Brasiliens Superstar Neymar bestreitet in der Schweiz sein 40. Länderspiel © getty

Brasilien beschwert sich über die harte Gangart der Eidgenossen. Jürgen Klinsmann ist sehr zufrieden mit seinen Rekord-US-Boys.

München - Superstar Neymar sprintete als Erster in die Kabine, seine Augen funkelten böse.

"Die Schweizer haben uns viel gefoult und oft getreten. Gegen solche Teams ist es schwierig zu spielen", motzte Brasiliens WM-Hoffnung nach der überraschenden 0:1 (0:0)-Pleite in Basel gegen die Schweiz.

Nur 45 Tage nach dem Sieg im Confed-Cup war die Stimmung bei den Südamerikanern denkbar schlecht.

Dagegen wollte der Beifall für die Gastgeber im St.-Jakob-Park gar nicht mehr aufhören.

"Wir sind die roten Brasilianer", jubelte dazu passend das Schweizer Boulevard-Blatt "Blick".

Hitzfeld bleibt cool

Irgendwie passte es zu diesem denkwürdigen Abend, dass die brasilianischen Stars ihre Niederlage durch ein Eigentor von Dani Alves (48.) besiegelten, der mit einem Kopfball wie aus dem Lehrbuch den Ball im falschen Kasten versenkte.

In all der eidgenössischen Euphorie bewahrte nur Trainer Ottmar Hitzfeld einen kühlen Kopf.

"Natürlich kann man auf einem solchen Sieg aufbauen, das gibt schon Selbstvertrauen. Aber in der WM-Qualifikation gegen Island wird der Druck schon wieder ein ganz anderer sein", sagte der Erfolgscoach. Immerhin: Es war der erste Schweizer Sieg gegen den Rekord-Weltmeister seit 24 Jahren.

Klinsis US-Boys "auf einem guten Weg"

Eine geradezu weltmeisterliche Rekordserie baute Jürgen Klinsmann mit seinem US-Team aus.

Der 4:3 (0:2)-Erfolg in Sarajevo gegen Bosnien-Herzegowina war der zwölfte Länderspielsieg in Serie, beispiellos in der US-Fußballgeschichte. Held des Abends war Jozy Altidore, dem zwischen der 59. und 86. Minute ein Hattrick gelang.

"Wir haben bewiesen, dass wir auch nach einem Rückstand zurückkommen können. Das zeigt, dass wir auf einem guten Weg sind", sagte der ehemalige Bundestrainer.

In der WM-Ausscheidung trifft seine Mannschaft nun auf Costa Rica, in dem mittelamerikanischen Land hat seine Mannschaft noch nie ein Qualifikationsspiel gewonnen.

Koller: Niederlage ein Ausrutscher

Nächster Qualifikationsspielgegner der DFB-Auswahl ist am 6. September in München Österreich. Der Erzrivale verpatzte in Salzburg seine Generalprobe und verlor gegen Griechenland mit 0:2 (0:1).

Acht Deutschland-Legionäre standen in der Startformation von Coach Marcel Koller, doch mehr als ein Pfostenschuss des Bayern-Verteidigers David Alaba (18.) sprang dabei nicht heraus.

Koller wertete das Ergebnis nicht als echten Rückschlag: "Wir sind in einer Entwicklungsphase. Wir haben zwar immer wieder gute Spiele gezeigt, aber dann sind auch solche Ausrutscher immer wieder dabei."

Sand im Getriebe der Topnationen

Aber auch bei europäischen Topteams lief es vor dem nächsten Spieltag in der WM-Qualifikation noch nicht rund.

Vize-Europameister Italien musste sich in Rom Ex-Weltmeister Argentinien mit 1:2 (0:1) geschlagen geben, obwohl die Gäste ohne den angeschlagenen Weltfußballer Lionel Messi antraten.

Frankreich kam in Brüssel gegen den kleinen Nachbarn Belgien nicht über ein 0:0 hinaus.

Weiterlesen