Die Dominanz des FC Bayern ist beeindruckend, führt aber auch zu Langeweile. Zumal die Entwicklung nicht am Ende angelangt ist.

Das Fünf-Gänge-Menü war ein Schmaus.

Und ich rede jetzt nicht von Meeresfrüchte-Risotto oder anderen marokkanischen Spezialitäten, die der FC Bayern seinen Gästen am späten Samstagabend auf dem Bankett servierte.

Ich rede von: Champions-League-Sieger, deutscher Meister, DFB-Pokal-Sieger, Gewinner des europäischen Supercups - und zum Dessert nun auch noch Klub-Weltmeister.

Von seinen 56 Pflichtspielen 2013 hat der FC Bayern 50 gewonnen.

Das alles ist jetzt keine Schwärmerei. Das ist nun mal so.

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Es wirkt wie ein Kunstwerk, das sie da in München erschaffen haben. Getragen von alten Meistern und von jungen Wilden.

Das ist ganz prima für den neuen Weltmeister - und ziemlich mies für alle Konkurrenten.

Denn: Wer soll diesem Verein mittelfristig gefährlich werden?

National hinkt die Konkurrenz jetzt schon wieder hinterher.

Dortmund und Leverkusen straucheln. Im DFB-Pokal-Viertelfinale darf sich der HSV an den Bayern versuchen. Viel Glück.

Langeweile? Ein bisschen schon.

Doch bei allem Ächzen angesichts der bajuwarischen Dominanz, allem Stöhnen aufgrund der Chancenlosigkeit anderer Vereine - eines darf man nicht vergessen: Die Bayern haben sich den Status quo selbst erarbeitet.

Ohne Finanzspritzen milliardenschwerer Ölscheichs oder Oligarchen.

Womit wir bei England wären. Auf der Insel ruht die Hoffnung aller, die Jubelbildern in rot-weiß überdrüssig sind.

Im Achtelfinale der Champions League will der FC Arsenal die Bayern im kommenden Jahr ins Wanken bringen. Ob das wirklich gelingen kann, scheint fraglich.

Karl-Heinz Rummenigge will von einer Münchner Ära auf internationaler Ebene zwar nichts wissen. Matthias Sammer sieht das ein wenig anders. Er sei erst glücklich, "wenn Weltspitze bei uns Normalität ist", ließ der Sportvorstand wissen.

Bis zum nächsten Fünf-Gänge-Menü. Im Dezember 2014 in Marrakesch.

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