Sebastian Vettel wurde 2010, 2011 und 2012 Weltmeister © getty

Der Champion zeigt, dass der Weg zum Titel auch 2013 nur über ihn führt. Er vergleicht sich mit Federer, bei Messi blockt er ab.

Barcelona - Sebastian Vettel lächelte die kleinen Probleme weg, flachste mit den Journalisten und strahlte weltmeisterliche Zuversicht aus.

Nach zwei Testtagen in Barcelona stapelte der Champion zwar gewohnt tief, doch in seinem neuen Red Bull RB9 hatte der Heppenheimer auf dem Circuit de Catalunya eindrucksvoll demonstriert, dass der Weg zum Titel im vierten Jahr in Folge nur über ihn führt. (BERICHT: Der zweite Tag in Barcelona)

"Wenn Roger Federer den Ball schlägt, sieht es auch einfach aus. Aber wenn man es selbst versucht, funktioniert es nicht", sagte Vettel auf die Anmerkung, bei ihm würde alles so einfach aussehen.

Einen Vergleich mit Weltfußballer Lionel Messi blockte der Vettel allerdings ab: "Es gibt sicherlich Fahrer im Feld, die größer sind als ich. Das ist aber die gleiche Ähnlichkeit zwischen uns beiden."

Angenehmes Understatement

Man könnte aber auch sagen: Vettel und Messi sind seit Jahren die Ikonen ihrer Sportarten und sammeln Erfolge wie andere Briefmarken.

Vereint sind sie zudem in einem angenehmen Understatement.

Auch in Barcelona war Vettel weit davon entfernt, Sprüche zu klopfen oder zum Lautsprecher zu werden. (DATENCENTER: Die Ergebnisse aus Barcelona)

Vettel lobt neuen Boliden

"Ich bin sehr glücklich mit dem Auto, mit der Balance, wie es sich anfühlt", lobte Vettel seinen neuen Boliden.

Genaue Prognosen wollte er trotzdem nicht abgeben.

"Es ist schwer zu sagen, wo wir stehen. Wie alle anderen kämpfen wir mit den Reifen, sie sind ein dominanter Faktor", sagte Vettel: "Wir müssen geduldig bleiben."

"Nicht allzu tragisch"

Geduld war zwischenzeitlich auch an den beiden Testtagen gefragt, nachdem am Dienstag ein Software-Problem den Red Bull gestoppt hatte und am Mittwoch nach einem zwischenzeitlichen Druckverlust letztlich eine nicht fest angezogene Radmutter den Tag frühzeitig beendete. ( 677815 DIASHOW: Die Tests in Barcelona )

"Die zwei, drei Dinge, die uns heute passiert sind, sind nicht allzu tragisch und nicht schwer zu beheben", sagte Vettel, "mal läuft es gut, mal weniger gut. Natürlich wären wir lieber mehr gefahren zum Schluss, aber da steckt man nicht drin."

Genauso wenig wie in den Autos und Köpfen der Konkurrenz.

Respekt vor Perez-Bestzeit

Die Bestzeit des Mexikaners Sergio Perez im McLaren am Mittwoch entlockte Vettel, der nur unwesentlich langsamer war, durchaus Respekt.

Überhaupt erwartet er, dass es wieder "sehr eng wird dieses Jahr", die Konkurrenten werden dieselben sein wie im Vorjahr.

Noch keine Konkurrenz ist derzeit US-Star Danica Patrick, die mit der Pole Position beim Daytona 500 wieder einmal die Diskussion über Frauen in der Formel 1 losgetreten hatte.

"Soll sie mal anklopfen"

"Ich wusste gar nicht, dass sie in die Formel 1 will. Die Möglichkeit gibt es immer, wenn jemand schnell ist sowieso. Soll sie mal anklopfen", sagte Vettel und fügte schmunzelnd hinzu:

"Hoffentlich nimmt sie nicht meinen Platz weg."

Nach den Eindrücken von Barcelona muss sich Vettel darum aber nun wirklich keine Sorgen machen.

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