Sebastian Vettel führt nach vier Rennen die Fahrerwertung der WM an © getty

Bei den Testfahrten in der Toskana lernt Sebastian Vettel sein Fahrzeug noch besser zu verstehen. Nico Rosberg frisst Kilometer.

Mugello - Beim Ausflug in die malerische Hügellandschaft der Toskana hat Sebastian Vettel seine Beziehung zu Abbey, wie er sein neues Auto vor der Saison taufte, vertieft.

Der zweimalige Weltmeister und seine neue Lady nutzten die Testfahrten in Mugello vor allem, um sich besser kennenzulernen.

Nachdem die beiden zuletzt beim ersten Saisonsieg in Bahrain im vierten Anlauf erstmals richtig harmoniert hatten, verbesserte der Abstecher nach Italien die Chemie noch weiter - zumal auch die ihm zuvor unbekannte Rennstrecke dem Red-Bull-Piloten "riesig Spaß" machte.

"Es war wichtig, mal ein bisschen zu fahren", sagte Vettel schon nach seinem ersten halben Testtag am Mittwoch, den er zudem noch mit der drittbesten Zeit abgeschlossen hatte ( 552465 DIASHOW: Testfahrten in Mugello ).

Nur Grosjean schneller als Vettel

Am Donnerstag belegte er nach insgesamt 106 Runden in der Zeitentabelle sogar Platz zwei erneut hinter Lotus-Pilot Romain Grosjean (Frankreich).

Vor der Mittagspause hatte Vettel noch die zwischenzeitliche Bestzeit aufgestellt - gefahren pünktlich kurz nach der Ankunft von Red-Bull-Boss Dietrich Mateschitz. "Es war ein interessanter Tag. Ich denke schon, dass wir in die richtige Richtung gehen. Wir verstehen das Auto jetzt mehr", sagte Vettel.

Mugello sind die ersten Testfahrten während einer Formel-1-Saison seit 2008 (SERVICE: Alle Resultate aus Mugello).

Chance für Verbesserungen

Für die Teams bieten sie die Chance, vor dem ersten Europarennen am 13. Mai in Barcelona noch einmal Updates und Verbesserungen an ihren Autos ausgiebig zu testen, wovon bis auf die beiden McLaren-Fahrer Lewis Hamilton und Jenson Button sowie Ex-Weltmeister Kimi Räikkönen auch alle Top-Fahrer ausgiebig Gebrauch machten.

Mercedes-Pilot Nico Rosberg fuhr am Donnerstag 129 Runden, ohne dabei als Achter auf Bestzeiten zu schauen.

"Wir haben neue Teile ausprobiert, da kommt es auf Konstanz an. Außerdem haben wir Rennen simuliert", erklärte Mercedes-Sportchef Norbert Haug.

Schumis unglaubliches Pensum

Rekordweltmeister Michael Schumacher, der Mugello aus früheren Jahren von unzähligen Ferrari-Testfahrten wie seine Westentasche kennt, hatte am Mittwoch im Silberpfeil sogar unglaubliche 144 Runden gedreht.

Das entspricht 755 Kilometern oder zweieinhalb Renndistanzen. "Das spricht für die Zuverlässigkeit des Autos", sagte Haug (BERICHT: Tag 2: Schumi fleißig, Vettel schnell).

Auch Schumacher hatte sich weniger auf Spitzenzeiten, sondern vor allem auf Abstimmungsarbeiten und Reifentests konzentriert.

Glock hält Rückstand in Grenzen

Force-India-Pilot Nico Hülkenberg kam am Nachmittag auf insgesamt 55 Runden und Platz sechs. Timo Glock war in seinem Marussia-Cosworth zwar Zwölfter und Letzter, aber er spulte insgesamt 110 Runden ab und hatte lediglich 2,4 Sekunden Rückstand auf Grosjeans Bestzeit.

Für die Ingenieure der Teams beginnt die Hauptarbeit erst nach den Testfahrten. "Alles in allem sind wir viel gefahren und haben viele Daten fürs Team gesammelt. Jetzt geht es an die Auswertung. Wichtig ist das, was dann in der Woche bis zum Rennen in Barcelona passiert", sagte Vettel.

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