Das Lotus-Team sammelte in den bisherigen 14 Rennen im Schnitt knapp 17 Punkte © getty

Das Team um Räikkönen kündigt vollmundig große Verbesserungen an - und will so wieder in den Kampf der Top-Teams eingreifen.

Von Tobias Wiltschek

München - Die Tendenz bei Kimi Räikkönen zeigt seit seinem zweiten Platz in Ungarn vor acht Wochen nach unten.

Beim Großen Preis von Singapur reichte es für den "Iceman" nur noch zu Rang sechs (Rennbericht): die schlechteste Platzierung seit dreieinhalb Monaten.

Das magere Ergebnis zeichnete sich schon im Qualifying ab, als der Weltmeister von 2007 nur auf Startplatz zwölf fuhr und dafür auch Kritik einstecken musste.

"Jenseits der Ideallinie"

"Kimi war überall ein Stück jenseits der Ideallinie", tadelte Lotus-Chefingenieur Alan Permane.

Doch auch das Auto funktionierte auf dem Stadtkurs nicht optimal, vor allem der mangelnde Grip machte den Schwarz-Goldenen zu schaffen ( 615796 DIASHOW: Die Bilder des Rennens ).

Im Gegensatz zu McLaren und Red Bull platzierten sich aber mit Räikkönen und seinem Teamkollegen Romain Grosjean (7.) beide Piloten in den Punkterängen.

Ferrari und McLaren in Reichweite

Damit konnten sie den Rückstand auf die drei Top-Teams zumindest in Grenzen halten. 14 Punkte fehlen auf Ferrari und 30 auf McLaren. Nur Red Bull erscheint derzeit mit 66 Punkten Vorsprung außer Reichweite (DATENCENTER: WM-Stand Teams).

Den Abstand bei den kommenden Rennen weiter zu verkürzen, ist nun das große Ziel von Lotus. An Zuversicht mangelt es dem Rennstall aus Enstone dabei nicht.

Grund dafür ist ein großes Aerodynamik-Paket, das Permane gegenüber "Autosport" für die kommenden Grand Prix in Asien ankündigte:

"In Südkorea werden wir ein großes Update bringen. Das wird ein richtig gutes Aero-Update."

Doppel-DRS und neuer Heckflügel

Dazu versprach er schon für den kommenden Japan-GP den Einsatz des neuen Doppel-DRS, der zuletzt immer wieder verschoben wurde.

Auch der neue Heckflügel werde in Suzuka im Rennen eingesetzt, nachdem dieser in Singapur die Erwartungen nicht erfüllt hatte und schon nach dem Training wieder eingepackt wurde.

"Wir waren in Singapur nicht überzeugt", erklärte Permane. Aber "alles, was davor aus dem Windkanal kam, hat funktioniert".

Das könne durchaus auch für den neuen Heckflügel in Suzuka am übernächsten Wochenende gelten. "Ich bin zuversichtlich, dass wir in Sachen Perfomance mithalten können", so der Brite.

Entwicklung geht weiter

Die Entwicklung bei Lotus geht also unvermindert weiter, auch wenn Teamchef Eric Boullier schon über das bislang Erreichte mehr als zufrieden ist.

"Dass wir so nah dran sind an diesen Top-Teams, spricht doch sehr für unsere Equipe, unsere Fahrer und unseren eingeschlagenen Weg", sagte er.

Und diesen Weg wolle man nun trotz des Rückschlags in Singapur weitergehen, um bis zum Schluss ganz vorne mitzumischen.

"Mit den Top-Teams kämpfen"

"Wir müssen wieder auf das Niveau der drei Top-Teams kommen. Ich hoffe, dass wir nun wieder, wie in Budapest, mit ihnen kämpfen können", erklärte Permane.

Dafür aber müssen die technischen Updates auch das halten, was sie bei den Tests im Windkanal versprachen.

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