Pep Guardiola kann in Marokko zum dritten Mal die Klub-WM gewinnen © getty

Die Klub-WM ist hierzulande für viele Fans eine große Unbekannte. SPORT1 hat die wichtigsten Infos zum Turnier in Marokko.

Aus Agadir berichtet Tom Vaagt

Agadir - Auf dem Papier ist es der bedeutendste Titel des Vereinsfußballs. Zumindest in Deutschland ist dies aber nicht mehr als Theorie.

Noch nie startete ein Bundesligist bei der Klub-WM. Folglich fragt sich mancher Beobachter: Klub-WM - was ist das eigentlich?

Pep Guardiola liefert einen Erklärungsansatz. "Diesen Titel holen zu können, ist unglaublich. Es geht um sehr viel Prestige für den Verein und die Spieler", sagt der Bayern-Trainer, der die Vereins-Weltmeisterschaft schon 2009 und 2011 mit dem FC Barcelona gewann (DATENCENTER: Der Spielplan der Klub-WM).

Mehr Beachtung als vielerorts in Europa erfährt die Veranstaltung vor allem in Südamerika, Asien - und bei Matthias Sammer.

"Es ist ein großes Turnier mit den Champions-League-Siegern aus aller Welt. Wenn man das gewinnen kann, ist das schon nicht schlecht", sagt Bayerns Sportvorstand.

Trotzdem noch Fragen? SPORT1 liefert die Antworten.

Was ist die Klub-WM?

Die Veranstaltung ist der Nachfolger des sogenannten Weltpokals.

Hier trafen seit 1960 jeweils der europäische und der südamerikanische Gewinner des jeweiligen kontinentalen Meisterwettbewerbs (Champions League /Copa Libertadores) aufeinander.

Seit 2005 wird das Format regelmäßig mit einem größeren Teilnehmerfeld ausgetragen.

Derzeit erhält neben den Champions aller Kontinentalverbände auch der amtierende Meister des Ausrichterlandes einen Startplatz.

Das Turnier findet im K.o.-Modus statt. Die Teams aus Europa und Südamerika sind für das Halbfinale gesetzt.

Wo finden die Spiele statt?

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Austragungsort ist 2013 zum ersten Mal Marokko.

Die Partien finden bis zum Abschluss des Halbfinales im Stade Adrar von Agadir (Kapazität: 45.500 Zuschauer) statt.

Anschließend geht es für die Teams in den Platzierungsspielen sowie im Endspiel im Stade de Marrakech (Kapazität 45.300 Zuschauer statt) weiter.

Wer sind die Teilnehmer?

Ursprünglich sind sieben Mannschaften ins Rennen gegangen.

In Al Ahly Kairo (afrikanischer Champions-League-Sieger), dem Auckland City FC (Champions-League-Sieger Ozeaniens), und CF Monterrey (Champions-League-Sieger der CONCACAF) blieben drei Teams in Ausscheidungsrunde und Viertelfinale bereits auf der Strecke.

Im Halbfinale stehen sich der FC Bayern (UEFA Champions-League-Sieger) und Guangzhou Evergrande aus China (Champions-League-Sieger Asiens) sowie die Brasilianer von Atletico Mineiro (Sieger der Copa Libertadores) und Marokkos Meister Raja Casablanca gegenüber.

Wann finden die Spiele statt?

Turnierbeginn war bereits am 11. Dezember. Hier setzte sich Casablanca gegen Auckland im Ausscheidungsspiel durch.

Inzwischen stehen die Halbfinals an. Bayern gewann mit 3:0 gegen Guangzhou. Am Mittwoch folgt dann die zweite Vorschlussrundenpartie zwischen Mineiro und Casablanca. (20.30 Uhr MEZ).

Großer Finaltag ist der kommende Samstag. Nach dem Spiel um den dritten Platz (17.30 Uhr MEZ) kommt es zum Endspiel (20.30 Uhr MEZ).

Was gibt es zu verdienen?

Die Teilnahme an der Klub-WM ist durchaus lukrativ.

Als Halbfinal-Teilnehmer sind die Bayern bereits jetzt mindestens Vierter des Turniers und damit um rund 1,46 Millionen Euro reicher. Dem Sieger winken 3,5 Millionen Euro.

Die Preisgelder im Überblick: 1. Platz - 3,5 Millionen Euro, 2. Platz - 2,92 Millionen, 3. Platz - 1,82 Millionen, 4. Platz - 1,46 Millionen, 5. Platz - 1,09 Millionen, 6. Platz - 0,73 Millionen, 7. Platz - 0,37 Millionen

Welche Stars sind dabei?

Allen voran natürlich die Bayern um Weltfußballer-Kandidat Franck Ribery.

Bei den anderen Teams muss man schon ein wenig genauer hinsehen. Am prominentesten ist noch Mineiro besetzt. Hier spielen der früherer Weltfußballer Ronaldinho und die beiden ehemaligen Wolfsburger Josue und Rever.

Bei Bayerns erstem Gegner Guangzhou ist der Trainer der Star: Die Chinesen werden von Marcello Lippi betreut. Der Italiener machte die Squadra Azzurra 2006 immerhin zum Weltmeister.

Gab es schon einmal einen deutschen Sieger?

Einen deutschen Klub-Weltmeister gab es noch nie.

Rekordsieger sind der FC Barcelona sowie Corinthians Sao Paulo, die sich den Titel jeweils zweimal sichern konnten. Erfolgreichster Landesverband ist Brasilien mit bisher vier Triumphen.

Deutsche Mannschaften waren allerdings beim Vorgänger des Wettbewerbs schon erfolgreich. Bayern München (1976 und 2001) sowie Borussia Dortmund (1997) durften sich Weltpokalsieger nennen.

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