Seit Sommer bei neuen Klubs: Die Trainer Mourinho (l.) und Guardiola © getty

Der Supercup zwischen Bayern und Chelsea ist auch das Duell der Trainer. Der FCB bangt um einen Star, die Londoner holen einen Neuen.

Prag - Wiedersehen macht Freude - oder auch nicht.

Pep Guardiola hätte sich für sein erstes Spiel mit dem FC Bayern im europaweiten Rampenlicht wohl kaum seinen Intimfeind Jose Mourinho als Gegner ausgesucht.

Aber so ist im Supercup-Finale zwischen dem Champions-League-Sieger und dem Europa-League-Champion FC Chelsea am Freitag (ab 20.15 Uhr im LIVE-TICKER) nicht nur auf dem Rasen für Brisanz gesorgt, sondern besonders auch am Spielfeldrand.

"Es geht ums Prestige. Unser Trainer wird ziemlich heiß sein", sagte Präsident Uli Hoeneß am Donnerstag auf der Hinreise ins sonnige Prag.

Fragezeichen bei Schweinsteiger

Die kniffligste Personalentscheidung will Guardiola erst am Spieltag treffen.

"Es geht Bastian besser. Ich hoffe, dass er spielen kann. Er ist ein wichtiger Spieler für uns", sagte der Coach über Mittelfeldchef Schweinsteiger, der sich beim 1:1 in der Bundesliga gegen den SC Freiburg am rechten Fuß verletzt hatte.

Am Abschlusstraining im Eden-Stadion nahm der 29-Jährige teil. Philipp Lahm wäre wohl die erste Alternative auf der Position vor der Abwehr. "Ich habe kein Problem damit, im Mittelfeld aufzulaufen", sagte er.

"Zwei große Vereine"

Die Fehde, die Guardiola aus seiner Zeit beim FC Barcelona mit seinem damaligen Real-Madrid-Gegenspieler Mourinho verbindet, will der Bayern-Coach selbst nicht ins Zentrum des Abends rücken.

"Wenn der Schiedsrichter anpfeift, geht es um die Spieler auf dem Platz. Es spielen zwei große Vereine gegeneinander, Bayern und Chelsea, das ist das Wichtigste", betonte der Spanier.

Dass ihm ein Erfolg gerade gegen Mourinho besonders wichtig ist, hatte Guardiola schon mit der Schonung von Stars wie Ribery oder Robben in Freiburg demonstriert.

Pep statistisch vorn

Elfmal standen sich die Trainer-Rivalen bei Partien von Barça gegen Real in Spanien gegenüber, 5:2 hieß es nach Siegen für Guardiola.

"Statistik ist Vergangenheit", wiegelte Guardiola ab. Mourinho sei ein Meister des Konterspiels.

"Chelsea hat einen super Trainer - und Bayern auch", urteilte der Katalane: "Ich werde versuchen, das Finale zu gewinnen. Und er auch."

Lahm will "den Pott nach München" holen

Guardiola hat den Supercup mit Barca zweimal gewonnen. Jetzt möchte ihn auch der FC Bayern als erster deutscher Verein erobern.

"Der Supercup ist uns wichtig. Ich habe ihn selber zwei Mal mit Bayern verloren", meinte Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge und erinnerte an die Endspiele 1975 gegen Dynamo Kiew und 1976 gegen RSC Anderlecht.

2001 unterlagen Oliver Kahn und Co. dem FC Liverpool 2:3. "Es ist unsere Aufgabe, den Pokal endlich nach München zu holen", verkündete Kapitän Lahm entschlossen bei der Pressekonferenz in Prag.

Revanche für Finale dahoam

Gerade gegen Chelsea.

"Wir haben 2012 überflüssigerweise das Finale dahoam nicht gewonnen", sagte Rummenigge rückblickend auf das bittere Elfmeterdrama mit dem Pfostentreffer von Schweinsteiger:

"Man kann sagen, da ist noch eine Rechnung offen", sagte Thomas Müller, dessen Kopfballtor im Endspiel 2012 nicht zum Triumph gereicht hatte.

Nicht nur die Trainer sind allerdings bei der Neuauflage Bayern gegen Chelsea neu, auch auf etliche Spieler trifft das zu.

Zum Beispiel auf den ehemaligen Leverkusener Andre Schürrle aufseiten der "Blues".

"Ich freue mich riesig aufs Spiel. Es geht um einen Titel - und den wollen wir holen", sagte der 25-malige Nationalspieler in Prag.

Mou stichelt gegen Guardiola

Die Vorgeschichten um das Endspiel 2012 und die beiden Trainer verleihen dem Spiel Würze.

Ansonsten ist der Supercup kein Wettbewerb, der Priorität im internationalen Vereinsfußball genießt. Mourinho sprach von einem wertvollen Test wenige Wochen vor dem Start der Champions League.

Und gestichelt gegen Erzfeind Guardiola hatte der Portugiese im Vorfeld auch: Unter Jupp Heynckes seien die Bayern "das beste Team Europas" gewesen. Nun hätten sie einen neuen Trainer, "und ich bin nicht mehr sicher, ob sie immer noch so gut sind".

Pep? Mourinho gernervt

Am Donnerstag reagierte er genervt auf Nachfragen zu seinem Erzrivalen:

Teammanager Jose Mourinho vom FC Chelsea hat vor dem Duell um den europäischen Supercup am Freitag mit Bayern München verärgert auf Nachfragen zu seinem Verhältnis zu Pep Guardiola reagiert.

"Es geht nicht um Pep und mich, es geht um den Supercup. Pep ist nicht Champions-League-Sieger und ich bin nicht Europa-League-Sieger, wir sind nur die Trainer der beiden Klubs. Es geht nicht um uns, es geht um Chelsea und Bayern", sagte der Portugiese, der am Freitag vielleicht schon einen neuen Star einsetzt.

Die Londoner verpflichteten am Donnerstag Samuel Eto'o von Anschi Machatschkala.

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