Rudi Völler wirft der Schweiz den "beschissensten Tatort aller Zeiten" vor. Kommissar Flückinger reagiert mit einer Wutrede.

"Ich gucke in die Programmzeitung und sehe: Schweizer Tatort. Komm, dachte ich, gibst du den Schweizern eine Chance. Und dann setze ich mich vor den Fernseher und sehe, das können sie ruhig so schreiben, den beschissensten Tatort aller Zeiten. Was für ein traumhaftes Wochenende." - Rudi Völler

Spätestens, als ich in der "Süddeutschen Zeitung" diese Worte las, war mir klar: Die Sonntagabendunterhaltung steckt in der Krise.

Ich musste reagieren. Ich rief Kommissar Reto Flückinger an und bat um einen Gesprächstermin, um ihn mit Völlers Vorwürfen zu konfrontieren.

[image id="7c411405-63f1-11e5-acef-f80f41fc6a62" class="half_size"]

Voller Begeisterung hat er sofort abgesagt. Das Gesprächsprotokoll:

Reto Flückinger (plötzlich in Rage): "Das, was der Völler da gesagt hat, das ist schon 'ne Sauerei! Sonntagabendunterhaltung? Da soll der Völler doch zu 'Wetten dass' gehen und den Lanz ablösen."

SPORT1: "Was meinen Sie damit genau?"

Flückinger: "Das mit dem beschissensten Tatort aller Zeiten, was der Völler gesagt hat; wenn ich das schon höre: Beschissenster Tatort, beschissensterer Tatort und noch beschissensterer Tatort! Ich kann diesen Scheißdreck nicht mehr hören."

SPORT1: "Völler hat dem Schweizer Tatort inzwischen ja auch mit der Kavallerie gedroht..."

Flückinger: "So ein Käse, ich lass mir das nicht mehr bieten. Solche Sachen wie die vom Völler."

SPORT1: "Nun, Flücki, ich bin nicht der Rechtsbeistand vom Kollegen Völler, ich bin Journalist! Ich stand mit dem Götz George hinterm Sofa die erste Hälfte, und wir waren uns einig, dass das ein statischer Tatort ist."

Flückinger: "Käse. So einen Käse will ich nicht mehr hören. So'n Scheiß! Das ist das Allerletzte. Wechselt den Beruf, das ist besser. Ich brauch das ja nicht: 'Flücki, du bist der Beste, 'Flücki, du bist der Schönste' - das brauch ich alles nicht."

SPORT1: "Für die Kritik ist doch Ihr Drehbuchautor der eigentliche Ansprechpartner!"

Flückinger: "Wir hatten hier den ersten Tatort nach der Sommerpause! Da sollen wir hier herkommen und die anderen Sendungen einfach mal wegputzen, oder? So ein Mist. Klar ist, dass vom Tatort ein Tick mehr kommen muss. Aber der Scheiß, der da immer gelabert wird. Da sollten sich wirklich alle mal Gedanken machen, ob wir in Zukunft so weitermachen können. Immer diese Geschichte. Alles in den Dreck ziehen, alles runterziehen. Ich halte das nicht mehr aus, ich bin keiner, der hier an seinem Sessel festklebt wie der Ehrlicher oder Bienzle früher. Ihr müsst doch mal endlich vom hohen Ross runterkommen, was ihr euch immer alle einbildet, was wir für einen Krimi in Deutschland senden müssen. Was hat denn der Manfred (Manfred Krug, d. Red.) früher für einen Scheiß ermittelt? Standkriminalistik war das doch früher. Alles in den Dreck zu ziehen ist für mich unterste Schublade."

SPORT1: "Ich verstehe die Schärfe nicht ..."

Flückinger: "Ja, du bist ja auch nicht gemeint. Du sitzt hier locker und in aller Ruhe und hast schon drei Weizenbier getrunken."

SPORT1: "In Ismaning gibt es gar kein Weizenbier, wir können auch nachher gemeinsam zur Dopingprobe gehen. Ich weiß nicht, ob wir jetzt in diesem Stil weitermachen sollen. Schalten wir doch mal Manfred Krug zu, was er dazu zu sagen hat."

Manfred Krug: "Es stimmt, dass wir früher auch schlecht ermittelt haben. Wir haben dann auch zehn Klassefolgen nacheinander abgeliefert. Aber so eine Anhäufung, wie sie jetzt die Schweizer Mannschaft abliefert, gab's bei uns nicht. Ich kann nur begrüßen, dass Frau Leutheusser-Schnarrenberger jetzt den Ankauf von Schweizer Tatorten verbieten lassen will."

Flückinger: "Die zehn überragenden Tatorte hintereinander will ich aber gesehen haben. Das muss vor dem Zweiten Weltkrieg gewesen sein! Wenn ich mich gegen sowas nicht wehre, bin ich untragbar. Das mit dem Weizenbier nehme ich zurück, sonst nichts."

Weiterlesen