Sebastian Vettel begann seine Formel-1-Karriere 2007 bei BMW Sauber © getty

Red Bull ist aktuell das schlechteste Topteam. Ratlosigkeit macht sich breit. Selbst Design-Guru Newey scheint keine Lösung zu haben.

Von Felix Götz

München - 101 Punkte für McLaren, Ferrari mit 74 Zählern und 73 Punkte für Lotus:

So liest sich die Rangliste der vergangenen vier Rennen in Deutschland, Ungarn, Belgien und Italien.

Red Bull belegt in dieser Statistik nur den vierten und damit letzten Platz aller Topteams - mit mageren 56 Zählern. (DATENCENTER: WM-Stand Teams)

Deshalb sprach Weltmeister Sebastian Vettel Klartext: "Im Grunde stehen wir in der WM dort, wo wir vom Speed her hingehören. Wir müssen in Sachen Konkurrenzfähigkeit zulegen."

39 Punkte hinter Alonso

Der 25-Jährige liegt als Vierter in der WM-Fahrerwertung bereits 39 Punkte hinter dem Führenden Fernando Alonso. (DATENCENTER: WM-Stand Fahrer)

Und weil der Red-Bull-Bolide zuletzt alles andere als zuverlässig funktionierte, scheint die Titelverteidigung derzeit unwahrscheinlich.

Vor allem der erste Red-Bull-Doppelausfall in Monza seit dem Korea-Grand-Prix 2010 hat bei den Verantwortlichen Spuren hinterlassen. (BERICHT: Katerstimmung bei Red Bull)

"Und fehlte die Power"

"Sebastian trifft keine Schuld", sagte Teamchef Christian Horner: "Uns fehlte die Power. Sebastian konnte mit Jenson Button mithalten, aber Felipe Massa war auf den Geraden zu schnell für uns."

Nichts ist mehr von der Dominanz des vergangenen Jahres zu sehen.

Und irgendwie scheint sogar die "Bullen"-Crew um Design-Guru Adrian Newey ein wenig von ihrem Zauber verloren zu haben.

Neuerungen bringen nichts

In Ungarn gab es einen neuen Heckflügel und in Spa wurde ein neuer Frontflügel montiert. Dazu kamen die modifizierten Bremsbelüftungen und die leichtere Nase.

Spürbare Fortschritte brachte keine der Veränderungen - Red Bull stagniert. Der RB8 funktioniert viel zu selten über ein komplettes Wochenende.

Meist gibt es im Training und im Qualifying Schwierigkeiten, im Rennen geht es dann etwas besser.

Warum das so ist? Horner ist ratlos: "Wir haben keine Antwort darauf gefunden."

Das Lichtmaschinen-Problem

Schwierigkeiten gab es in dieser Saison auch mit der Lichtmaschine. In Monza und in Valencia war das Rennen für Vettel deshalb frühzeitig beendet.

Dass entsprechende Defekte in Zukunft nicht mehr auftreten, scheint keinesfalls ausgeschlossen.

Das zeigte sich zuletzt bei den offiziellen Pirelli-Testfahrten in Barcelona, wo Red-Bull-Motorenlieferant Renault mit dabei war.

Red Bull mit gebrauchten Aggregaten

"Bei den Pirelli-Reifentests trat am eingesetzten Renault-R30-Boliden von 2010 ein Problem mit der Lichtmaschine auf, das dem aus Valencia ähnelte", sagte ein Renault-Sprecher zu "Autosport.com".

Und weiter: "Das Aggregat stammte aus dem Jahr 2010, die Lichtmaschinen-Spezifikation war ebenfalls die aus dem Jahr 2010, die auch in der aktuellen Saison schon verwendet wurde."

Um nicht noch mehr Ausfälle zu riskieren, sollen nun nur noch Aggregate eingesetzt werden, die bereits ein komplettes Rennwochenende überstanden haben.

Hoffnung bei Vettel

Trotz der zahlreichen Schwierigkeiten freut sich Vettel auf das Rennen am Sonntag in Singapur. (DATENCENTER: Der Rennkalender)

"Singapur ist eines der Highlights im Rennkalender, weil die Atmosphäre in der Nacht unglaublich ist. Mir gefällt die Strecke auch sehr gut, was vor allem daran liegt, dass wir dort gegen den Uhrzeigersinn fahren", erklärte der Heppenheimer.

Zusätzlich Hoffnung macht die Tatsache, dass es auf dem Stadtkurs in Singapur nicht so viele Geraden gibt.

"Da sollten wir wieder bei der Musik sein", so Vettel.

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