Rafael van der Vaart kam 2005 aus Amsterdam zum HSV © getty

Rafael van der Vaart dementiert den sofortigen Wechsel zu Real Madrid. Generell schloss der Niederländer einen Abschied aber nicht aus.

Hamburg - Er ist braungebrannt und offensichtlich gut erholt, Rafael van der Vaart weiß die Vorzüge von Spanien durchaus zu schätzen.

Nach seinem Urlaub unter iberischer Sonne trat der Mittelfeldstar am Freitag seinen Dienst beim Fußball-Bundesligisten Hamburger SV an und sah sich sofort wieder von Fragen nach seiner Zukunft bedrängt.

Am Donnerstag hatte die Zeitung Marca in großer Aufmachung seine Einigung mit dem spanischen Meister Real Madrid gemeldet. Fünf Jahre Vertrag sollten es sein, bis zu 20 Millionen Euro Ablöse seien die "Königlichen" bereit zu zahlen, in den nächsten Tagen werde der HSV kontaktiert.

"Stimmt alles nichts"

Am Freitag folgte nach dem Training das Dementi des Spielers: "Ich habe diese Meldungen gecheckt, es stimmt alles nicht. Es gab keinen Kontakt mit Real. Ich gehe im Moment davon aus, noch ein Jahr beim HSV zu bleiben."

Bei den Hamburgern war bis Freitagmittag kein Fax aus der spanischen Hauptstadt eingegangen. "Es gibt so viele Geschichten", sagte Sportchef Dietmar Beiersdorfer, "mal ist es Atletico Madrid, dann Real, morgen kommt vielleicht ein italienischer Verein oder ein englischer."

Ausstiegsklausel für 2009

Die Situation liegt auch am Vertragswerk mit dem Niederländer.

Als van der Vaart im Sommer 2005 für viele völlig überraschend für 5,1 Millionen Euro von Ajax Amsterdam zum HSV wechselte, war die weitere Karriereplanung eigentlich schon vorgeschrieben: Vertrag bis 2010, Ausstiegsklausel für 1,5 Millionen Euro in 2009 - also Verkauf in 2008, wenn der HSV denn noch ordentlich kassieren will, zumal 20 Prozent noch an Ajax gehen.

"Es gab keinen Kontakt"

Ein Verkauf ist deshalb weiterhin ein Thema, zumal der HSV das Geld braucht, wenn er noch auf dem Transfermarkt tätig werden will.

Jedoch hat van der Vaart klar erklärt, dass er ausschließlich zu einem Top-Klub wechseln will. Real gehört in diese Kategorie selbstverständlich rein. "Es gab keinen Kontakt mit Real", sagte der Mittelfeldspieler, "in einer Woche kann natürlich noch viel passieren, aber im Moment habe ich das Gefühl, dass ich in Hamburg bleibe."

Lerby forciert Abschied

Berater Sören Lerby ist allerdings schon länger umtriebig dabei, seinen Schützling anzupreisen. Das Wechseltheater vom Vorjahr, als Spieler und Berater kurz vor Ende der Transferperiode am 31. August einen Wechsel zum FC Valencia erzwingen wollten, ist noch zu gut in Erinnerung.

Dies soll es in diesem Jahr nicht geben, beide Seiten wollen Planungssicherheit.

"Das war eine blöde Situation, das ist vorbei", sagt van der Vaart, "aber im Fußball kann man nichts ausschließen. Wenn am 31. August ein Angebot über 100 Millionen kommt, bin ich weg - ob ich will oder nicht." Das war als Scherz gemeint, trifft aber den Kern des Geschäfts genau.

Also werden die Gerüchte und Spekulationen weitergehen.

"Ich spiele gerne für den HSV"

Van der Vaart jedenfalls sieht die ganze Situation entspannt und mit einer inneren Freude. Er weiß, er persönlich kann nur gewinnen. Hamburg ist schön - "ich spiele gerne für den HSV" -, und wenn ein Wechsel erst im nächsten Jahr klappt, dann kassiert er zusätzlich ein fettes Handgeld.

Oder aber er ist noch vor dieser Saison weg, ab zu einem Top-Klub. "Das ist doch normal", sagt er, "so geht es im Fußball."