Vettel führt die WM-Wertung mit vier Punkten Vorsprung auf Hamilton an © getty

Der Weltmeister könnte beim Europa-Auftakt mit einem revolutionären Update aufwarten. Sein Kollege hofft auf eine Wiederholung.

Von Tobias Wiltschek

München - Vor dem Europa-Auftakt stehen die "Bullen" wieder dort, wo sie sich am liebsten sehen.

Sebastian Vettel führt die Fahrer-Wertung an, und das Team grüßt bei den Konstrukteuren von der Spitze.

"Ich will natürlich die WM-Führung verteidigen", gab Vettel das Ziel für den Großen Preis von Spanien aus. Nach vier verschiedenen Siegern in den ersten vier Rennen wäre er der erste, dem das gelingt.

Die Vorzeichen dafür stehen günstig.

Erfolgreiche Tests

Die Testfahrten in Mugello Anfang Mai nutzte vor allem der Weltmeister, um sich noch besser auf sein Fahrzeug einzustellen (BERICHT: Weltmeisterliche Harmonie).

Auf die Frage nach konkreten Updates am RB8 gab er sich jedoch wortkarg. Es sei nicht viel verändert worden, meinte Vettel nur, ergänzte aber: "Das kommt erst in Barcelona." ( 552465 DIASHOW: Testfahrten in Mugello )

Auch Red-Bull-Berater Helmut Marko versprach für Barcelona "neue Teile". (BERICHT: In geheimer Mission zurück zu alter Stärke)

Spekulationen um Auspuff

Es ist also davon auszugehen, dass Vettels "Abbey" bis zum Rennen auf dem Circuit de Catalunya noch einmal einem kompletten Face-Lift unterzogen wird.

Schließlich hatte der Heppenheimer zu Beginn der Saison noch große Probleme, sie in den Griff zu bekommen.

Wie die Zeitung "Österreich" berichtet, kursieren sogar Gerüchte, wonach "Bullen"-Chefdesigner Adrian Newey mit einem revolutionären Auspuffsystem an Vettels Dienstauto wieder einmal ein Geniestreich gelungen sei.

Faktor Aerodynamik

Vettel hofft indes, dass sein RB8 in Barcelona vor allem in Sachen Aerodynamik auftrumpfen kann - und denkt dabei durchaus langfristig.

"Wenn die Aerodynamik eines Autos in Barcelona gut funktioniert, funktioniert sie überall gut", sagte der Titelverteidiger. Daran habe man bei den Tests in Mugello gearbeitet. Es seien aber noch Feinabstimmungen am Setup notwendig (SERVICE: Alle Resultate aus Mugello).

Bislang jedoch waren in den Rennen eher die Reifenperformance und die Tagesform der Piloten für Sieg oder Niederlage ausschlaggebend. Daher misst man dem Ausgang des ersten Europa-Rennens bei Red Bull auch nicht so viel Bedeutung bei wie in den vergangenen Jahren.

Horner rätselt

"Normalerweise ist Barcelona ein ziemlich guter Indikator für die Leistungsfähigkeit eines Autos", erklärte Teamchef Christian Horner bei "autosport.com":

"Ob das jedoch in diesem Jahr auch wieder so sein wird, wer weiß das schon?"

Weniger rätselnd als vielmehr angriffslustig gibt sich Mark Webber. "Es ist das erste Saisonrennen in Europa, also werden wir nach einem erfolgreichen Test wieder mit voller Kraft angreifen", kann Vettels Teamkollege das Wochenende kaum erwarten.

Webbers "gutes Pflaster"

Im Gegensatz zu Vettel, Fernando Alonso, Nico Rosberg und Jenson Button hat der Australier in dieser Saison noch kein Rennen gewonnen. In Katalonien könnte sich das ändern.

"Ich mag die Strecke von Barcelona", berichtete Webber. "Sie war in der Vergangenheit ein gutes Pflaster für mich." In den vergangenen zwei Jahren stand der 35-Jährige jeweils auf der Pole-Position und konnte 2010 das Rennen gewinnen.

Ein fünfter Sieger im fünften Rennen? In dieser bislang spannenden Saison scheint auch das nicht unmöglich.

Weiterlesen