Mandzukic, Alaba und Thiago bejubeln den Finaleinzug der Bayern © getty

Die Münchner räumen Guangzhou aus dem Weg und können vom fünften Titel der Saison träumen. Die Torlinientechnologie bewährt sich.

Aus Agadir berichtet Tom Vaagt

Agadir - Der FC Bayern hat nach einem lockeren Abendspaziergang im marokkanischen Agadir das Finale der Klub-WM erreicht (DATENCENTER: Der Spielplan der Klub-WM).

Der deutsche Rekordmeister bezwang Asiens Champions-League-Sieger Guangzhou Evergrande im Halbfinale mit 3:0 (2:0) und reist als erster Endspielteilnehmer nach Marrakesch ( 822554 DIASHOW: Die Bilder des Spiels ).

Dort treffen die Münchner am Samstag entweder auf Atletico Mineiro um Ex-Weltfußballer Ronaldinho oder Marokkos Meister Raja Casablanca. Beide Klubs spielen am Mittwochabend den zweiten Finalisten aus.

Ribery bricht den Bann

Franck Ribery (40.) und Mario Mandzukic (44.) erlösten die überlegenen Bayern in den Schlussminuten des ersten Abschnitts. Nach der Pause sorgte Mario Götze (47.) für den Endstand.

Mit einem Sieg am Samstag kann sich der FCB nach Champions League, deutscher Meisterschaft, DFB-Pokal und Europas Supercup den fünften Titel der Saison sichern.

"Gratulation an die Mannschaft. Sie verdient das Finale. Wir werden versuchen, dieses Finale zu gewinnen", sagte Bayerns Trainer Pep Guardiola in der "ARD".

Anfänglich Probleme mit Lippis Defensive

Vor 27.000 Zuschauern im gut halb gefüllten Stadion von Agadir übernahmen die Bayern von Beginn an das Kommando - und Evergrande ließ den deutschen Rekordmeister gewähren. Von Italiens Weltmeistertrainer Marcello Lippi erwartet defensiv und kompakt eingestellt, konzentrierten sich die Asiaten zunächst ausschließlich auf die Defensive.

Bayern nahm die Einladung an, machte Druck und hatte nach zehn Minuten stattliche 80 Prozent Ballbesitz. Das Problem: Zwingende Chancen resultierten aus den Kombinationen kaum.

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Angeführt von Ribery, der im Vergleich zum Bundesligaspiel gegen den Hamburger SV für Thomas Müller in die Startelf zurückgekehrt war, ergingen sich die Münchner im Kurzpasspiel. Der Abschluss wurde nur selten gesucht, von den gut gestaffelten Chinesen aber auch geschickt verhindert.

Thiago trifft den Pfosten

Die erste große Chance des FCB hatte es dann aber in sich. Nach einer Flanke von Philipp Lahm, nahm Thiago den Ball gekonnt mit der Brust an und setzte ihn an den Außenpfosten des gegnerischen Tores (16.).

Zu diesem Zeitpunkt war es Guangzhou allerdings schon gelungen, sich zumindest ein wenig aus der Münchner Dauerumklammerung zu befreien. Mehr als zaghaft blieben die Versuche der von den drei südamerikanischen Stars Dario Conca, Elkeson und Muriqui angeführten Offensive jedoch nicht.

Daniel van Buyten und Jerome Boateng, die Bayerns Innenverteidigung bildeten und Dante damit auf die Bank verdrängten, gerieten kaum einmal in Bedrängnis. Im Spiel nach vorn gelang hingegen weiterhin nur wenig Durchschlagkräftiges.

Kroos prüft Torlinientechnologie

Bis Toni Kroos nach einer schneller Kombination dann doch einmal ins Risiko ging und mit seinem Schuss aus 18 Metern die Torlinientechnologie herausforderte. Der Ball sprang von der Unterkante der Latte zurück ins Feld ? wie die grafische Darstellung an der Videowand bewies (25.).

Der erste Treffer sollte also Weltfußballer-Kandidat Ribery vorbehalten bleiben. Und als sich dem Franzosen die Möglichkeit bot, zögerte er nicht lange und erlöste Europas Champions-League-Sieger.

Nachdem Mandzukic und Thiago den Ball nicht entscheidend auf Guangzhous Tor bringen konnten, versenkte Ribery die Kugel volley aus halblinker Position.

Pep Guardiola ballte die Fäuste, der Bann war gebrochen und die Münchner legten noch vor der Pause nach: Mandzukic verwandelte eine Hereingabe von Thiago per Flugkopfball.

Götze-Schlenzer zum 3:0

Nach dem Seitenwechsel kamen die Chinesen dann schwungvoller aus der Kabine ? zumindest für ein paar Sekunden. Muriqui stürmte plötzlich auf das Bayern-Tor zu und konnte erst im letzten Moment von Lahm entscheidend gestört werden. Ein Fingerzeig für den weiteren Spielverlauf?

Nein. Schon im Gegenzug erhöhte Götze mit einem gefühlvollen Schlenzer auf 3:0 und machte damit klar, dass man im Kampf um die fünf Millionen Dollar Siegprämie für den künftigen Weltmeister nichts mehr anbrennen lassen wird.

Die mitgereisten FCB-Fans sangen nun ?Super-Bayern, Super-Bayern?, Guangzhous Anhänger antworteten ähnlich wie ihre Mannschaft. Mit kurzem Widerstand, am Ende aber chancenlos.

Dritter Alu-Treffer durch Ribery

Auch auf dem Feld präsentierten sich die Münchner weiter überlegen, nahmen nun aber ein wenig Tempo aus der Begegnung. Dennoch sprangen weitere Möglichkeiten heraus.

Ribery sorgte für den insgesamt dritten Aluminium-Treffer und schoss den Ball ans Lattenkreuz (66.). Kurz darauf stellte Götze den chinesischen Keeper Cheng Zeng auf die Probe (67.).

Wirklich laut wurde es nur noch in der 72. Minute. Guardiola nahm den von den Fans gefeierten Ribery vom Feld und brachte Xherdan Shaqiri. Auch Bayerns Trainer dachte in diesem Moment offenbar bereits an das Finale.

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