Robinho erzielte in der abgelaufenen Saison zehn Liga-Tore für Real Madrid © getty

Während Hleb bei Barca unterschreibt, geht das Tauziehen um Robinho und Ronaldo eine Runde weiter: Die internationale Wechselbörse

München - Chelsea dementiert sein Mega-Angebot für Madrids Robinho - Reals Präsident kommentiert die Summe trotzdem.

Britische Medien berichteten, die "Blues" hätten Real Madrid 60 Millionen Euro Ablöse für den brasilianischen Stürmer geboten. Zwar hat Chelsea dieses Angebot bestritten, Reals Präsident Ramon Calderon machte aber vorsichtshalber deutlich, dass ihm die Offerte ohnehin zu niedrig ist.

"Ich denke, dass er mehr als 60 Millionen wert ist", sagte er bei "ESPN", "es gibt nur wenige Spieler wie ihn."

Robinho schwärmt

Eine Entwicklung, die Robinho nicht gefallen dürfte, will der 24-Jährige doch unbedingt nach London, um dort unter Neu-Trainer Luiz Felipe Scolari zu trainieren.

"Es wäre ein Traum für mich, mit ihm zu arbeiten", schwärmte er, "Scolari ist einer der besten Trainer der Welt."

Was Robinhos aktueller Trainer Bernd Schuster von so viel Zuneigung zum Chelsea-Coach hält, ist nicht bekannt. Calderon dagegen stellte klar: "Es gibt nichts Neues zum Thema Robinho, uns gegenüber hat er gesagt, dass er sich darauf freut, bei uns weiterzumachen."

Ronaldo doch bald "königlich"?

Neues gibt es dafür im Kampf um Cristiano Ronaldo. Über den Verbleib des Superstars bei Manchester United ist offenbar noch nicht das letzte Wort gesprochen.

Nach Meldungen der "Marca" hat ManU-Besitzer Malcolm Glazer seine Bereitschaft signalisiert, sich mit Real Madrid an den Verhandlungstisch zu setzen.

Calderon hält sich bedeckt. Auf das Rekord-Angebot von 100 Millionen Euro angesprochen wiegelte er ab: "Wir können gar nichts bezahlen, weil es sich um einen Spieler handelt, der nicht auf dem Markt ist".

Sneijder braucht Ronaldo nicht

Als Resignation ist das allerdings nicht zu verstehen. "Es ist jetzt eine Sache zwischen Manchester und dem Spieler. Wenn er weg will, werden wir so lange auf der Hut sein, wie es sich um vernünftige Summen handelt", fügte Calderon hinzu.

Geht es nach Madrids Mittelfeldmann Wesley Sneijder, sollte Ronaldo besser bleiben, wo er ist. "Dieses Real Madrid braucht keine Neuverpflichtungen", sagte der Niederländer der "Sun".

Zudem fürchtet er um den Betriebsfrieden innerhalb des Teams: "Ronaldo würde mehr verdienen als der Rest des Kaders - einigen Spielern würde das nicht gefallen."

Hleb-Wechsel zu Barca perfekt

Der Transfer von Alexander Hleb zum FC Barcelona ist perfekt. Der Weißrusse unterschrieb am Mittwoch einen Vierjahresvertrag bei den Katalanen.

Die Ablöse für den ehemaligen Stuttgarter liegt bei rund 15 Millionen Euro.

Gegenüber "Barca-TV" sagte Hleb, dass für ihn "ein Traum in Erfüllung" gehe. "Ich liebe diesen Verein und werde mein Bestes geben", sagte er weiter.

Drogba will sich entscheiden

Chelsea-Stürmer Didier Drogba hat sich selbst ein Ultimatum gestellt: In den kommenden zehn Tagen wird er über seine Zukunft entscheiden.

"Wenn in dieser Zeit nichts passiert, bleibt er bei Chelsea und verlängert seinen Vertrag um zwei Jahre", sagte sein Berater Thierno Seydi.

Zuletzt hatten der FC Barcelona, der AC Mailand und Inter Mailand Interesse an dem Ivorer bekundet.

Fans sammeln Geld

Drogbas ehemaliger Klub Olympique Marseille schloss sich den Bewerbern eher unfreiwillige durch eine Initiative der eigenen Fans an.

Diese riefen dazu auf, 28 Millionen Euro Ablöse bereitzustellen, um den Stürmer vier Jahre nach seinem Wechsel auf die Insel zurückzuholen.

Die Chancen stehen allerdings nicht besonders gut. "Marseille hätte Probleme, den Transfer und das Gehalt zu bezahlen", sagte Seydi. Sein Klient habe die Aktion aber als "sehr bewegend" empfunden.

Katrin Freiburghaus