Ross Brawn begann seine Karriere in der Formel 1 1976 als Mechaniker bei Williams © getty

Lowe könnte Brawn als Mercedes-Teamchef ablösen. Motorsportboss Wolff kündigt eine "strukturierte Nachfolgeregelung" an.

Von Felix Götz

München - Zwei Mal Platz vier und in der vergangenen Saison Rang fünf in der Teamwertung: Das ist für Mercedes nicht genug.

Der schwäbische Rennstall ist dabei, sich nach mäßigen drei Jahren neu zu strukturieren.

Spätestens 2014, wenn sich das das Reglement in der "Königsklasse" grundlegend ändert und die Karten neu gemischt werden, wollen die "Silberpfeile" wieder um den WM-Titel kämpfen.

Und allmählich zeichnet sich ab, wie Mercedes dann aufgestellt sein wird. (NEWS: Alles zur Formel 1)

"Haben uns stark angenähert"

Die Verpflichtung von Paddy Lowe zur Saison 2014 ist zwar noch nicht zu 100 Prozent in trockenen Tüchern.

Daran, dass der 50-jährige Brite bei Mercedes einsteigen wird, zweifelt aber spätestens seit der Absetzung Lowes bei McLaren als Technik-Direktor niemand mehr.

"Wir haben uns sehr stark angenähert", bestätigte Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff.

Brawns Ende bei Mercedes?

Dass Lowes Verpflichtung gleichzeitig das Aus von Teamchef Ross Brawn bedeuten würde, dementierte Mercedes zuletzt noch energisch.

"Ross stand nie zur Debatte. Er ist in seiner Position und er bleibt in dieser Position", erklärte der Aufsichtsrats-Boss des Mercedes-Formel-1-Teams, Niki Lauda:

"Es ist alles unter Kontrolle. Da sollte man nichts Großes daraus machen."

"Strukturierte Nachfolgeregelung"

Doch nun sorgt Wolff für neuen Wirbel.

"Wenn Paddy Lowe zu Mercedes kommen sollte, dann würde es mit Ross eine ganz strukturierte Nachfolgeregelung geben, die in beidseitigem Wohlwollen und zum Vorteil des Teams geschehen wird", wird der Österreicher von der "FAZ" zitiert:

"Alles, was wir tun, ist mit Ross besprochen und abgestimmt. Was wir sicher nicht wollen, ist ein Overload an Entscheidungsträgern zu kreieren."

Brawn hat es nicht in der Hand

Wenig deutet auf eine Doppellösung Brawn/Lowe hin. Ein Abschied Brawns scheint wahrscheinlicher.

Dabei ging der 58-Jährige persönlich bis zuletzt davon aus, dass Lowe nur dann kommen würde, wenn er selbst sich dafür entscheiden würde, Mercedes am Saisonende zu verlassen.

"Solch einen Plan gibt es", hatte Brawn erzählt. Wenn er sich da mal nicht täuscht.

Hill nicht überrascht

Der frühere Formel-1-Weltmeister Damon Hill wäre von personellen Veränderungen bei Mercedes jedenfalls nicht überrascht.

"Als Niki Lauda den Vorsitz übernahm, da war klar, dass es einige Veränderungen geben würde, um die Ausgaben zu rechtfertigen und ein klares Statement abzugeben", sagte der Engländer zu "Sky".

Trotzdem traut Hill den "Silberpfeilen" und ihren Piloten Lewis Hamilton und Nico Rosberg in dieser Saison noch keine großen Sprünge zu. (DATENCENTER: Der Rennkalender)

"Red Bull, Ferrari, McLaren und vielleicht noch Lotus stehen vor ihnen", prognostizierte der Champion von 1996 im "Independent".

Berger prophezeit gute Zukunft

Gerhard Berger glaubt derweil an eine rosige Mercedes-Zukunft - vor allem wegen Lauda, der laut "Standard" als Chef der Fluggesellschaft Alitalia im Gespräch ist (News), und Wolff.

"Eine hervorragende Lösung. Beide zusammen werden gut miteinander harmonieren. Der Niki wird dem Toto den Rücken freihalten. Politisch und wirtschaftlich hat sich Mercedes ausgezeichnet aufgestellt", lobte der Ex-Formel-1-Pilot gegenüber "Motorsport aktuell".

Sein Fazit: "2014 wird Mercedes um Siege und den WM-Titel mitfahren."

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