Michael Schumacher wurde 1994 erstmals Formel-1-Weltmeister © imago

Die Verhandlungen zwischen Schumacher und Mercedes sind anscheinend kompliziert. In Magny-Cours testen die Silberpfeile für Singapur.

Von Felix Götz

München - Bleibt er oder geht er?

Die Zukunft von Michael Schumacher bei Mercedes ist weiterhin völlig offen.

Die Verhandlungen um eine Verlängerung seines am Saisonende auslaufenden Vertrages ziehen sich hin.

Einem Bericht der "Bild" zufolge haben die beiden Parteien verschiedene Vorstellungen.

Und dabei geht es offenbar nur am Rande ums Geld.

Keine Einigkeit bei Vertragsdauer

Demnach will Schumi auf jeden Fall weiterfahren, der 43-Jährige soll allerdings einen 1+1-Vertrag fordern.

Dieser würde ihm das Recht einräumen, Ende 2013 selbst zu entscheiden, ob er auch 2014 noch im Mercedes-Cockpit sitzen möchte.

Der schwäbische Rennstall bietet anscheinend hingegen nur einen Jahresvertrag, was auch mit den Leistungen des Rekord-Weltmeisters zusammenhängen soll.

Noch keine Entscheidung

"Es gibt nach wie vor keine Entscheidung. Aber es wird weiter verhandelt", sagte Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug.

Mercedes teilte auf SPORT1-Nachfrage mit: "Die Aussage von Norbert Haug ist nach wie vor alles, was es zu diesem Thema zu sagen gibt."

Soll heißen: Die Ankündigung, dass erst im Oktober eine endgültige Entscheidung verkündet wird, steht.

Schumi konzentriert sich auf das Sportliche

Schumacher kümmert sich derzeit vornehmlich um die sportlichen Aufgaben.

Der siebenmalige Champion schaute auf der französischen Rennstrecke Circuit de Nevers Magny-Cours vorbei, wo derzeit der Young-Driver-Test mit dem britischen Ersatzfahrer Sam Bird im Mercedes-Cockpit stattfindet und die Silberpfeile eine kleine Technik-Offensive starten.

Es wird manches getestet, was Schumacher und seinem Teamkollegen Nico Rosberg beim nächsten Grand Prix in Singapur am 23. September helfen soll. (DATENCENTER: Der Rennkalender)

"Es war eine großartige Erfahrung, wieder hinter dem Steuer eines Formel-1-Autos zu sitzen und bei der Entwicklung zu helfen. So können wir das Auto hoffentlich verbessern", sagte der 25-jährige Bird, der normalerweise in der Formel Renault 3.5 für das tschechische ISR-Team fährt.

Update-Paket für Singapur

Das in Magny-Cours getestete Update-Paket umfasst das Dreifach-DRS, das erstmals im Training zum Belgien-Grand-Prix verwendet wurde und vor allem Geschwindigkeitsvorteile auf Geraden bringen soll.

Hinzu kommt der sogenannte Coanda-Auspuff.

Dabei nahm sich Mercedes McLaren und Ferrari zum Vorbild. Dementsprechend liegen die Endrohre nun in tiefen Schächten verborgen.

Der Trick: Obwohl die Endrohre wie im Reglement vorgeschrieben nach oben geneigt sind, werden die Gase nach unten in Richtung Diffusordach geleitet.

Dieses physikalische Prinzip nennt sich Coanda-Effekt, und er bringt klare Vorteile bei der Traktion. Soll heißen: Die Antriebsleistung kann besser in Beschleunigung umgesetzt werden.

Neuer Auspuff, geringerer Reifenverschleiß?

"Wir haben viel im Windkanal gearbeitet. Und dadurch haben wir viel über dieses Auspuffsystem gelernt. Das werden wir weiter evaluieren", sagte Mercedes-Teamchef Ross-Brawn.

Der Auspuff soll auch dabei helfen, den zuletzt recht hohen Reifenverschleiß zu reduzieren.

Etwas kurios ist, dass McLaren, Red Bull und Sauber schon zu Saisonbeginn in diese Richtung aktiv wurden und die meisten anderen Teams nachzogen. Mercedes hingegen ließ sich mit dem Coanda-Auspuff lange Zeit.

Brawns Begründung: Man wollte erst die Schwierigkeiten mit dem hohen Reifenverschleiß in den Griff bekommen, bevor man die dazu gesammelten Daten durch weitere Updates verfälscht hätte.

"Einige Schritte machen"

Ob es mit einer anderen Marschrichtung besser aussehen würde? Fakt ist: Rosberg belegt in der Fahrerwertung Rang sieben, Schumacher ist Elfter. (DATENCENTER: WM-Stand Fahrer).

In der Teamwertung liegt Mercedes auf einem ebenso enttäuschenden fünften Platz.

In den verbleibenden sieben Rennen soll nun - nicht zum ersten Mal in dieser Saison - vieles besser werden.

Haug weiß um die schwere Aufgabe: "Wir müssen auf jeden Fall noch einige Schritte machen, wenn wir vorankommen wollen. Das war die letzten vier Rennen nicht ganz so toll."

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