Jens Lehmann spielte von 1998 bis 2008 für die deutsche Nationalmannschaft © imago

Der Ex-Nationalkeeper will Doping unter Umständen erlauben. Weitsprung-Star Bayer zweifelt bei SPORT1 an Lehmanns Moral.

München - Mit seinen Vorschlägen zur Dopingfreigabe hat sich Jens Lehmann eine Menge Gegenwind eingehandelt.

"Daran sieht man mal, dass die Moral der meisten Menschen sehr fragwürdig ist", schrieb Weitsprung-Europameister Sebastian Bayer bei "Twitter" an SPORT1.

Nur wenig später meldete sich auch Sprinter Julian Reus mit völligem Unverständnis zu Wort.

"Doping zur Beschleunigung des Heilungsprozesses? Damit wird nur eine neue und unnötige Grauzone geschaffen! Athleten werden zwischen den WK's verletzt sein, um dann legal zu dopen! Auch mal daran gedacht?", schrieb der Deutsche Meister über 100m und 200m bei "Twitter":

"Verbotene Mittel zur Regeneration soll kein Doping sein? Also auch den Ball mit der Faust ins gegnerische Tor?"

Lehman in Schusters Kerbe

Lehmann hatte bei "Sport Bild" gesagt, dass er "eine Dopingfreigabe innerhalb bestimmter Grenzen für diskussionswürdig" halte.

Ähnlich wie zuvor Malaga-Trainer Bernd Schuster sprach sich der ehemalige Nationaltorhüter dafür aus, für Fußballer den Gebrauch von Dopingmitteln zu legalisieren, sofern sie der bloßen Rehabilition dienen.

"Wenn das technisch möglich ist, sollte man versuchen, diese Mittel nur für Maßnahmen zu erlauben, die den Heilungsprozess beschleunigen", regte der 43-Jährige zuvor in der "Sport Bild" an.

Es geht auch ums Geld

Lehmann sagt, dass jeder Profi versuche, "die maximal mögliche Leistung aus seinem Körper herauszuholen" und "seine Leistungsfähigkeit zu verbessern, ob das nun legal oder illegal nach den Vorschrift der World Anti Doping Agency (Wada) ist".

Lehmann folgert daraus, dass es diskussionswürdig sei, "einem verletzten Profi zu verbieten, während der Rehabilitationszeit leistungsfördernde Substanzen zu nehmen (...), da man ihm damit die Möglichkeit nimmt, möglichst schnell wieder fit zu werden und somit Geld verdienen zu können".

"Gute Besserung"

Allerdings schränkt Lehmann ein: "Sollte durch die Einnahme eine vorteilhafte Langzeitwirkung erzielt werden können, muss man sie ausschließen."

Grünen-Politiker Daniel Mack zweifelt angesichts dieser fragwürdigen Aussagen an Lehmanns Gesundheitszustand.

"Heilungsprozesse. Ja, ich wünsche Jens Lehmann auch gute Besserung", gab der 26-Jährige Lehmann via "Twitter" einen Seitenhieb.

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