Der Hallesche FC verlor in der Regionalliga-Saison kein einziges Heimspiel © getty

Der Traditionsklub aus Sachsen-Anhalt überwindet mit dem Drittliga-Aufstieg eine lange Durststrecke. Der Favorit trauert.

Halle - Bierduschen für Trainer und Manager, Riesenjubel bei den Fans und pure Erleichterung bei den Spielern:

Der Hallesche FC hat nach 18-jähriger Abstinenz ausgelassen seine Rückkehr in den Profifußball gefeiert.

Der Traditionsklub aus Sachsen-Anhalt schaffte mit einem 0:0 gegen die erneut gescheiterte Millionentruppe von RB Leipzig am letzten Spieltag den Aufstieg in die 3. Liga und sicherte sich die Meisterschaft in der Regionalliga Nord.

"Es ist eine Sensation, dass wir mit unserer Mannschaft aufsteigen und uns gegen so übermächtige Gegner wie RB Leipzig durchsetzen konnten", sagte Mittelfeldspieler Maik Wagefeld.

Präsident überwältigt

Und auch HFC-Präsident Michael Schädlich war überwältigt: "Ich bin kurz davor sprachlos zu sein. Wir haben zehn Jahre daraufhin gearbeitet, dieses Gefühl kann man sich durch nichts erkaufen. Ich bin einfach nur glücklich."

15.000 Fans feierten im nagelneuen heimischen Stadion die Krönung einer überragenden Saison. Mit am Ende 77 Punkten setzte sich der Hallesche FC vor Holstein Kiel (75), die zeitgleich mit 1:4 bei Wolfsburg II unterlagen, und Leipzig (73) durch.

"Unser Dank gilt natürlich auch Wolfsburg, die unseren Aufstieg so erst möglich gemacht haben", sagte Trainer Sven Köhler: `Es ist einfach schön, wenn man sieht, wo man nächstes Jahr Fußball spielt. Aber man muss das alles erstmal sacken lassen."

Kurzes Zweitliga-Gastspiel

In der Saison 1991/1992 hatte Halle das bisher einzige Jahr in der 2. Bundesliga gespielt, anschließend verschwand der frühere DDR-Oberligist weitestgehend von der Bildfläche.

Der Aufstieg ist nun vor allem deswegen so bemerkenswert, weil der HFC mit kleinem Budget und einer verschworenen Truppe den Ligafavoriten aus Leipzig von Red-Bull-Besitzer Dietrich Mateschitz überflügeln konnte.

"Mit uns hat vor der Saison niemand gerechnet", sagte Wagefeld: "Das macht alles so schön."

"Immer zusammengehalten"

"Wir haben einfach alles gegeben, immer zusammengehalten", sagte Torhüter Darko Horvat. Der 39 Jahre alte Routinier hofft, dass es so ähnlich auch nächste Saison in der 3. Liga weitergeht:

"Ich freue mich sehr für die Fans und die ganze Stadt, sie mussten sehr lange auf diesen Tag warten. Ich hoffe, dass die Euphorie bleibt."

Katerstimmung in Leipzig

Während in der Kabine des Halleschen FC nach dem Abpfiff Sekt und Bier im Strömen flossen, herrschte bei RB Katerstimmung. Trainer Peter Pacult gratulierte zwar artig zur Meisterschaft, doch der Frust über den erneut verpassten Sprung ins Profigeschäft dürfte bei den Leipzigern tief sitzen.

Auch in der kommenden Saison wird es in der WM-Arena von 2006 das dritte Jahr in Folge nur Viertliga-Fußball zu sehen geben.

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