Jenson Button fährt seit 2010 für das britische Traditionsteam McLaren © getty

Vettel und Co. sehen nach den Tests die Pirelli-Pneus als dominanten Faktor. Ferrari hat noch viel Arbeit, Rosberg will rocken.

Von Felix Götz

München - Zwei von drei Testphasen sind beendet.

Vor dem Saisonstart am 17. März in Australien (Fr., 15. März, ab 6.30 Uhr LIVE im TV auf SPORT1) steht vom 28. Februar bis zum 3. März in Barcelona der dritte und letzte Test auf dem Programm.

Bei manchen Teams läuft es schon recht gut, andere haben noch das ein oder andere Problem zu lösen.

In einem Punkt sind sich fast alle einig: Die neuen Pirelli-Reifen werden wieder eine große Rolle spielen, die Abstimmung der Autos auf die Pneus zu finden ist eine wichtige und komplizierte Aufgabe ( 677815 DIASHOW: Die Tests in Barcelona ).

"Dieses Jahr werden die Reifen wieder ein entscheidender Faktor sein: Sie sind weicher und schneller, aber auch weniger konstant, und sie bauen mit jeder Runde rapide ab", sagte Ferrari-Star Fernando Alonso.

Doch neben den Reifen gibt es noch so manche Dinge bei den Top-Teams, die verbessert werden müssen - und einiges funktioniert bereits ziemlich gut. SPORT1 gibt einen Überblick.

Red Bull

Platz vier und ein zweiter Rang: So lautet die Ausbeute von Sebastian Vettel bei den Testfahrten auf dem Circuit de Catalunya. Überhaupt machte Red Bull einen ordentlichen Eindruck. "Ich bin sehr glücklich mit dem Auto", bilanzierte der Weltmeister.

So richtig zwickt es eigentlich nur an einer Stelle. Wie bisher alle Teams haben auch die "Bullen" Schwierigkeiten damit, ihren Boliden auf die neuen Pirelli-Reifen einzustellen. "Sie sind ein dominanter Faktor", meinte Vettel und bestätigte damit Alonsons Ansicht.

Das in Barcelona aufgetretene Software-Problem und ein zwischenzeitlicher Druckverlust können dagegen wohl als kleine Pannen abgetan werden.

Auch Mark Webber war mit seinem Auftritt und dem RB9 zufrieden. "Das Auto ist ein guter Fortschritt zu seinem Vorgänger. Die große Herausforderung für uns besteht darin, die Reifen zu verstehen", erklärte der Australier.

Ferrari

In Jerez hatte Alonso noch Felipe Massa und Pedro de la Rosa die Testarbeit überlassen, in Barcelona saß der Vize-Weltmeister selbst hinterm Steuer.

Der Spanier sicherte sich am dritten Tag auf weichen Reifen die Bestzeit, hinzu kamen ein dritter und ein fünfter Rang (DATENCENTER: Die Ergebnisse aus Barcelona).

"Wir haben noch eine Menge Arbeit vor uns, um auf die beste Balance des Autos zu kommen, aber das gilt für alle Teams", sagte Alonso.

Was der F138 tatsächlich drauf hat, ist derzeit noch nicht vorherzusagen. Bis zur dritten und letzten Testphase will die "Scuderia" nach eigenen Angaben noch deutliche Upgrades vornehmen.

McLaren

McLaren brannte in Barcelona die insgesamt schnellste Runde in den Asphalt. Sergio Perez umrundete den Kurs in nur 1:21.848 Minuten.

Insgesamt war es ein vielversprechender Auftritt für den Rennstall aus Woking, wenn auch Jenson Button in Sachen Speed deutlich hinter Perez zurücklag.

"Schwer zu sagen, wo das Auto steht. Manchmal fühlt es sich gut an, manchmal auch nicht", sagte Button. Und auch McLaren selbst versteht den MP4-28 noch nicht genau.

Manchmal ist der Speed da, dann wieder nicht. Deshalb soll bis zum Saisonstart vor allem an der Zuverlässigkeit des Autos gearbeitet werden.

Lotus

Kimi Räikkönen und Romain Grosjean beschwerten sich in der vergangenen Saison immer wieder darüber, dass ihre Boliden auf nasser Strecke nicht konkurrenzfähig seien.

Die Crew scheint auf einem guten Weg zu sein, dieses Problem zu lösen. "Das Auto funktioniert im Regen spürbar besser als letztes Jahr", freute sich Grosjean nach dem verregneten letzten Testtag in Katalonien.

Allerdings würde das Auto in langsamen Kurven nicht den besten Eindruck hinterlassen, kritisierten beide Piloten.

Ansonsten machte Lotus aber eine gute Figur, an drei von vier Tagen belegten Grosjean oder Räikkönen einen Platz unter den ersten Drei. Die Basis stimmt offenbar.

"Wenn man unsere Performance mit denen der anderen Teams vergleicht, dann sehen wir konkurrenzfähig aus. Es gibt also viele ermutigende Zeichen bisher", sagte Grosjean.

Mercedes

Je eine Tagesbestzeit für Lewis Hamilton und Nico Rosberg sprangen für Mercedes in Barcelona heraus. Die Performance des Boliden löste ein wenig Euphorie beim schwäbischen Rennstall aus.

"Ein Auto ohne größere Schwachstellen", erklärte Teamchef Ross Brawn. "Viel besser als im Vorjahr", meinte Rosberg. Hamilton lobte vor allem den Motor, bemängelte aber wie schon in Jerez den Abtrieb.

Eine weitere Sache bereitet Mercedes Sorgen. Der Coanda-Auspuff wirft noch immer zu viel Hitze auf Teile im Heck ab. Dadurch könnte es auch zu einer schnelleren Abnutzung der Pneus kommen.

Zu stimmen scheint derweil die Chemie zwischen Hamilton und Rosberg. Beide spielen angeblich sogar gemeinsam Gitarre, wobei der Brite besser sein soll.

"Ich will Rennen gewinnen und Gitarre spielen wie Keith Richards", nennt Rosberg mit einem Augenzwinkern seine Ziele für die kommende Saison.

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