der Familie. Ruhig soll es für den Mannschaftskapitän des FC Bayern werden.

Und Wild soll es geben.

Genug hatten Lahm und seine Kollegen 2013 geleistet, noch am Samstag durch ein 2:0 gegen Marokkos Meister Raja Casablanca (Bericht: Fünfter Titel: Bayern ist Weltmeister) die Klub-WM gewonnen. Es war Titel Nummer fünf in diesem mehr als gelungenen Jahr. (DATENCENTER: Der Spielplan der Klub-WM)

Jetzt endlich die lang ersehnte Pause und ein wenig Zeit zur Besinnung. Zum Blick zurück - und zum Blick nach vorn.

Bayer patzt, BVB patzt

Der nächste Triumph zeichnet sich seit Samstagnachmittag jedenfalls bereits ab: die erfolgreiche Verteidigung der deutschen Meisterschaft.

Noch bevor sich die Bayern in Marrakesch zu den neuen Königen der Welt krönten, lief für sie auch zu Hause alles wie geschmiert.

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Leverkusen verlor in Bremen (Bericht). Borussia Dortmund ließ sich von Hertha BSC den nächsten Tiefschlag verpassen (Bericht). Weiterhin beträgt der Vorsprung des FCB auf Leverkusen sieben Punkte, zwölf Zähler sind es auf den BVB. Zumindest real.

Virtuell sieht das ein wenig anders aus. Sollten die Bayern ihr Nachholspiel am 29. Januar beim VfB Stuttgart gewinnen, müssten die Verfolger machtlos zusehen, wie die Münchner weiter enteilen.

"Großer Schritt in Richtung Meisterschaft"

Hat Pep Guardiolas Mannschaft am Samstag also gleich zwei Titel gewonnen? Neben der Klub-WM auch schon die Bundesliga für sich entschieden?

"Wir haben einen großen Schritt in Richtung Meisterschaft gemacht, obwohl wir überhaupt nicht gespielt haben", sagte Toni Kroos und konnte sich ein Schmunzeln nicht verkneifen.

Einige Bayern-Profis hatten den so gelungenen Prolog zum Weltmeisterschafts-Endspiel im Hotel verfolgt. Bundesliga auf einem TV-Sender aus Dubai. Matthias Sammer begnügte sich bei einer Fitness-Einheit mit dem Blick auf den Videotext.

"Ein perfekter Tag"

Was er dort sah, hob die Stimmung.

"Das war ein perfekter Tag für uns", meinte der Sportvorstand vergnügt. Thomas Müller fügte hinzu: "Das war kein schlechter Spieltag. Der Vorsprung ist nicht kleiner geworden."

Und Lahm meinte: "Es ist natürlich gut für uns, wenn die Hauptkonkurrenten Punkte liegen lassen. Es war ein schönes Wochenende. Aber noch ist nichts entschieden."

Naja, dass es in der Bundesliga tatsächlich noch einmal spannend wird, glauben wohl nur größte Opti- oder Pessimisten - ganz nach Blickwinkel.

Noch besser als vergangene Saison?

Zum Vergleich: Als die Münchner in der vergangenen Saison als Herbstmeister in die Winterpause gegangen waren, hatten sie bei gleicher Anzahl von Spielen wie die Rivalen neun Punkte Vorsprung auf Leverkusen, zwölf auf den BVB. Die Parallelen machen der Konkurrenz also wenig Hoffnung.

Und am Ende der Spielzeit waren es gar 25 Zähler vor den zweitplatzierten Dortmundern.

Seitdem haben sich die Bayern unter Guardiola offenbar noch weiterentwickelt. Der Liga droht schon wieder Langeweile.

Zumal Bayerns Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge noch in Marokko ankündigte: "Ich habe keine Sorge, dass wir auch im nächsten Jahr guten und erfolgreichen Fußball spielen werden.?"

Konkurrenz gibt bereits auf

In Dortmund, Leverkusen oder Gladbach werden sie dies vernommen haben. Verwundern wird es sie nicht.

"Bayern spielt in einer anderen Liga", hatte Bayer-Sportdirektor Rudi Völler am Wochenende gesagt.

Das klingt eher wie Kampfaufgabe als Kampfansage.

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