Der Medienhype nach Beckhams Debüt in Paris kennt keine Grenzen. Der Superstar spielt 15 Minuten für PSG und klagt über kalte Füße.

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Paris/Berlin - Selbst der sonst so umjubelte schwedische Superstar Zlatan Ibrahimovic hatte gegen David Beckham keine Chance:

Mit seinem Debüt für den französischen Tabellenführer Paris St. Germain stahl die englische Fußball-Ikone nicht nur seinem prominenten Teamkollegen die Schau, sondern sorgte in der französischen Hauptstadt fast kollektiv für Verzückung.

Der 37-Jährige selbst kämpfte beim 2:0-Erfolg gegen den Erzrivalen Olympique Marseille vor allem mit seinen kalten Füßen.(DATENCENTER: Ligue 1).

"Ich konnte sie nicht spüren, sie waren gefroren", sagte Beckham, der bei eisigen Temperaturen und Schneefall 75 Minuten auf der Bank ausharren musste: "Ich war sehr nervös, es war schon Druck da. Es war mein erstes Spiel, ein spezieller Moment und ein wichtiger Sieg."

400. Erstligaspieler bei PSG

Zumindest von der Nervosität war nach den 90 Minuten nicht mehr viel übrig. Stilecht in Maßanzug und mit perfekt sitzender Frisur trat Beckham vor die knapp 50 wartenden Journalisten.

Es war vielleicht der anstrengendste Teil für den ehemaligen englischen Nationalmannschaftskapitän.

Denn bei seinen etwas mehr als 15 Minuten auf dem Feld hatte Beckham ein solides Debüt gegeben.

Unauffällig würde man es nennen - wäre es nicht Beckham gewesen, der im Schneetreiben als 400. Erstligaspieler das Trikot des Scheichklubs trug.

Vorlage für Ibrahimovic

Selbst bei seinen ersten beiden Kurzpässen klatschten die meisten der 45.000 Zuschauer begeistert Beifall.

Mit einem schönen Außenristpass leitete der Altstar dann in der Nachspielzeit das 2:0 durch Ibrahimovic ein.

Auch Beckhams Ehefrau Victoria schien trotz der kalten Temperaturen zufrieden mit dem Auftritt ihres Mannes.

Medienhype um "Le Spice Boy"

Dem Kurzauftritt vorausgegangen war selbst ein für die Weltstadt Paris ungewöhnlicher Medienhype.

Und kein Vergleich zu der ebenfalls großen Hysterie um den Transfer von Ibrahimovic vor der Saison.

Seitdem "Le Spice Boy" in Paris residiert, gibt es fast kein anderes Thema mehr.

Auch weil "Becks" seine Millionengage einem guten Zweck spendet, sind die Franzosen begeistert. Die Paparazzi haben Hochkonjunktur, jeder Auftritt des Mittelfeldspielers wird minutiös dokumentiert. David und Victoria beim Sightseeing, beim Restaurantbesuch oder Shoppen: Fast nichts bleibt verborgen.

Suite kostet 14.800 Pfund pro Nacht

So weiß die Öffentlichkeit dann auch, dass Beckhams Imperial Suite im Fünf-Sterne-Hotel Bristol 14.800 Pfund pro Nacht kostet.

Auch das im hoteleigenen Drei-Sterne-Restaurant das Pot-au-feu mit schwarzen Trüffeln, ein traditioneller nordfranzösischer Eintopf, 110 Euro kostet, wurde schon thematisiert.

Direkt vor dem Sieg gegen Marseille, mit dem PSG drei Punkte Vorsprung vor Olympique Lyon hat und weiter dem ersten Meistertitel seit 1994 entgegenstrebt, nahm die Berichterstattung dann fast groteske Züge an.

Die Boulevardzeitung "Le Parisien" nannte die Begegnung im Vorfeld "Ein Spiel wie kein anderes" und widmete der wohl prominentesten Fußballer-Ehe gleich die ersten vier Seiten.

Rekordquoten im TV

Selbst die renommierte Tageszeitung "Le Monde" sparte nicht mit Elogen auf den prominenten Gast: "Er ist wie George Best - nur ohne den Alkohol, er hat das Genie von Paul Gascoigne - nur gepaart mit Freundlichkeit und besitzt die eiskalte Entschlossenheit von Kevin Keegan - nur wärmer."

Der übertragende Fernsehsender "Canal+" richtete für das Spiel sogar extra eine "Beckcam" ein - und verzeichnete Rekordquoten.

Am Mittwoch kommt es übrigens zur Revanche der beiden Klubs im französischen Pokal. Dort könnte Beckham seinen ersten Einsatz in der Startelf feiern.

Für die PSG-Besitzer aus dem Scheichtum Katar dürfte es aber ohnehin egal sein, ob der Superstar noch einmal mit eisigen Zehen zu kämpfen hat - denn in puncto Öffentlichkeitswirkung hat sich die Verpflichtung jetzt schon gelohnt.

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