30 Jahre nach dem Tod von Gilles Villeneuve lebt der Mythos des kanadischen Ferrari-Stars in Italien weiter.

Am Montag drehte Villeneuves Sohn Jacques auf der Strecke in Fiorano erstmals überhaupt einige Runden mit dem 312 T4 seines legendären Vaters.

Gilles Villeneuve war am 8. Mai 1982 im Training zum belgischen Grand Prix in Zolder tödlich verunglückt.

"Gilles war ein außerordentlicher Mensch und Pilot. Er hatte ein unglaubliches Temperament", sagte Ferrari-Chef Luca di Montezemolo bei einer Gedenkzeremonie in Fiorano, bei der Villeneuves Witwe Joanna und Tochter Melanie ebenso anwesend waren wie Mechaniker und Ingenieure, die mit Villeneuve zusammengearbeitet hatten, sowie die aktuellen Ferrari-Piloten Fernando Alonso und Felipe Massa.

"Ferrari hat eine Geschichte und eine Tradition, die für uns von größter Bedeutung sind. Der Rennstall blickt stets nach vorne, vergisst aber nicht seine Vergangenheit", sagte Montezemolo.

In Modena weihte er die Ausstellung "Gilles Villeneuve, eine Legende" ein. Die Ausstellung zeigt drei von Villeneuves Formel-1-Autos sowie Helme, Anzüge und Bilder des Kanadiers. Auch dessen privater Ferrari 308 gehört zu den Exponaten.

Zu den Besonderheiten der Ausstellung in Modena zählt ein Strafzettel, den Villeneuve kurz vor seinem Tod im April 1982 von einem Polizisten in Imola wegen überhöhter Geschwindigkeit erhalten hatte.

Die Strafe betrug 12.000 Lire (ungefähr 120 Euro), die Villeneuve damals an Ort und Stelle zahlte. 16 Tage später starb er in Zolder.

Am 18. Januar 1952 in St. Jean geboren, wurde Villeneuve 1977 von seinem Kollegen James Hunt "entdeckt", der ihn zu McLaren vermittelte. Anschließend unterschrieb er bei Ferrari und blieb der Scuderia bis zu seinem Tod treu.

Er gewann sechs Grand Prix und wurde 1979 WM-Zweiter hinter seinem südafrikanischen Teamkollegen Jody Scheckter. Der Traum vom Titel ging für die Villeneuves erst in der nächsten Generation in Erfüllung: Jacques wurde 1997 Formel-1-Champion.

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