Franck Ribery wechselte 2007 von Olympique Marseille zum FC Bayern © getty

Ribery hat bei der Wahl zu Europas Fußballer des Jahres gute Argumente. Drei Bayern-Stars drücken bei SPORT1 die Daumen.

Von Jonas Nohe und Mathias Frohnapfel

München - Jerome Boatengs Antwort auf die vielgestellte Frage ist eine Gegenfrage.

"Wenn nicht jetzt, wann dann?" meint der Abwehrmann des FC Bayern bei SPORT1, angesprochen darauf, ob Franck Ribery es diesmal schaffen kann bei der Wahl zum "UEFA Best Player in Europe" - der Einfachheit halber immer noch gerne bei seinem alten, inoffiziellen Titel genannt: Europas Fußballer des Jahres.

Ribery ist an der Reihe, findet Boateng, denn: "Die anderen beiden, die da zur Wahl stehen, haben, glaube ich, oft genug gewonnen."

Die anderen beiden namens Lionel Messi und Cristiano Ronaldo. Die zwei Herren, bei denen sich Ribery trotz allem nicht sicher sein kann, ob er heute in der Endauswahl (ab 17.45 Uhr im LIVE-TICKER) wirklich triumphieren wird.

Rummenigge wünscht Glück

Gönnen würde es dem 30-Jährigen an der Säbener Straße jeder. "Ich wünsche ihm, dass er es wird", sicherte der FCB-Vorstandsvorsitzende Karl-Heinz Rummenigge gegenüber SPORT1 seine Unterstützung zu.

Wenn es nach Uli Hoeneß geht, ist Ribery der Titel ohnehin schon sicher: "Nach Francks Leistungen, speziell in der Champions League, gibt es für mich überhaupt keinen Grund, Franck den Titel dieses Jahr nicht zu geben."

"Es kann nur ihn als Sieger geben", sagte der Bayern-Präsident der "Sport Bild".

Auch Schweini fiebert mit

Bastian Schweinsteiger hofft, dass es so kommt: "Ich würde es Franck wünschen, dass er gewinnt."

Der deutsche Nationalspieler sieht Ribery bei SPORT1 aus gutem Grund in der Pole-Position: "Er hat eine sehr gute Saison gespielt, viele Titel geholt, da hat er einen Vorteil gegenüber den anderen."

Tatsächlich hat der Franzose durch den Triple-Gewinn mit dem FC Bayern schlagkräftige Argumente auf seiner Seite. Garantiert ist damit aber nichts, wenn man den besonderen Wahlmodus betrachtet.

53 Journalisten wählen

53 Journalisten - einer aus jedem Landesverband der UEFA - werden im Rahmen der Champions-League-Auslosung in Monaco ( 768711 DIASHOW: Das ist die neue Königsklasse ) per elektronischem Knopfdruck über den Sieger abstimmen.

Offiziell ist der heutige Preisträger erst der dritte Preisträger des aktuellen Awards: Von 1956 bis 2009 wurde Europas Fußballer des Jahres nämlich noch mit dem "Ballon d'Or" der französischen Fachzeitschrift "France Football" geehrt.

Nachdem diese Auszeichnung und der Titel FIFA Weltfußballer des Jahres 2010 zum FIFA Ballon d'Or verschmolzen, wurde von UEFA-Präsident Michel Platini die neue Ehrung aus der Taufe gehoben.

Sie beschränkt sich ausschließlich auf Akteure von europäischen Vereinen, unabhängig von der Nationalität der Spieler. Im vergangenen Jahr siegte Andres Iniesta, bei der ersten Wahl im Jahr 2011 setzte sich Messi vor seinem Teamkollegen Xavi und Ronaldo durch.

Ronaldo mit Real ohne Titel

In diesem Jahr drängt sich Messi nicht gleichermaßen auf: Er scheiterte im Champions-League-Halbfinale mit Barca deutlich an den Bayern mit dem wie entfesselt aufspielenden Ribery.

Für den Argentinier steht daher "nur" die spanische Meisterschaft auf der Habenseite - und eine schier unglaubliche Torquote von 46 Treffern in 32 Ligaspielen.

Ronaldo stand am Ende der vergangenen Saison mit Real Madrid sogar ganz ohne Titel da: Champions-League-Aus ebenfalls im Halbfinale gegen Borussia Dortmund, Final-Niederlage im spanischen Pokal gegen den Stadtrivalen Atletico. Die Torjägerkrone in der Champions League (zwölf Tore) dürfte da kein heilsames Trostpflaster gewesen sein.

Mit dem UEFA-Preis scheint Ronaldo unter den Umständen jedenfalls nicht zu rechnen: Aus Veranstalterkreisen verlautet, dass Ronaldo diesmal gar nicht zur Zeremonie kommen wird.

Es wäre schon eine besondere Ironie, würde er den heiß ersehnten Sieg über Erzrivale Messi als abwesendes Phantom erringen.

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