Dresden will mit einer pfiffigen Idee dem Ausschluss aus dem DFB-Pokal trotzen und erfindet den Pokal-Wettbewerb der DDR neu.

Ja, ja. Pokalspiele haben ihre eigenen Gesetze.

Von wegen: Auch bei den angeblich so ominösen Begegnungen um alles oder nichts gewinnt am Ende die Mannschaft, die mehr Tore geschossen hat - und sei es erst nach Elfmeterschießen.

So ist es zumindest bisher gewesen, bis sich Dynamo Dresden seinen eigenen Cup-Wettbewerb ausgedacht hat.

Dabei handelt es ich aber nicht um einen der inflationären Kicks zur Selbstbeweihräucherung mancher Sponsoren.

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Nein, der sächsische Zweitligist hat den Pokal-Wettbewerb des untergegangenen Arbeiter- und Bauernstaates wieder zum Leben erweckt.

Doch wer glaubt, das geschieht aus rein (n)ostalgischen Bewegründen, der irrt gewaltig.

Auch Dynamo will mit seinem Pokal Geld verdienen. Das Geld, das den Dresdnern in dieser Saison durch die Lappen geht, weil sich manche Krawallbrüder bei den Auswärtsspielen der Sachsen in den vergangenen beiden Jahren nicht als pokalwürdig erwiesen haben.

Bekanntlich sperrte der DFB Dynamo aus dem nach ihm benannten Wettbewerb aus. Was wiederum Dynamo dazu veranlasste, den alten FDGB-Pokal wieder auszuspielen.

In diesem Fall stehen die vier Versalien nicht, wie noch zu alten DDR-Zeiten, für den Freien Deutschen Gewerkschaftsbund, sondern für die unverblümte Aufforderung an die wahren Fans: "Für Dynamo Geld Blechen".

Mit diesem Titel ist der Einfallsreichtum der Dresdner aber noch nicht erschöpft. Und hier kommen jetzt die Gesetzmäßigkeiten ins Spiel, die Dynamo tatsächlich aus den Angeln hebt.

Denn: Dynamo gewinnt immer, auch wenn auf der Anzeigetafel etwas anderes zu lesen ist. So geschehen schon beim ersten Pokal-Auftritt der Schwarz-Gelben Anfang August im Achtelfinale gegen Hull City.

Der Aufsteiger in die Premier League schied mit einem 1:0-Sieg aus, die Dresdner sind dagegen eine Runde weiter.

Mit dem eigenen Cup-Wettbewerb wollen sie gegen den ihrer Meinung nach unberechtigten Ausschluss aus dem DFB-Pokal protestieren und zeigen, dass sie trotzdem zu ihren Einnahmen kommen.

Diese Rechnung geht aber erst einmal nicht auf. Nur 6400 Zuschauer sahen den Kick gegen Hull City. Die "Sächsische Zeitung" vermutet, dass Dynamo damit ein sattes Minus im fünfstelligen Bereich erwirtschaftet hat.

Vielleicht aber wirft ihr FDGB-Pokal nach dem Endspiel am ersten Februar-Wochenende ja doch noch einen kleinen Gewinn ab. Immerhin sind den Dresdnern - inklusive Finale - noch drei Heimspiele sicher. Dafür haben sie mit ihren eigenen Gesetzen schon gesorgt.

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