Mesut Özil (l.) und Sami Khedira spielen seit 2010 für Real Madrid © getty

Khedira und Özil haben in Madrid große Konkurrenz bekommen. Im Test gegen Inter Mailand müssen sich die zwei Deutschen beweisen.

Von Sebastian Mittag

München - Die Stars von Real Madrid durften es kurzzeitig etwas ruhiger angehen lassen.

Für Cristiano Ronaldo, Mesut Özil und Sami Khedira standen am Freitag nur eine lockere Laufeinheit und einige Übungen zum Muskelaufbau auf dem Trainingsplan.

Die zehn Feldspieler, die beim 3:1-Sieg im Testspiel gegen den FC Chelsea von Beginn an gespielt hatten (Bericht), durften sich ein wenig erholen. Einige Meter entfernt legte der restliche Kader eine deutlich intensivere Einheit auf den Rasen in St. Louis.

Doch die Ruhe ist trügerisch. Denn gerade für die beiden deutschen Real-Stars ist die Vorbereitung auf ihre vierte Saison bei den Königlichen die härteste, die sie bislang absolvieren mussten.

Großer Konkurrenzkampf

"Was aussieht wie Urlaub, ist harte Arbeit", hatte Khedira bereits vor der US-Tour Reals via Facebook mitgeteilt.

Der ehemalige Stuttgarter und Nationalmannschaftskollege Özil müssen kämpfen. Unter Jose Mourinho waren beide fast immer gesetzt - doch beim neuen Trainer Carlo Ancelotti ist nichts mehr in Stein gemeißelt.

Im Team der Königlichen tobt der Konkurrenzkampf. Die Intensität ist hoch, das Programm ist eng gesteckt: Im Duell der Top-Klubs gegen Inter Mailand (ab 19.55 Uhr LIVE im TV auf SPORT1) müssen sich alle Profis eine Woche vor Saisonstart erneut beweisen.

Gedränge im Mittelfeld

Die Bedrohung für die beiden Deutschen ist jung und hochtalentiert. Drei Neuzugänge hat Real Madrid für das Mittelfeld geholt.

Für die beiden spanischen U-21-Europameister Asier Illarramendi und Isco ließen die Madrilenen jeweils 30 Millionen Euro springen. Für Casemiro vom FC Sao Paulo kamen noch vergleichsweise bescheidene sechs Millionen dazu.

Da ein Platz in der Doppelsechs für Xabi Alonso reserviert ist, sind Illarramendi und Casemiro direkte Konkurrenten von Khedira.

Kein Wunder, dass angesichts dieser Umstände Gerüchte aufkommen. Khedira, der als einer der Lieblingsschüler von Ex-Trainer Mourinho galt, könnte dem Portugiesen zum FC Chelsea folgen.

Isco macht Özil Druck

Um Özil gibt es zwar keine Gerüchte, doch für den kreativen Kopf der Nationalmannschaft ist der Druck nicht geringer als für Khedira. Nicht weniger als die Zukunft des spanischen Fußballs wurde ihm in den Nacken gesetzt.

Um Isco vom FC Malaga hatten sich viele europäische Top-Klubs gerissen, auch Borussia Dortmund war wohl interessiert. Der Verlockung aus Madrid konnte der Edeltechniker aber nicht wiederstehen.

Nach Madrid ist er bestimmt nicht gekommen, um den anderen Stars von der Bank aus zuzuschauen. Da sich in Alt-Star Kaka, ein ausgeweisener Lieblingsschüler von Neu-Coach Ancelotti, wieder Chancen auf mehr Einsätze ausrechnet und Real weiter am Mega-Transfer von Tottenhams Gareth Bale arbeitet, werden die Plätze neben dem gesetzten Superstar Cristiano Ronaldo in der Offensivreihe rar.

Letzter US-Test gegen Inter

Die beiden deutschen Madrid-Legionäre müssen also in der Vorbereitung auf sich aufmerksam machen, um Ansprüche anmelden zu dürfen.

Gegen Chelsea standen Khedira und Özil in der Startelf. Zum Abschluss der US-Vorbereitungs-und Promotion-Tour gegen Inter Mailand müssen sie nachlegen.

Sonst haben sie bald mehr Zeit zur Entspannung, als ihnen lieb ist.

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