Fahren seit 2010 zusammen bei McLaren: Button und Hamilton (r.) © getty

Der britische Rennstall bricht immer mehr ein. Hamilton fällt zu oft im Rennen zurück, Buttons Problem sind die Nuller.

Von Felix Götz

München - Der Saisonstart verlief so vielversprechend.

Nach drei Rennen führte Lewis Hamilton die WM-Fahrerwertung vor seinem Teamkollegen Jenson Button an.

Seither zeigt die Formkurve bei McLaren steil nach unten: Nach dem sechsten Saisonlauf des Jahres in Monaco (Nachbericht) belegen die beiden britischen Piloten die Plätze vier und sieben (DATENCENTER: Die Fahrer-WM).

Hamilton holte aus den ersten drei Grands Prix 45 Punkte, danach nur noch 18.

Noch viel schlimmer erging es Button: Zu den 43 Zählern, die nach dem China-GP zu Buche standen, kamen nur noch magere zwei Pünktchen dazu.

Es fehlt Geschwindigkeit

"Wir fallen Rennen für Rennen immer weiter zurück. Uns fehlt es ernsthaft an Geschwindigkeit. Das ist einfach hart", sagte ein ratloser Hamilton.

Im Fürstentum startete der 27-Jährige von einem guten dritten Rang aus und kam als Fünfter ins Ziel.

Es war bereits das vierte Mal in dieser Saison, dass Hamiltons Rennergebnis schlechter als sein Resultat im Qualifying war (DATENCENTER: Das Rennergebnis).

Boxenstopp wohl verbessert

Und zum wiederholten Mal ging bei den Boxenstopps Zeit verloren. "Ich weiß nicht, was bei meinem Stopp los war", meinte der Weltmeister von 2008, dem angeblich ein unterschriftsreifer Fünf-Jahres-Vertrag von McLaren vorliegt (NEWS: 125 Millionen für Hamilton?).

Doch ob Hamilton angesichts der fremdverschuldeten Probleme wirklich verlängern will? In den vergangenen Rennen hatte die Crew so manchen Boxenstopp vermasselt.

In Monte Carlo war dies aber offensichtlich nicht der Fall - sagt zumindest Martin Whitmarsh:

"Unsere Stopps haben sich verbessert, es lag nicht an der Standzeit", analysierte der McLaren-Teamchef: "Fernando Alonso war sehr schnell und deshalb in der Lage, vor uns aus der Box zu kommen."

Whitmarsh beruhigt

Warum der Grand Prix an der Cote d'Azur für McLaren erneut zu einem Flop wurde, erklärte Whitmarsh folgendermaßen: "Wir waren nicht schnell genug, und das Rennen lief nicht zu unseren Gunsten."

Insgesamt wollte der 54-Jährige die Lage seines Teams nicht allzu schwarz sehen.

"Eine Runde vor dem Ende lagen wir drei Sekunden hinter dem Führenden, aber wenn sich auf dieser Strecke mehrere Autos zwischen dir und dem Ersten befinden, kannst du nicht viel unternehmen", so Whitmarsh.

"Das ist frustrierend"

Eine ähnliche Erfahrung musste auch Button machen - allerdings am anderen Ende des Feldes.

Der 32-Jährige fuhr von Platz zwölf aus los und hing über weite Strecken des Rennens hinter Heikki Kovalainen fest, ehe er in der 70. Runde nach einer Kollision mit dem Caterham-Piloten mit einem platten Reifen ausfiel ( 564949 DIASHOW: Die Bilder des Rennens ).

"Wenn du deutlich schneller bist als der Kerl vor dir, du aber einfach nicht vorbeikommst, dann ist das frustrierend", meinte Button.

Und ergänzte: "Das heutige Ergebnis ist das Resultat einer schwachen Leistung im Qualifying und der Tatsache, dass ich am Start Pech hatte. Shit happens. Manchmal ist das halt so. Du musst dann einfach weitermachen."

Dritter Nuller der Saison

Die Erklärung klang, als wolle er einen einmaligen Ausrutscher rechtfertigen, so einfach ist es aber nicht. Button ist zuletzt unglaublich eigebrochen.

Das Aus in Monte Carlo bedeutete für ihn bereits den dritten Nuller in dieser Saison.

Zum Vergleich: 2011 ging Button in insgesamt 19 Rennen nur zwei Mal leer aus.

Testfahrten nicht genutzt

Auffällig ist, dass es bei McLaren besonders seit den Testfahrten in Mugello schlechter läuft als bei der Konkurrenz (BERICHT: Von 0 auf 100).

Ferrari, Red Bull, Mercedes - alle probten mit der Stammbesetzung in der Toskana.

Es könnte ein Fehler von McLaren gewesen sein, dort nicht Hamilton und Button, sondern die Ersatzfahrer Oliver Turvey und Gary Paffett ins Cockpit gesetzt zu haben.

"Weiter hart arbeiten"

Trotz allem wirft der britische Rennstall die Flinte nicht ins Korn.

"Lewis liegt lediglich 13 Zähler hinter dem Führenden der Fahrermeisterschaft zurück", erinnerte Whitmarsh.

Und Hamilton ergänzte: "Es liegen noch viele Rennen vor uns. Wir dürfen den Kopf nicht hängen lassen und müssen weiter hart arbeiten."

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