Lewis Hamilton und Nico Rosberg präsentieren am 1. Februar ihren neuen Boliden
Lewis Hamilton und Nico Rosberg (r.) sind Teamkollegen und Konkurrenten © getty

Aus Freunden wurden Gegner, aus Gegnern werden Feinde: Nach der ausgebrochenen Eiszeit zwischen Nico Rosberg (28) und Lewis Hamilton (29) will Mercedes die beiden Rivalen im Kampf um den Weltmeistertitel in der Formel 1 zunächst nicht einbremsen.

"Wir lassen die Jungs mit ihren Spielzeugen spielen, solange sie sie nicht kaputt machen", sagte Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff am Donnerstag: "Natürlich kann es ziemlich angespannt werden, wenn sie so hart Rennen fahren. Die Fahrer wissen aber, dass wir keinen Zwischenfall tolerieren."

Zuletzt in Monaco erreichte der "Krieg der Sterne" seinen vorläufigen Höhepunkt, nachdem Hamilton seinem Kollegen Rosberg nach dessen Sieg demonstrativ die Gratulation verweigerte.

Vorausgegangen war eine umstrittene Aktion Rosbergs im Qualifying.

Mit einem Verbremser hatte der Wiesbadener Hamiltons schnelle Runde blockiert und sich auch dadurch die Pole Position gesichert.

Der Engländer vermutete Absicht und würdigte seinen alten Kumpel und neuen Rivalen anschließend keines Blickes.

"Wir sind glücklich, zwei Fahrer zu haben, die sich gegenseitig so hart pushen und das Team voranbringen", sagte Wolff.

In der WM-Wertung hat Rosberg nach sechs von 19 Rennen wieder knapp vor Hamilton die Führung übernommen (122 zu 118 Punkte).

Vor dem nächsten Rennen in Kanada (8. Juni) warnte Wolff sein Silberpfeil-Team davor, sich auf den sechs Siegen in Serie zu Saisonbeginn auszuruhen. "Das Team arbeitet derzeit auf einem sehr hohen Level, aber wir müssen den Ball flach halten, bescheiden bleiben und weiter Gas geben", sagte der Österreicher: "Unsere Gegner kommen an jedem Wochenende näher."

Trotz 141 Punkten Vorsprungs in der Teamwertung auf den bisherigen Branchenprimus Red Bull um Vierfach-Champion Sebastian Vettel stapelt Wolff weiter tief: "Man könnte sagen, dass Kanada auf dem Papier die Art Strecke ist, die unserem Paket liegen sollte. Wir haben aber keine Kristallkugel und eine solche Denkweise hat sich in der Vergangenheit schon gerächt."

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