Andreas Jung (r.) im Gespräch mit SPORT1-Redakteur Mathias Frohnapfel © SPORT1

Bayerns Vorstandsmitglied Andreas Jung spricht im SPORT1-Interview über das Rekordjahr 2013 und die Bedeutung der Klub-WM.

Vom FC Bayern berichtet Mathias Frohnapfel

München - In Agadir tragen Kinder beim Fußballspielen am Strand auch Trikots von Bayern München. Das Rekordjahr 2013 wirkt. Nicht nur in Marokko, nicht nur bei der Klub-WM, sondern weltweit.

Denn die Marke FC Bayern kommt immer mehr auch global in Köpfen und Herzen an. Und der FCB möchte international nur zu gerne weiter an Strahlkraft gewinnen (BERICHT: 2013 war ein Gottes-Geschenk).

Auch deshalb hofft Andreas Jung, Marketingchef des FC Bayern, auf einen Erfolg bei der Klub-WM. Bei einem Sieg über Raja Casablanca (Sa., ab 20 Uhr im LIVE-TICKER) hätten die Münchner auch diesen Titel sicher (BERICHT: Bayern erwartet grün-weiße Wucht).

Jung arbeitet seit 1996 für den FCB, ist Vorstandsmitglied und kümmert sich unter anderem um die Bereiche Sponsoring, Markenführung und Merchandising.

Im SPORT1-Interview spricht der 52-Jährige über die Internationalisierung des FC Bayern, den Respekt in fremden Stadien und das Kräftemessen mit internationalen Topklubs (Mehr zum FC Bayern bei Bundesliga aktuell ab 19.30 Uhr LIVE im TV auf SPORT1).

SPORT1: Herr Jung, was hat das Jahr 2013 aus Ihrer Sicht für die Marke FC Bayern bedeutet?

Andreas Jung: Natürlich einen ganz großen Aufschwung. Durch die vielen Erfolge haben wir mehr Aufmerksamkeit bekommen, vor allem international. Ich denke, dass sich bei den Fans insgesamt etwas verändert hat. Und das auch bei den Fans anderer Mannschaften, die den FC Bayern nun in einem anderen Licht sehen.

SPORT1: Inwiefern?

Jung: Sie sehen, dass das eine Mannschaft ist, die tollen Fußball spielt, aber auch, dass das Jungs sind, die auf die Leute zugehen. Es sind Spieler, mit denen man sich identifizieren kann. Wir merken: Diese ablehnende Haltung, die es früher gab, dieses Schwarz-Weiß gibt es nicht mehr. Man erfährt Respekt. Kein anderer Klub soll uns zujubeln, aber der Respekt ist jetzt größer.

SPORT1: Sie erfassen regelmäßig die Sympathiewerte. Bemerkt man da Auswirkungen?

Jung: Wir haben hohe Sympathiewerte, das freut uns natürlich. Es geht darum, dass wir Fans gewinnen wollen und sympathisch wirken.

SPORT1: Der FC Bayern wird international immer stärker gesehen. Welche Bedeutung hat dabei die Klub-WM in Marokko? (DATENCENTER: Der Spielplan der Klub-WM)

Jung: Leider ist die Klub-WM in den letzten Jahren in Deutschland etwas stiefmütterlich behandelt worden. Das hängt auch damit zusammen, dass noch nie ein deutscher Klub dabei war. Wenn man andere Länder nimmt, auch europäische, hat dort die Klub-WM einen großen Stellenwert. Für die Internationalisierung wäre es sehr von Vorteil, diesen Titel zu holen.

SPORT1: Wie hat sich die Marke FC Bayern in den vergangenen zehn Jahren aus Ihrer Sicht gewandelt?

Jung: Durch die Erfolge ist das Interesse im Ausland immer größer geworden, dadurch wurde man mindestens eine internationale Marke. Seit diesem Jahr kann man definitiv auch von einer globalen Marke reden.

SPORT1: Würden Sie den FC Bayern auf Augenhöhe sehen mit Barcelona oder Real Madrid?

Jung: Da muss man erstmal nach den Kriterien fragen. Diese Klubs waren in den letzten Jahren über die TV-Vermarktung und die Reisen präsenter als wir. Sie haben noch eine größere Bekanntheit, das aktuelle Interesse an Bayern ist aber genauso groß wie an Real und Barca.

SPORT1: Trainer Pep Guardiola hat dem Klub noch mehr Aufmerksamkeit gebracht. Es folgt im nächsten Jahr die Reise in den USA, 2012 war man in China. Läuft die Strategie gezielt in Richtung Internationalisierung?

Jung: Jörg Wacker, der im Vorstand für genau das Thema zuständig ist, ist gerade dabei, die Strategie festzuzurren, da laufen die Planungen. Anfang nächsten Jahres wissen wir mehr.

SPORT1: Der FCB hat kürzlich am Irschenberg in Oberbayern den zweiten Fan-Shop außerhalb Münchens eröffnet. Warum gerade dort?

Jung: Es ist wichtig, den Fans überall die Möglichkeit zu geben, den FC Bayern zu erleben. Der Fan-Shop ist logistisch perfekt gelegen, an der Autobahn kommen sehr viele Fans vorbei, die in den Süden reisen und sich FC-Bayern-Artikel besorgen wollen.

SPORT1 2013 war sportlich ein Rekordjahr. War es das auch aus Marketingsicht?

Jung: Wir haben im November einen neuen Umsatzrekord verkündet, wir haben erstmals die 400-Millionen-Euro-Marke durchbrochen, mehr als 80 Millionen Euro davon im Merchandising. Das hängt natürlich mit den sportlichen Erfolgen zusammen.

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