Romain Grosjean hat bereits 35 WM-Punkte auf seinem Konto © getty

Der Sensationscoup des Williams-Piloten in Barcelona weckt auch bei anderen einstigen Mittelklasseteams Sieg-Hoffnungen.

Von Tobias Wiltschek

München - Spätestens seit dem Sieg von Pastor Maldonado in Barcelona ( 558427 Bilder ) ist klar: In der Formel-1-Saison 2012 muss man mit allem rechnen.

Der Triumph des bis dato als völlig chancenlos geltenden Venezolaners bildet den vorläufigen Höhepunkt einer Saison voller Überraschungen.

Und schon reifen die Siegträume auch bei anderen Piloten, die bislang das Podium meistens nur aus der Ferne gesehen haben (DATENCENTER: WM-Stand Fahrer).

Ricciardo träumt vom Sieg

"Ich denke, dass Pastor in Barcelona ein Wunder vollbracht hat, und ich möchte nun in Monaco so etwas Ähnliches machen", sagte Daniel Ricciardo.

Der Toro-Rosso-Pilot hat erst 16 Formel-1-Rennen bestritten, sein bestes Resultat ist ein neunter Platz beim diesjährigen Saisonstart in Melbourne.

Für einen Sieg im Fürstentum käme der Australier daher weniger in Frage als andere Piloten aus der zweiten Reihe.

SPORT1 nennt die Fahrer, die beim Grand Prix von Monaco am Pfingswochenende die besten Chancen auf den nächsten Überraschungscoup haben und ihren ersten Rennsieg feiern könnten.

Romain Grosjean (WM-Starts: 12, aktuelle WM-Platzierung: 8):

Der Franzose fährt für das derzeit stabilste Team in der Königsklasse. Kein anderer Rennstall sammelte in den vergangenen zwei Rennen so viele Punkte wie Lotus.

"Wenn wir so konstant bleiben, dann werden wir sicher irgendwann die Chance bekommen, ein Rennen zu gewinnen. Dann ist der erste Sieg gleich um die Ecke", sagte Lotus-Teamchef Eric Boullier.

Dass dieser Sieg schon in Monaco von Grosjean eingefahren werden kann, ist nicht ausgeschlossen. Denn der 26-Jährige weiß, wie man auf dem legendären Stadtkurs gewinnt, wo die Startpositionen aufgrund der wenigen Überholmöglichkeiten noch wichtiger sind als anderswo.

In der Nachwuchsserie GP2 fuhr er 2009 von der Pole-Position zum Sieg. Auch in der Formel 1 konnte er in dieser Saison im Qualifying überzeugen, gewann drei der fünf bisherigen Quali-Duelle gegen seinen Teamkollegen Kimi Räikkönen.

Kamui Kobayashi (WM-Starts: 45, aktuelle WM-Platzierung: 11)

Auch Sauber ist in dieser Saison bald ein Sieg zuzutrauen. Der Japaner Kobayashi fuhr bereits drei Mal in die Punkteränge, in Barcelona gelang ihm mit Platz fünf sein bestes Resultat in diesem Jahr.

"Es ist definitiv ein Schritt nach vorn", beurteilte der 25-Jährige seine Leistung in Katalonien. Das Auto sei im Rennen sogar besser gewesen als es der fünfte Platz ausdrücke.

Für Monaco hat er sich noch mehr vorgenommen. "Ich denke, unser Auto wird dort besser sein als es das letztjährige war, weil wir jetzt in langsamen Kurven stärker sind", sagte der Sauber-Pilot.

Schon im letzten Jahr konnte Kobayashi als Fünfter überzeugen. In diesem Jahr peilt er eine noch bessere Platzierung an. Selbst einen Sieg will er nicht ausschließen. "Man könnte sagen, in diesem Jahr ist alles möglich", sagte er.

Sergio Perez (WM-Starts: 21, aktuelle WM-Platzierung: 10)

Sauber hat noch ein zweites heißes Eisen im Feuer.

Auch wenn der Mexikaner in den letzten drei Rennen nicht in die Punkteränge fahren konnte, hat er sein Siegpotenzial ebnefalls schon angedeutet.

Beim Regenrennen von Malaysia fehlten dem Sauber-Piloten nur etwas mehr als drei Sekunden zur Sensation. Am Ende konnte er Fernando Alonso nicht mehr attackieren und wurde Zweiter.

In Monaco stand er schon einmal ganz oben auf dem Podium. Ein Jahr nach Grosjean feierte Perez in der GP2-Serie an der Cote d?Azur einen von fünf Rennsiegen.

Dass er es dort auch in der Formel 1 bis ganz nach vorn schaffen könnte, lässt seine Qualifying-Bilanz in dieser Saison zumindest vermuten.

Drei Mal konnte er sich vor Kobayashi platzieren. In Barcelona gelang ihm mit Platz fünf sein bislang bestes Quali-Ergebnis. Seine Leistungen sind auch bei Ferrari registiert worden. Dort gilt er als möglicher Nachfolger von Felipe Massa, falls der enttäuschende Brasilianer entlassen wird.

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