Chemnitz wird wegen seiner Neuzugänge und seines Trainers der Aufstieg zugetraut. Der Saisonauftakt geht allerdings daneben.

Man liegt sicherlich nicht ganz falsch, wenn man die noch junge Dritte Liga auch als Ost-Liga bezeichnet.

In den ersten drei Jahren seit ihrer Gründung 2008 haben immerhin vier Vereine aus der ehemaligen DDR den Aufstieg in die Zweite Liga geschafft: Union Berlin, Erzgebirge Aue, Hansa Rostock und Dynamo Dresden.

Seit dem sächsisch-hanseatischen Doppelschlag vor zwei Jahren aber müssen die Ost-Klubs den anderen Vereinen den Vortritt lassen.

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In dieser Saison soll sich das wieder ändern, auch wenn natürlich kein Verein sich selbst als Aufstiegsfavorit bezeichnen will. Da macht der Chemnitzer FC keine Ausnahme. Doch den Himmelblauen ist der Sprung in Liga zwei allemal zuzutrauen.

Offiziell heißt es von den Chemnitzern, wir wollen die Vorjahresplatzierung verbessern. Da landeten sie auf Platz sechs. Mit Rang fünf wäre man also zufrieden? Kaum zu glauben, wenn man sich schon als Dritter für die Relegationsspiele qualifizieren könnte.

Den Kader für eine vordere Platzierung haben die Westsachsen, die seit 2001 nicht mehr in der Zweiten Liga vertreten waren.

Mit Anton Fink haben sie den Top-Stürmer der Drittliga-Geschichte in ihren Reihen. 57 Tore erzielte er in dieser Spielklasse bereits, in der vergangenen Saison wurde er - wie schon 2008/09 - Torschützenkönig.

Dazu holten sie mit Marc Hensel aus Aue einen erfahrenen Zweitliga-Spieler und mit Ronny Garbuschewski den verlorenen Sohn von Fortuna Düsseldorf zurück.

Der Mittelfeldspieler war einer der Helden der Drittliga-Aufstiegsmannschaft 2011, konnte sich aber in der vergangenen Saison in der Bundesliga nicht durchsetzen. Deshalb kehrte er für eine fünfstellige Summe zum DDR-Meister von 1967 zurück.

Doch die Euphorie in und um Chemnitz ist nach den ersten beiden Spielen erst einmal verflogen, was auch mit dem Heimkehrer zu tun hat. Gleich zum Auftakt gegen den VfL Osnabrück flog Garbuschewski nach einer Gelb-Roten Karte vom Platz. Der CFC verlor mit 0:3 und fand sich am Tabellenende wieder.

Im zweiten Spiel bei der SpVgg Unterhaching fehlte den Chemnitzern eine Minute, um die Auftaktpleite wieder gut zu machen. Nach der frühen Führung von Josef Cinar fingen sie sich kurz vor dem Abpfiff noch den Ausgleich.

Nicht nur für Trainer Gerd Schädlich fühlte sich dieses Unentschieden wie eine Niederlage an. Denn seine Spieler hatten es versäumt, schon in der ersten Halbzeit alles klar zu machen.

Dass die Chemnitzer lange im Tabellenkeller ihr Dasein fristen, ist jedoch nur schwer vorstellbar. Dafür wird nicht zuletzt Coach Schädlich sorgen, der sich in Sachsen den Ruf eines Aufstiegstrainers erarbeitet hat.

1994 stieg er mit dem FSV Zwickau in die Zweite Liga auf, 2003 schaffte er das Kunststück mit Aue. Es wäre also wieder mal an der Zeit ...

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