Nico Rosberg durchfährt die Nouvelle Chicane von Monaco 2011 © getty

Die Vorzeichen für Monaco stehen im Mercedes-Lager unterschiedlich. "Schumi" ist trotz Druck bei SPORT1 zu Scherzen aufgelegt.

Von Björn Seitner und Alex Hofmann

München - Wenn Nico Rosberg im ersten Freien Training von Monaco (Do., ab 9.45 Uhr im LIVE-TICKER) durch den Tunnel an der Cote d'Azur fährt, ist es für den Mercedes-Piloten wie ein Trip in die Vergangenheit.

Als Kind gehörte die berühmte Unterführung zu seinem Schulweg. Jetzt ist der 26-Jährige allerdings etwas schneller unterwegs.

"Ich bin hier aufgewachsen, alle meine Freunde und meine Familie sind hier, ich kenne jeden und es ist ein ganz besonderes Gefühl, hier ein Rennen zu fahren", erklärt Rosberg voller Vorfreude.

Der Sieger des China-Rennens weiß aber auch, dass ihm ein anstrengendes Wochenende bevorsteht. "Es gibt viel zu tun, jede Menge PR-Events und Termine. Auch auf der Strecke ist es etwas anstrengender."

Mercedes weiterhin unter Zugzwang

Trotz des ersten Grand-Prix-Erfolgs seit mehr als 56 Jahren steht Mercedes weiterhin unter Zugzwang.

Nur Rang fünf in der Konstrukteurs-Wertung, die Plätze sieben (Rosberg) und 16 (Schumacher) im Fahrer-Klassement (DATENCENTER: WM-Stand Fahrer).

Und die Vorzeichen in Monaco für die beiden Piloten des deutschen Nationalteams der Formel 1 sind so unterschiedlich wie ihre Platzierungen (BERICHT: Bruchlandung beendet silbernen Höhenflug).

Schumi unter Druck

Motorsportchef Norbert Haug weiß: "In den letzten drei Rennen seit seinem Sieg in China holte Nico mit 41 Zählern nach Sebastian Vettel mit 43 die meisten Punkte im Feld."

Schumacher fährt dagegen immer noch hinterher - wenn er denn überhaupt ins Ziel kommt.

Drei Ausfälle, zwei zehnte Plätze und zwei WM-Punkte stehen beim Rekordweltmeister bisher zu Buche.

[kaltura id="0_stsboy6d" class="full_size" title="Schumacher: Startplatz sechs und voll auf Angriff"]

Für weitere Unruhe sorgt einerseits die Strafversetzung um fünf Startplätze nach hinten im Zuge der Kollision mit Bruno Senna in Spanien (NEWS: Haug akzeptiert Schumi-Strafe).

Andererseits wird offen über die Nachfolge des 43-Jährigen, dessen Vertrag zum Jahresende ausläuft, spekuliert. Zuletzt erklärte sogar Mercedes-Geschäftsführer Nick Fry, dass sich Youngster Paul di Resta bereits auf dem Radar der Silberpfeile befinde.

Pole für den Routinier?

Der Routinier bleibt dennoch wie immer gelassen.

"Das bedeutet für mich Startplatz sechs im Rennen und insofern nach vorne", scherzte "Schumi" auf die SPORT1-Frage, wie er die Situation für den Monaco-Grand-Prix einschätzt.

Ob es wirklich die Pole Position im wichtigen Qualifying am Samstag wird, darf aber doch bezweifelt werden.

"Ein ganz eigenes Pflaster"

"Die Strecke ist schon ein ganz eigenes Pflaster", weiß Schumacher, der bereits 17 Mal im Fürstentum an den Start ging und fünf Mal ganz oben auf dem Podest stand.

Der 3,34 Kilometer lange Stadtkurs mache "einfach wahnsinnig viel Spaß": "Jedes Jahr freue ich mich darauf, endlich auf die Strecke zu fahren."

Die große Herausforderung des wohl bekanntesten Formel-1-Kurses analysiert Haug: "Neben schnellen und vergleichsweise engen Passagen werden acht Kurven mit untypischen Tempi von unter 100 km/h durchfahren und im Rennen gibt es mehr als 4500 Schaltvorgänge."

Eine Strecke für den W03?

Charakteristika, die dem Mercedes F1 W03 offenbar entgegenkommen.

"Die Strecke und die langsamen Kurven sollten unserem Auto liegen", glaubt Rosberg.

"Ich war in den Straßen von Monaco stets schnell. Allerdings wir der Umgang mit den Reifen auch hier entscheidend sein", prognostiziert er (BERICHT: Wer löst das Reifen-Rätsel?).

Rosberg glaubt allerdings, dass aufgrund des bisher kuriosen Saisonverlaufs, "mindestens zehn Fahrer Siegchancen" haben werden: "Uns könnte dort eines der interessantesten Rennen seit vielen Jahren erwarten." (BERICHT: Wer landet den nächsten Volltreffer?)

Und vielleicht ist ja am Ende doch Rosberg derjenige, der in seiner Heimat zum ersten Mal zum Sieger-Dinner mit der Fürstenfamilie eingeladen wird.

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