Die Formel 1 trauert um ihren langjährigen Rennarzt Sid Watkins, der von 1978 bis 2004 offizieller Chefarzt der FIA für Formel-1-Rennen war.

Der Neurochirurg, der zahlreichen Fahrern durch seine schnelle Hilfe an den Rennstrecken das Leben gerettet hat, starb am Mittwoch im Alter von 84 Jahren.

"Ruhe in Frieden, Professor Sid Watkins. Schlechte Nachrichten für die, die zurückbleiben", erklärte Bruno Senna, dessen Onkel Ayrton Senna 1994 bei einem fatalen Crash in Imola ums Leben gekommen war.

Watkins, ein Liebhaber von Zigarren und Whisky, hatte sich damals unmittelbar nach dem Unfall um den Brasilianer gekümmert, mit dem ihn auch eine tiefe Freundschaft verband.

Watkins war damals an Sennas Seite, als dieser um sein Leben kämpfte. Später sagte Watkins zu den bewegenden Momenten, von Senna sei ein kleiner Seufzer gekommen.

Es sei spürbar gewesen, wie Sennas Seele aus dem Körper getreten sei. Wenige Stunden später war Senna tot.

Auf der gleichen Strecke war zuvor auch Sennas Landsmann Rubens Barrichello schwer verunglückt, kam aber mit einer gebrochenen Nase davon.

"Es war Sid Watkins, der mir in Imola das Leben gerettet hat. Er war ein großartiger Mensch, danke für alles, was du für uns getan hast", sagte Barrichello nach der Nachricht vom Tod von "Doktor Sid".

Untröstlich war auch McLaren-Chef Ron Dennis, jahrelanger Wegbegleiter und Freund von Sid Watkins:

"Heute hat der Motorsport einen seiner wahren Größen verloren. Nein, er war kein Fahrer. Und nein, er war auch kein Techniker. Er war ein Arzt, und ich glaube es ist fair zu sagen, dass er über viele Jahre mehr getan hat als jeder andere, um die Formel 1 so sicher zu machen, wie sie heute ist."

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