FIA-Präsident Jean Todt (r.) geht auf Konfrontationskurs zu den großen Teams © getty

Im Ringen um eine dringend nötige Kostenreduzierung in der Formel 1 ist der Automobil-Weltverband FIA auf Konfrontationskurs zu den großen Teams gegangen. Die jüngsten Sparvorschläge der Top-Rennställe um Red Bull, Ferrari und Mercedes seien "ein Witz", sagte FIA-Präsident Jean Todt am Rande des Großen Preises von Spanien.

"Die Budgets liegen zwischen 100 und 400 Millionen Dollar", sagte der 68-Jährige: "Die Vorschläge, mit denen sie glücklich wären, sehen Reduzierungen um zwei Millionen Dollar vor. Das ist lächerlich." Um die Zukunft der Königsklasse zu sichern, seien radikalere Kürzungen notwendig: "Wir müssen über Einsparungen von 30 bis 40 Prozent sprechen."

Ein solcher Schritt könnte für die Formel 1 überlebenswichtig sein, denn der Großteil der Teams arbeitet nicht kostendeckend. Um angesichts der Dominanz der Branchenführer annähernd konkurrenzfähig zu bleiben, gehen sie über ihre finanzielle Belastungsgrenze hinaus.

Um dieses Problem zu lösen, versucht die FIA seit Jahren, eine verbindliche Budgetobergrenze durchzusetzen. Dies war im April jedoch zum wiederholten Mal am Einspruch der großen Teams gescheitert. Daraufhin hatte der Weltverband Anfang Mai zum runden Tisch mit Todt, den Rennställen und Formel-1-Chef Bernie Ecclestone gebeten, um über alternative Möglichkeiten der Kostenreduzierung zu beraten.

In Todts Augen kann vor allem eine deutliche Reduzierung des Personals der Schlüssel sein. Bis zur Sitzung des World Motor Sport Council am 30. Juni wollen die Beteiligten nun Vorschläge für Regeländerungen erarbeiten. ´

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