Jermaine Jones (liegend) erreichte mit Schalke 04 vergangene Saison Platz 3 © getty

Nach fünf Siegen in Serie gibt es für den Ex-Bayern-Coach eine herbe Klatsche. Klinsmann sorgt mit einer Forderung für Kritik.

München/Landover - Der Höhenflug der Nationalmannschaft der USA unter Trainer Jürgen Klinsmann ist vorerst gestoppt.

Nach zuvor fünf Siegen in Serie unterlagen die US-Amerikaner am Mittwoch dem fünfmaligen Weltmeister Brasilien in Landover/Maryland 1:4 (1:2).

Überragender Mann auf dem Platz war dabei Brasiliens Supertalent Neymar.

Der 20 Jahre alte Spielmacher brachte sein Team in der 12. Minute per Handelfmeter in Führung und bereitete zudem die Treffer von Kapitän Thiago Silva (26.) und Außenverteidiger Marcelo (52.) vor.

Herculez Gomez hatte kurz vor der Halbzeit den zwischenzeitlichen Anschluss für die USA erzielt (45.). Stürmer Alexandre Pato sorgte kurz vor Spielende für die Entscheidung (88.).

"Vielleicht ein bisschen zu naiv"

Klinsmann kritisierte seine Elf um Kapitän Jermaine Jones von Schalke 04 als "vielleicht noch immer ein bisschen zu naiv. Vielleicht wollten wir dem Gegner nicht weh tun, aber das ist es doch, was wir tun müssen." Seine Spieler müssten "hässlicher" (englisch: "nastier") spielen.

[kaltura id="0_ulohy1oc" class="full_size" title="Neymar Show gegen die USA"]

"Wir hätten ihnen häufiger auf die Zehen steigen, sie mehr frustrieren müssen", fuhr Klinsmann fort.

Für seine Wortwahl handelte er sich heftige Kritik des Fachblatts "Soccer America" ein. "Nasty" bedeute "schmutzig, unanständig, schamlos, hochgradig widerlich, teuflisch und boshaft", schrieb ein Kommentator, und das sei "das Abstoßendste, das ich jemals von einem Coach der US-Nationalmannschaft gehört habe. Das ist schlicht nicht die Art, in der wir die USA spielen sehen wollen."

US-Boys: Fortschritte unter Klinsmann

Eigentlich, fuhr der Kommentator fort, habe er Klinsmann loben wollen für die Fortschritte, die die US-Boys unter dessen Leitung gemacht hätten. "Nie zuvor haben die USA gegen Brasilien so viele Chancen kreiert", hieß es.

Der Deutsche habe Angriffsfußball spielen lassen gegen einen Gegner, gegen den sich die meisten anderen Trainer eingegraben hätten.

"Diese Vorstellung macht Mut für die Qualifikation. Sie haben nicht verloren, weil sie nicht hässlich genug waren. Und so sollten sie auch nicht versuchen zu gewinnen."

Vor dem Start in die Qualifikation für die WM 2014 in Brasilien am 8. Juni gegen Antigua und Barbuda testen die USA am 3. Juni gegen Nachbar Kanada.

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