ZUM DURCHKLICKEN: Die bisherigen Klub-WM-Sieger © getty

Die Bayern sind gut auf das WM-Finale gegen Casablanca vorbereitet. Guardiola sei Dank. Bei einem Sieg winkt ein Jubiläum.

Aus Marrakesch berichtet Tom Vaagt

Marrakesch - Noch ein letztes Mal in diesem Jahr müssen die Profis des FC Bayern ihre körperlichen Grenzen ausloten.

Im 56. Pflichtspiel 2013 geht es am Abend im Finale der Klub-WM gegen den marokkanischen Meister Raja Casablanca (ab 20 Uhr im LIVE-TICKER).

Die Nordafrikaner sind ein international eher unbeschriebenes Blatt, sorgten mit ihrem Marsch ins Endspiel allerdings für gehörig Furore.

"Wir werden den Gegner nicht unterschätzen", verspricht Nationalspieler Thomas Müller vor dem Anstoß in Marrakesch: "Auch im letzten Spiel werden wir noch einmal alles in die Waagschale werfen. Dafür sollte der Sprit noch reichen."

Doch was erwartet die Münchner gegen Casablanca? Wer sind die Stars des Gegners? Was gibt es zu gewinnen? Und wie geht es für die Bayern nach dem Finale weiter? SPORT1 gibt einen Überblick:

Wer kann Bayern im Finale aufhalten?

Schaut man sich die Kader der beiden Teams an, kommt man schnell zu dem Schluss: Eigentlich niemand.

Zumal Trainer Pep Guardiola und Kapitän Philipp Lahm am Freitagabend noch einmal versicherten, dass man Raja "nicht auf die leichte Schulter nehmen" werde. Im Fokus dürfte folglich der Torhüter der Marokkaner stehen: Khalid Askri.

Der 32-Jährige gilt nicht gerade als unbezwingbar und erlangte vor allem durch eine Panne Berühmtheit. In einem Pokalspiel vor gut drei Jahren feierte er einen abgewehrten Elfmeter derart übermütig, dass er nicht bemerkte, wie der Ball neben ihm doch noch ins Tor trudelte. Das Video der kuriosen Szene ist ein Hit auf YouTube.

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Welche Rolle spielen die Raja-Fans?

Nach dem überraschenden 3:1 Casablancas im Halbfinale gegen die Brasilianer von Atletico Mineiro stand Marokko Kopf.

Die Menschen feierten auf den Straßen, als sei bereits das Endspiel gewonnen. Auch während des Spiels war Raja im Stadion von einem regelrechten Stimmen-Orkan nach vorn gepeitscht worden.

Ähnliches dürfte am Abend auch die Bayern erwarten. "Das wird ein Auswärtsspiel. Wir spielen gegen ein ganzes Land. Darauf müssen wir vorbereitet sein", sagte Guardiola.

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Auf wen müssen die Bayern aufpassen?

Im Halbfinale machten besonders zwei Marokkaner auf sich aufmerksam: Flügelspieler Mohsine Moutaouali und Stürmer Mouhssine Lajour.

Beide sind schnell, wendig und gefährlich. Zuweilen allerdings auch ein wenig eigensinnig. Insgesamt besteht Rajas Kader aus hierzulande kaum bekannten Profis.

Auch teure Legionäre fehlen. Guardiola sieht aber genau darin eine Stärke des Gegners: "Casablanca ist mannschaftlich unheimlich geschlossen."

Wie kamen beide Teams ins Finale?

Die Bayern mussten als Europas Champions-League-Sieger nur ein Spiel in Marokko gewinnen, um ins Endspiel einzuziehen.

Im Halbfinale am vergangenen Dienstag in Agadir gab es ein souveränes 3:0 gegen Guangzhou Evergrande aus China.

Casablanca mühte sich hingegen durch die Playoffs, das Viertel- und das Halbfinale. Lahm sieht die Münchner körperlich dennoch nicht im Vorteil: "Beide Mannschaften werden topfit sein. Wir gehen nicht davon aus, dass der Gegner nach zehn Minuten zusammenbrechen wird." (DATENCENTER: Der Spielplan der Klub-WM)

Was gibt es zu gewinnen?

Da ist zunächst einmal die Siegprämie für den neuen Weltmeister: fünf Millionen US-Dollar.

Dem Verlierer des Endspiels bleiben zumindest noch vier Millionen. Neben dem Zugewinn an Geld, Renommee und Prestige gibt es aber natürlich auch eine Trophäe, die FIFA-Präsident Joseph S. Blatter überreichen wird.

Das begehrte Stück ist dem WM-Pokal für Nationalmannschaften nachempfunden. Der von Designerin Jane Powell entworfene Cup ist 50 Zentimeter hoch und besteht aus Messing, Kupfer, Sterlingsilber, Aluminium, Chrom, Rhodium und Gold.

Zudem darf der Weltmeister bis zur nächsten WM ein goldenes Wappen mit dem Schriftzug "FIFA World Champions" auf dem Trikot tragen.

Gab es schon einmal einen deutschen Klub-Weltmeister?

Einen deutschen Klub-Weltmeister gab es noch nie. Rekordsieger sind der FC Barcelona sowie Corinthians Sao Paulo, die sich den Titel jeweils zweimal sichern konnten.

Erfolgreichster Landesverband ist Brasilien mit bisher vier Triumphen. Deutsche Mannschaften waren allerdings beim Vorgänger des Wettbewerbs schon siegreich.

Bayern München (1976 und 2001) sowie Borussia Dortmund (1997) durften sich Weltpokalsieger nennen.

Dante und Rafinha bei der Freizeitgestaltung vor dem Finale:

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Wann kommen die Bayern zurück nach München?

Die Münchner werden Marrakesch am Sonntag um 12 Uhr Ortszeit mit dem Sonderflug LH2571 verlassen.

Die Ankunft in der Heimat ist für 16.45 Uhr vorgesehen. Anschließend geht es für die Spieler und Trainer Guardiola in den wohlverdienten Weihnachtsurlaub. "Hinter uns liegt ein sehr intensives Jahr. Da kommt uns der Urlaub schon gelegen. Irgendwann muss man auch mal durchschnaufen", sagte Müller.

Wie lange haben die Spieler Urlaub?

Die Mannschaft kann sich knapp zwei Wochen von den Strapazen der vergangenen Monate erholen. Am 5. Januar nehmen Lahm Co. dann die Vorbereitung auf die Rückrunde auf. Los geht es mit einem einwöchigen Trainingslager in Doha.

Die voraussichtlichen Mannschaftsaufstellungen:

München: Neuer - Rafinha, Boateng, Dante, Alaba - Lahm - Müller, Kroos, Thiago, Ribery - Mandzukic

Casablanca: Askri - El Hachimi, Oulhaj, Benlamalem, Karrouchy - Guehi, Erraki - Moutaouali, Chtibi, Hafidi ? Iajour

Schiedsrichter: Ricci (Brasilien)

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