Franck Ribery ist völlig verdient bester Fußballer Europas. Bedanken darf er sich aber vor allem bei Mitspielern und den Bayern.

Es ist erst ein paar Jahre her, da empfahl der Autor dieser Zeilen dem FC Bayern die zahlreichen Millionen-Angebote europäischer Topklubs wie Real oder Chelsea anzunehmen und Franck Ribery mit Gewinn zu verkaufen.

Spätestens nach der völlig verdienten Wahl des Franzosen zu Europas Fußballer des Jahres kann man von einer eindeutigen Fehleinschätzung sprechen.

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Allerdings sei zur Rechtfertigung gesagt: Zwischen dem Ribery von damals und von heute liegen Welten - fußballerisch und auch persönlich.

Der 30-Jährige ist seit dem WM-Debakel mit Frankreich 2010 in Südafrika enorm gereift, hat sportlich in der vergangenen Saison nochmal einen großen Sprung nach vorne gemacht und hatte daher maßgeblichen Anteil am historischen Münchner Triple.

Schon in seinen Anfangsjahren, etwa bei der WM 2006 neben Zinedine Zidane oder in seiner ersten Spielzeit bei Bayern 2007/2008, konnte Ribery ein Spiel alleine entscheiden.

Er ging aber oft, nach damaliger Ansicht des Autoren zu oft, mit der Mannschaft unter, wenn es schlecht lief. Etwa 2009 beim 0:4-Desaster in Barcelona oder mit der französischen Nationalelf bei der EM 2008 oder eben der WM 2010. Hinzu kamen immer wieder private Eskapaden.

Daher ist Riberys Dank an die Vereinsbosse nach seiner Ehrung mehr als berechtigt. Denn statt ihn fallen zu lassen und zu verkaufen, gab es immer Rückendeckung für den sensiblen Star mit dem unglaublichen Potenzial.

Nicht nur deshalb hat der FC Bayern einen Riesenanteil an Riberys Ehrung. Denn ohne das im Vorjahr so glänzende Kollektiv, aus dem auch Thomas Müller, Bastian Schweinsteiger und Phillip Lahm die Auszeichnung verdient gehabt hätten, wäre "König Franck" niemals auf Europas Thron geklettert.

Womit wir auch bei der Antwort auf die Frage wären, warum die individuell sicher nicht schlechteren Lionel Messi und Cristiano Ronaldo bei der Wahl keine Chance gegen Ribery hatten:

Weil Fußball eben ein Mannschaftssport ist, in dem am Ende die Titel zählen - und da war der FCB dank Ribery allen Rivalen im Vorjahr weit überlegen.

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