Der BFC Dynamo tat lange zu wenig gegen das negative Image. Jetzt scheint ein Umdenken einzusetzen. Auch sportlich läuft es besser.

Friedlich, sympathisch, erfolgreich.

Mit solchen Attributen wurde der BFC Dynamo bislang nicht bedacht. Der frühere Seriensieger der ehemaligen DDR-Oberliga gilt seit der Wiedervereinigung als Hort für unverbesserliche Hooligans und rechtsradikales Gedankengut.

Entsprechende Vorbehalte gegen den gesamten Verein wurden durch den laschen Umgang mit den gewaltbereiten Anhängern immer wieder bedient.

Vor gut zwei Jahren fanden die Vorurteile wieder einmal ihre Bestätigung. Unmittelbar nach dem Erstrunden-Spiel im DFB-Pokal gegen Kaiserslautern gingen wild gewordene BFC-Hooligans auf die Gäste-Anhänger los und prügelten auf sie ein. Mehrere Fans wurden verletzt.

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Im Nachhinein wurde bekannt, dass ihnen dafür von einigen Berliner Ordnungskräften im wahrsten Sinne des Wortes Tür und Tor geöffnet wurden.

Es waren nicht die ersten erschütternden Szenen bei einem Spiel des BFC, doch sie haben offensichtlich endlich zu einem Umdenken bei den Verantwortlichen geführt.

In dieser Saison erreichte die Mannschaft wieder die erste Hauptrunde im DFB-Pokal, wieder zog der Verein vom Stadion im Sportforum in den größeren Jahn-Sportpark um, und mit dem VfB Stuttgart kam wieder ein attraktiver Gegner nach Berlin.

Trotz der 0:2-Niederlage durften sich am Ende auch die Berliner als Sieger fühlen.

Auch wenn wieder einige angsteinflößende Gestalten in "Pitbull"-T-Shirts den Weg ins Stadion fanden, blieben die befürchteten Gewaltexzesse diesmal aus. Zum einen wechselte der Klub den Sicherheitsdienst, zum anderen stimmte er sich enger mit der Polizei ab.

Im Spiel ließen sich die Fans auch nicht von Feuerwerkskörpern aus der VfB-Kurve provozieren und reagierten mit einem Pfeifkonzert.

Auch sportlich scheint die Truppe des türkisch-stämmigen Trainers Volkan Uluc auf dem richtigen Weg zu sein. Nach acht Spieltagen führt der BFC die fünftklassige Oberliga ungeschlagen mit vier Punkten Vorsprung an.

Der Aufstieg ist das erklärte Ziel. Er wäre, abgesehen von den Teilnahmen am DFB-Pokal, der größte Erfolg seit der Wende. In der Regionalliga kämen dann "alte Bekannte" wie Jena, Magdeburg oder Zwickau ins Sportforum.

In diesen Spielen kann dann nicht nur die Mannschaft die gestiegene Reife unter Beweis stellen.

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