Beim Spiel zwischen Atletico Paranaense und Vasco da Gama eskaliert die Situation. Es gibt Schwerverletzte und Festnahmen.

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München - Das Spiel zwischen Atletico Paranaense und Vasco da Gama in der brasilianischen Liga ist von schweren Ausschreitungen überschattet worden.

Beim Stand von 1:0 für Paranaense wurde das Spiel in der 17. Minute unterbrochen, nachdem Atletico-Anhänger den gegnerischen Fanblock gestürmt hatten.

Die rivalisierenden Fangruppen gerieten auf den Tribünen aneinander, mehrere hundert Personen prügelten aufeinander ein.

Die Partie lief am Sonntagnachmittag im Free-TV, die Bilder von wehrlos am Boden liegenden Fans, die aber weiterhin mit Kopftritten und Schlägen misshandelt wurden, versetzten die Fußballnation in Schockzustand.

Polizei greift erst spät ein

Paranaense, Pokalfinalist aus Curitiba, hatte die Partie wegen einer Stadionsperre aufgrund von vorherigen Fan-Randalen ins benachbarte Bundesland Santa Catarina verlegen müssen.

Erst nachdem mehrere Minuten vergangen waren, griffen die Polizisten ein und gingen mit Tränengas und Gummigeschossen gegen die Randalierer vor.

Es gab zahlreiche Verletzte, ein Schwerverletzter wurde von einem Helikopter abtransportiert, der auf dem Spielfeld gelandet war.

Drei Schwerverletzte im Koma

Der Stadionarzt teilte laut "O Globo" mit, dass außerdem drei Paranaense-Fans in ein nahe gelegenes Krankenhaus gebracht und dort ins Koma versetzt worden seien.

"Das ist kein Zirkus, es ist Freizeit. Wir von Vasco akzeptieren das nicht", erklärte Vascos Klubdirektor Antonio Peralta.

Was auch bedenklich stimmte: Nur sechs Personen wurden offiziell festgenommen.

"Ich habe keine Worte"

"Diese Auseinandersetzungen sind traurig, ich habe keine Worte. Das ist ein Desaster für den brasilianischen Fußball im Jahr der Weltmeisterschaft. Dem Jahr, in dem die ganze Welt nach Brasilien schaut", sagte Vasco da Gamas Mittelfeldspieler Wendel.

Der zuständige Kommandant vor Ort, Adilson Moreira, wies darauf hin, dass das Ministerio Publico, die Staatsanwaltschaft des Bundeslandes Santa Catarina, Fußballspiele als Privatveranstaltung einstuft, und deshalb die Sicherheit innerhalb der Arenen Aufgabe eines privaten Ordnungsdienstes sei.

Gedankenspiele, die in Deutschland unlängst NRW-Innenminister Ralf Jäger (SPD) nach Problemen mit Schalker Fans aufgegriffen hatte.

Verantwortung weitergeschoben

Noch am Sonntagabend veröffentlichte das Ministerio Publico jedoch eine Gegendarstellung.

Es gäbe keine Anweisung, dass die Militärpolizei nicht im Stadioninnern operieren dürfte. Offenbar will sich jetzt jeder aus der Verantwortung stehlen.

Auch Moreira, der schlicht behauptet: "Leider wäre dies wohl auch passiert, wenn wir im Stadion gewesen wären. Das ist eine Frage der Kultur."

Spiel fortgesetzt

Trotz der Ausschreitungen wurde die Partie nach einer 70-minütigen Unterbrechung fortgesetzt, die Polizei bildete einen Ring um das Spielfeld.

"Wir denken jetzt nicht an die erste oder zweite Liga oder irgendwelche anderen Dinge, die hier auf dem Spiel stehen", sagte Vasco-Präsident Roberto Dinamite, der sich für einen Spielabbruch ausgesprochen hatte: "Ich denke, dass das Spiel abgebrochen werden muss. Aber ich kann meine Mannschaft nicht vom Feld holen, sonst wird der Verein bestraft."

Niederlage besiegelt Vascos Abstieg

Die Partie war Teil des 38. und letzten Spieltags im WM-Gastgeberland.

Nachdem Vasco da Gama nach Wiederbeginn zwischenzeitlich ausgleichen konnte, endete die Partie letztlich mit 5:1 für Paranaense.

Atletico qualifizierte sich damit für die Copa Libertadores, das Gegenstück zur europäischen Champions League.

Für Vasco war die Niederlage gleichbedeutend mit dem Abstieg.

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