Ab und an beschwerte sich Alonso zuletzt öffentlich über das nicht konkurrenzfähige Auto, das sein Team für ihn konstruiert hat. Dafür musste er sich von Montezemolo harte Worte gefallen lassen
Luca di Montezemolo (l.) ist seit 1991 Verwaltungsratsvorsitzender von Ferrari © imago

Der Scuderia-Boss glaubt an den Titel. Dafür müssen alle 120 Prozent geben. Er will "keinen Stein auf dem anderen lassen".

Von Felix Götz

München - Luca di Montezemolo hat seine Mannschaft in Maranello zusammengetrommelt und auf die letzten beiden Saisonrennen in Austin und Sao Paulo eingeschworen.

"Wir wollen die Weltmeisterschaft gewinnen. Ich glaube mehr als jeder andere an uns", sagte der Ferrari-Boss zu seiner Belegschaft.

Allerdings merkte man dem 65-Jährigen an, dass es eine Enttäuschung für die Scuderia war, in Abu Dhabi trotz der exzellenten Ausgangslage vor dem Rennen nur drei Zähler auf WM-Leader Sebastian Vettel gutgemacht zu haben. ( 634532 DIASHOW: Bilder des Rennens )

"Natürlich hatten wir gehofft, mehr Punkte auf Vettel aufzuholen. Aber er ist auch ein sehr gutes Rennen gefahren. Vettel ist toll", meinte di Montezemolo.

Di Montezemolo fordert Erklärungen

Der italienische Rennstall war mit einigen neuen Teilen in die Wüste gereist. Vor allem im Qualifying sollte es dadurch besser laufen.

Doch Alonso wurde nur Siebter, sein Teamkollege Felipe Massa fuhr auf den neunten Rang.

Deshalb verlangte di Montezemolo von Teamchef Stefano Domenicali Erklärungen.

"Ich wollte verstehen, warum die neuen Teile die Leistung des F2012 nur teilweise verbesserten", so der Präsident.

"Wir müssen mehr tun"

Zehn Zähler liegt Alonso hinter Red-Bull-Pilot Vettel. So langsam wird es für Ferrari eng. (DATENCENTER: WM-Fahrerwertung)

"Wir müssen für die kommenden Rennen mehr tun. Wir dürfen jetzt keinen Stein auf dem anderen lassen. Das habe ich von Domenicali und seinem Team gefordert", stellte di Montezemolo klar:

"Vor uns liegen nun entscheidende Tage, in denen wir alles daran setzen müssen, um in Texas über ein Auto zu verfügen, mit dem wir um den Sieg kämpfen können. Worte zählen nicht, das muss unser Ziel sein."

Mit Alonso sehr zufrieden

Der einzige Mitarbeiter, mit dem di Montezemolo derzeit rundum zufrieden zu sein scheint, ist Alonso.

Immerhin sammelte der Spanier in den bisherigen 18 Grands Prix insgesamt 245 Punkte ein.

Und das mit einem Auto, das nicht immer den besten Eindruck hiterließ.

Di Montezemolo fordert 120 Prozent

"In Abu Dhabi fuhr Fernando zum x-ten Male in dieser Saison ein großartiges Rennen, in dem er 120 Prozent gab und bis zum Ende um den Sieg kämpfte", sagte di Montezemolo.

Weil Vettel auf den letzten Platz zurückversetzt worden war, durfte Alonso als Sechster starten. Im Ziel war er dann Zweiter.

Di Montezemolo geht davon aus, dass sich die anderen Ferrari-Mitarbeiter ein Beispiel an Alonso zu nehmen:

"Ich bin sicher, dass der Wille zu siegen die Männer und Frauen bei Ferrari dazu antreibt, mit absoluter Entschlossenheit zu arbeiten und genau wie Fernando 120 Prozent zu geben."

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