Lewis Hamilton fährt seit 2007 für McLaren in der Formel 1 © getty

Martin Whitmarsh ist nach den jüngsten Fehlern der Mechaniker frustriert. Hamiltons Vertragsverlängerung zieht sich hin.

Von Felix Götz

München - In Bahrain gleich drei Boxenstopps vermasselt, beim Spanien-Grand-Prix ein dicker Patzer beim Tanken, der die Pole-Position kostete: Bei McLaren machen derzeit auch die eigenen Crewmitglieder den Piloten Lewis Hamilton und Jenson Button das Leben schwer ( 558427 DIASHOW: Der Spanien-GP in Bildern ).

"Ein Fehler kann ein gesamtes Rennen kosten - und wir haben schon einige gemacht. Das ist schmerzhaft und frustrierend", schimpfte Teamchef Martin Whitmarsh, nachdem in Barcelona einem seiner Mechaniker ein Rechenfehler unterlaufen war.

Die Folge: Hamilton hatte nach dem Qualifying bei der Spritprobe der FIA-Inspektoren nicht mehr die vorgeschriebene Restmenge von einem Liter im Tank und musste im Rennen vom letzten Platz aus starten.

"Das ist keine Magie"

Whitmarsh hat nun genug von den Nachlässigkeiten und fordert von seinen Leuten mehr Konzentration: "Wir müssen konzentrierter arbeiten. Das ist keine Magie. Es geht darum, unseren Job richtig zu machen."

Der Traumstart in die Saison ist längst vergessen, die McLaren-Formkurve zeigt seit Platz eins und Rang drei beim Australien-Grand-Prix nach unten.

Auf dem Circuit de Catalunya holten Button und Hamilton insgesamt nur sechs Zähler (DATENCENTER: Das Barcelona-Ergebnis).

Falscher Umgang mit den Reifen

In der Fahrerwertung liegen Sebastian Vettel und Fernando Alonso gemeinsam an der Spitze vor Hamilton, in der Teamwertung hat Red Bull die Nase vorn (DATENCENTER: WM-Stand Fahrer).

McLaren ist Zweiter und droht womöglich sogar den Anschluss zu verlieren. Ein Grund dafür ist offenbar der unter dem Strich falsche Umgang mit den Reifen.

"Es hatte zuletzt ständig den Anschein, als hätten wir nach den Rennen mehr Fragen als zu Beginn des Wochenendes", polterte Whitmarsh:

"Es geht darum, Daten zu sammeln und zu analysieren. Danach muss man sicherstellen, dass man mithilfe dieser Daten das Beste aus den Reifen herausholt."

Lob für Hamilton

Während die Mechaniker ihr Fett weg bekamen, wurde Hamilton gelobt.

Der Brite raste in Spanien nicht nur vom 24. Platz auf Rang acht, sondern zeigte sich als absoluter Teamplayer.

"Ich muss sagen, er zeigte eine Form von Größe, die ich bis dato nicht kannte", erzählte Whitmarsh dem "Telegraph": "Er kam zu mir und sagte: 'Wir gewinnen und verlieren als Team'."

Große Klasse bewiesen

Ein großer Fahrer müsse mit Niederlagen umgehen und Herausforderungen außerhalb des Cockpits meistern können.

Darin hätte er große Klasse bewiesen.

"Meine Bewunderung für ihn wurde durch die Ereignisse in Barcelona in die Höhe getrieben", so Whitmarsh.

Wann wird verlängert?

Deshalb soll der am Saisonende auslaufende Vertrag mit Hamilton möglichst bald verlängert werden.

"Hoffentlich werden wir noch lange Zeit zusammenarbeiten", sagte Whitmarsh.

Wobei Hamilton sich damit aktuell überhaupt nicht beschäftigen möchte: "Es gibt keine Panik und auch keine Eile, die Papiere zu zücken. Solche Angelegenheiten sind meist sehr umfangreich und beschäftigen dich auch sehr. Ich ziehe es vor, mich derzeit nicht damit zu befassen."

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