Pellegrini (links), Mourinho (mitte), Moyes (rechts) sind die Trainer der drei englischen Top-Klubs © getty

Am Samstag rollt auch in England wieder der Ball: Die drei Spitzen-Klubs starten mit neuen Trainern in die Premier-League-Saison.

München/London - Sir Alex Ferguson ist in Rente - wer wird nun der neue Boss?

Diese Frage stellen sich vor dem Start der 22. Spielzeit der englischen Premier League nicht nur die acht Profis aus "Germany".

Wenn ab Samstag der Ball auf der Insel rollt, stehen vor allem David Moyes, Jose Mourinho und Manuel Pellegrini im Fokus, die drei neuen Teammanager der drei Spitzenklubs.

Jose, der Glückliche

Als natürlichen Erben Fergusons und neuen "boss of bosses" (das Magazin "FourFourTwo") sehen die Experten im Mutterland des Fußballs nicht dessen Nachfolger bei Rekordmeister Manchester United, Moyes, sondern Mourinho.

Und das, obwohl der Portugiese sich selbst nicht mehr als "special one" sieht, als der er zu seiner ersten Amtszeit bei den Blues (2004-September 2007) angetreten war.

"Call me the happy one", sagte er bei seiner Rückkehr. Jose, der Glückliche.

"Der Trainer ist sehr gut drauf, sein Draht zu den Spielern ist bemerkenswert. Man merkt ihm an, wie sehr er den Erfolg will", sagte Chelseas Neuzugang Andre Schürrle bei "dfb.de" über Mourinho, der von Real Madrid zurück nach London kam: "Was mir sehr gut gefällt, ist, dass er bei aller Intensität immer auch darauf achtet, dass der Spaß nicht zu kurz kommt. Wir lachen sehr viel."

Mourinho auf Kuschelkurs

Mourinho gibt sich auch nach außen "charming". Verbale Attacken gegen Rivalen? Fehlanzeige! Er habe keine Lust, mit Moyes "Spielchen zu spielen", sagte er.

Und Arsene Wenger vom FC Arsenal, einstmals einer seiner Lieblingsfeinde, sei "ein netter Typ". Nur Citys Pellegrini kitzelte er ein bisschen.

Dieser habe den größten Druck, meinte Mourinho, weil City auf dem Transfermarkt am aktivsten war.

Premier League: "Biggest spender"

Rund 110 Millionen Euro ließen sich die Himmelblauen die vier Stars Fernandinho, Jesus Navas, Alvaro Negredo und Stevan Jovetic kosten - das ist exakt ein Viertel der von allen 20 Klubs der Liga ausgegebenen Summe (vgl. Bundesliga: 220 Millionen Euro).

Überhaupt erwies sich die Premier League wieder als Europas "biggest spender" - bei einem Transferdefizit von 340 Millionen Euro (BL: 50).

City hätte gerne sogar noch mehr Geld ausgegeben, doch Stars wie Isco oder Edinson Cavani zogen andere Ziele vor. Chelsea investierte rund 35 Millionen (22 für Schürrle), Wunschspieler Wayne Rooney hat Mourinho (bisher) aber nicht bekommen.

Arsenal (mit Lukas Podolski und Per Mertesacker) gab keinen Cent aus. Auch ManUnited hat keinen namhaften Neuen geholt, der Transfer von Barcelonas Cesc Fabregas scheiterte. Lewis Holtbys Verein Tottenham Hotspur hat sich für 50 Millionen Euro mit Roberto Soldado und Paulinho verstärkt.

Tottenham will angreifen

Die Spurs wollen in die Phalanx der großen Vier einbrechen und Arsenal als Nummer zwei in London ablösen.

Doch die Gunners fühlen sich "gut gerüstet", wie Podolski "DFB-TV" verriet. Mertesacker lobte nach dem 3:1-Sieg im jüngsten Test gegen ManCity, das Team sei enger zusammengewachsen in der Vorbereitung: "Wir sind bereit!"

Das deutsche Oktett komplettieren die früheren Nationalspieler Robert Huth (Stoke City) und Sascha Riether (FC Fulham), Gerhard Tremmel von Liga-Pokal-Sieger Swansea City sowie der ehemalige Torschützenkönig der 2. Liga, Nick Proschwitz (Hull City). Titel dürfte kaum einer von ihnen gewinnen.

United hat dagegen mit dem 2:0 im Supercup gegen Wigan Athletic schon seinen ersten Pokal ("Community Shield") gewonnen.

Die "Roten Teufel" beginnen mit einem Auswärtsspiel am Samstag in Swansea, bereits am 2. Spieltag (26. August) kommt es zum Duell mit Chelsea. "Dieses Jahr stellt uns mehr denn je auf die Probe", sagte United-Kapitän Nemanja Vidic, "aber dieser Verein ist der größte der Welt, egal wer hier Trainer ist."

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