Rekordweltmeister Schumacher (r.) mit Mercedes-Boss Fry © getty

Der Mercedes-Geschäftsführer glaubt, dass Schumi sich bald die Abschieds-Frage stellen könnte. Rückendeckung gibt's von Brawn.

Monte Carlo - Mercedes-Geschäftsführer Nick Fry hat die Spekulationen über einen möglichen Rücktritt von Rekordweltmeister Michael Schumacher nach der Saison 2012 öffentlich angeheizt.

"Wenn es bis Ende des Jahres so weiter geht wie in den vergangenen Rennen, wird er sich möglicherweise diese Frage stellen", sagte Fry der englischen TV-Sender "Sky Sport News".

Darauf angsprochen reagierte Schumacher bemüht gelassen, aber auch sichtlich genervt.

"Die Situation hat sich nicht geändert", sagte er am Mittwochmittag: "Wir haben immer gesagt, dass wir zu einem späteren Zeitpunkt entscheiden werden, und ich möchte mich im Moment auch nicht mit Spekulationen beschäftigen."

Di Resta "auf dem Radar"

Erst zwei Tage zuvor hatte Fry erklärt, der Brite Paul di Resta - aktuell bei Force India Teamkollege von Nico Hülkenberg und 2010 DTM-Champion für Mercedes - befinde sich "auf unserem Radar".

"Er wäre zweifellos jemand, auf den wir schauen, sollte sich Michael entscheiden, nicht weiterzumachen", so Fry weiter.

Di Resta, der auch bei Ferrari als Nachfolger des auf der Kippe stehenden Felipe Massa gehandelt wird, erklärte: "Es ist kein Geheimnis, dass ich Rennsieger und Weltmeister werden möchte - und um das zu schaffen, muss ich in einem großartigen Auto sitzen."

Strafversetzung in Monaco

Der Dreijahresvertrag des siebenmaligen Weltmeisters bei Mercedes läuft am Ende der Saison aus.

In der laufenden Saison hatte Schumacher vor allem Pech, wurde durch Kollisionen und Pannen zurückgeworfen, und rieb sich in einer seltsamen Reifen-Diskussion mit Hersteller Pirelli auf.

[kaltura id="0_stsboy6d" class="full_size" title="Schumacher Startplatz sechs und voll auf Angriff"]

Erst zwei WM-Punkte in fünf Rennen konnte der 43-Jährige einfahren (DATENCENTER: WM-Stand Fahrer), einen Podestplatz konnte Schumacher seit seinem Comeback 2010 nicht erringen.

Am Sonntag in Monaco (1. Freies Training, Do., ab 9.45 Uhr im LIVE-TICKER) wird er wegen des Unfalls mit Bruno Senna in Barcelona um fünf Startplätze zurückversetzt (NEWS: Haug akzeptiert Schumi-Strafe).

Rückendeckung von Brawn

Derweil hat Mercedes-Teamchef Ross Brawn Schumacher Rückendeckung gegeben.

"Es wurde viel gesprochen und geschrieben nach seinem Unfall in Spanien, aber wir sollten nicht vergessen, dass wir - das Team - ihn in drei der fünf Rennen im Stich gelassen haben und nicht den bestmöglichen Job ablieferten", sagte Brawn der "Bild".

"Wenn die Zeit gekommen ist"

"Wir müssen das besser machen. Ich habe Michaels wahre Fahr-Qualität in den ersten Rennen gesehen. Deshalb glaube ich, dass wir Michael in diesem Jahr noch auf dem Podium sehen werden."

In Bezug auf die Vertragsverlängerung nutzte der 57-Jährige aber wieder die vereinbarte Diktion:

"Wenn die Zeit dafür gekommen ist, dann setzen wir uns zusammen und sprechen über Michaels Zukunft. Und dann wird sehr schnell klar, in welche Richtung wir gehen werden." (BERICHT: 4500 Schaltvorgänge fürs Fürsten-Dinner)

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