Die Box von Red Bull in Mugello gleicht einem Hochsicherheitstrakt © getty

Der Weltmeister spult bei seiner Mugello-Premiere ein enormes Testprogramm ab. Die Box von Red Bull wird zur verbotenen Zone.

Von Tobias Wiltschek

München - Die Charakteristik der Teststrecke in Mugello steht symbolisch für den bisherigen Saisonverlauf von Sebastian Vettel.

Einer Berg- und Talfahrt gleich landete der Weltmeister in den ersten vier Rennen auf den Rängen zwei, elf, fünf und eins.

Eine Dominanz wie noch im vergangenen Jahr ist daraus nicht abzuleiten, auch wenn Vettel derzeit die WM-Wertung anführt.

"Wir wissen, dass wir noch aufholen müssen", erklärte der Red-Bull-Pilot am Rande der Testfahrten in der Toskana. "Das wollen wir hier tun: viele Runden drehen und viele Dinge testen, die wir in letzter Zeit neu ans Auto bekommen haben."

Keine revolutionären Teile

Revolutionäre Teile seien aber nicht dabei, erklärte Vettel: "Nichts, was man auf dem ersten Blick sieht." Doch auch die Änderungen, die erst bei näherem Hinsehen zu erkennen sind, können in der Formel 1 entscheidend sein.

Das erklärt möglicherweise, warum die die Mechaniker jedes Mal panisch den Blick auf das Fahrzeug versperren, wenn Fotografen in die Nähe der Box kommen ( 552465 DIASHOW: Testfahrten in Mugello ).

Tüfteln am Auspuff?

Denkbar ist, dass die "Bullen" noch einmal an ihrer Auspuff-Variante getüftelt haben. Zwei Mal schon mussten sie nachbessern, nachdem sie die Schacht-Idee von McLaren nachgeahmt hatten. Dabei sind die Endrohre so in einem Schacht platziert, dass die Auspuffgase gezielt an den Hinterrädern vorbeigeführt werden.

Mit seiner Premiere auf dem Kurs von Mugello war Vettel mehr als zufrieden. "Die Strecke hier macht riesig Spaß", sagte er, "auf und ab, links und rechts, fast immer Hochgeschwindigkeit. Es ist ein schöner Ritt bis zum Schluss, und man freut sich auf jede nächste Runde." (Service: Alle Resultate aus Mugello).

"Auswertung ist entscheidend"

Am Mittwoch legte er die drittbeste Zeit hin (Bericht) , am Donnerstag hielt er zur Mittagspause sogar die Bestzeit. Die Jagd nach Sekundenbruchteilen will er jedoch nicht überbewerten. "Viel entscheidender ist die Auswertung und was dann in der Woche bis Barcelona passiert", so der zweimalige Weltmeister.

Bis zum Start der Europa-Rennen beim Großen Preis von Spanien am 13. Mai haben er und sein Team also noch eine Menge zu tun.

Zweifel an Dominanz

Dass Red Bull die Dominanz des vergangenen Jahres auch in dieser Saison noch wird ausstrahlen können, bezweifelt der Heppenheimer angesichts von vier verschiedenen Siegern in den ersten vier Rennen.

"Dominanz ist immer ein schwieriger Begriff", meinte Vettel. "Wir haben einmal gewonnen und waren in den anderen Rennen konkurrenzfähig."

Man könne zufrieden sein mit dem, was bisher erreicht wurde. "Aber wir wollen mehr", kündigte der 24-Jährige an.

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