Michael Schumacher hat sich trotz Ski-Helm bei seinem Sturz schwer verletzt © getty

Auch der beste handelsübliche Ski-Helm kann die lebensbedrohlichen Verletzungen, wie sie Michael Schumacher bei seinem folgenschweren Sturz am Sonntag erlitten hat, nicht verhindern.

"Das ist wie bei einem Airbag oder einem Sicherheitsgurt im Auto: Es hilft, es ist wichtig, darauf zurückzugreifen, aber es ist auch kein Freibrief", sagte Andreas König, Sicherheitsexperte im Deutschen Skiverband (DSV). Auch in diesem Fall gelte: "Hundertprozentige Sicherheit gibt es nicht."

Die Ärzte von Schumacher im Universitätsklinikum Grenoble sprachen am Montag angesichts der Verletzungen des Rekordweltmeisters der Formel 1 von einem "mächtigen Aufprall" bei hoher Geschwindigkeit".

Ein normaler Skifahrer, sagt König, sei mit etwa "40 bis 50 km/h" unterwegs. "Die haben sie schnell drauf, aber danach wird es schon sehr schwer, schneller zu werden."

Tempo 116, wie es die Abfahrer beim Weltcup-Rennen am Sonntag in Bormio in der Spitze erreichten, "schafft kein Normalskifahrer."

Ski-Helme seien für die Normal-Geschwindigkeiten ausgelegt, "mit Spitzenbelastungen bis 70, 80 km/h", erklärt König.

Dies reiche für einen Aufprall auf einer präparierten Piste, "aber wenn es blöd läuft, wenn ich einen starken Aufprall auf einem Baumstumpf oder einem Felsen habe, kann die Energie des Sturzes nicht zu hundert Prozent durch das Dämmmaterial im Helm aufgenommen werden."

Ohne den Ski-Helm, ließen die Ärzte in Grenoble durchblicken, wäre Schumacher wohl sofort tot gewesen.

Die gängigen Ski-Helme unterliegen dem Prüfverfahren EN 1077, sie werden dabei, wie etwa auch Fahrradhelme, mit einem Prüfkopf aus zwei Metern Höhe fallengelassen.

Im Normalfall reiche das aus, sagt König, allerdings könne ein Ski-Helm schon alleine durch das offene Gesichtsfeld keinen hundertprozentigen Schutz für den Träger gewährleisten - etwa bei einem seitlichen Aufprall, wie er nach Angaben der Ärzte in Grenoble bei Schumacher vorliegt.

Er sei auf die rechte Kopfhälfte gestürzt, sagten sie am Montag.

[kaltura id="0_4wot82hy" class="full_size" title="Schumachers Zustand sehr kritisch"]

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