Pastor Maldonado aus Venezuela (r.) gewann 2010 die GP2-Serie © getty

Die internationale Presse feiert Sensationsgewinner Pastor Maldonado und staunt über den "König der Formel 1". Vettel wird kritisiert.

München - Nach seinem sensationellen Sieg beim Spanien-Grand-Prix ist Pastor Maldonado der Held der Formel-1-Welt (BERICHT: Maldonado siegt aus dem Nichts).

"Er feierte den besten Tag seines Lebens", schrieb die spanische Zeitung "El Mundo Deportivo" über den Williams-Piloten.

In Italien stellte "La Repubblica" fest, dass Vettel "erst in der letzten Phase des Rennens" erwachte ( 558427 DIASHOW: Bilder des Rennens ).

Dem Blatt fällt auch Fernando Alonsos Understatement auf: "Er sagt jeden Tag, dass er nichts von seinem Auto erwartet, inzwischen steht er an der Spitze der WM."

SPORT1 fasst die Pressestimmen zum Spanien-Grand-Prix zusammen:

SPANIEN

Marca: "Maldonado gewinnt nach Herzschlagfinale vor Alonso. Pastor Maldonado hat sich die erste Chance seiner Karriere auf einen Sieg in der Formel 1 nicht entgehen lassen. Er holte seinen ersten Sieg und den ersten für sein Land. Er wehrte alle Angriffe eines zweimaligen Weltmeisters ab."

AS: "Alonso ist dran. Der Spanier wurde im Ferrari Zweiter hinter Maldonado und zog nach Punkten mit Vettel gleich. Alonso erwischte den besseren Start und hätte eigentlich gewinnen müssen, so wie es seinem Talent und seiner Klasse entspricht. Doch Maldonado folgte ihm wie ein Schatten, und beim zweiten Boxenstopp änderte sich alles."

El Mundo Deportivo: "Ein Pilot, von Chavez geadelt. Pastor Maldonado feierte den besten Tag seines Lebens, und Venezuela dreht nach seinem Triumph durch. Ein einziges Mal sind sich Regierung und Opposition einig - alle gratulieren Maldonado."

ITALIEN

Gazzetta dello Sport: "Maldonado, Triumph und dann das Zittern. Das große Fest von Williams und Pastor Maldonado wegen seines ersten Formel-1-Sieges drohte wegen eines Brandes zur Tragödie zu werden. Alonso ist zusammen mit Vettel wieder an der Spitze der WM.

Ferrari hat Fernando zwar nicht das optimale Auto für den Sieg gegeben, doch er ist wieder an der Spitze der Weltmeisterschaft. Zwei Überholmanöver bescheren Vettel den sechsten Platz. Red Bull ist konfus."

Corriere dello Sport: "Alonso führt in der verrückten WM. Fernando nutzt Ferraris Fortschritte in einem Rennen, in dem Schumi und McLaren alles falsch machen und Lotus schlechtere Resultate holt, als es der Rennstall verdienen würde. Bravo Ferrari, egoistisch und erfolgsorientiert.

Das Team nutzt jede Gelegenheit in einer Weltmeisterschaft ohne Logik, in der jede Chance beim Schopf gepackt werden muss. Maldonado siegt vor dem genialen Alonso, der immer noch kein erfolgreiches Auto fährt."

Tuttosport: "Fernando ist wieder der König der Formel 1. Er wird Zweiter hinter Maldonado und liegt mit Vettel an der Spitze der WM. In dieser verrückten WM werden Ferraris riesige Bemühungen, wieder an die Spitze zu gelangen, von Pastor Maldonado gebremst, einem Piloten aus Venezuela, der bisher noch nie etwas gewonnen hatte.

Alonso ist mit dem Resultat zufrieden, doch Ferrari muss noch hart kämpfen, um das Auto auf Spitzenniveau zu bringen."

Corriere della Sera: "In dieser verrückten WM siegt Maldonado vor Alonso. Für Venezuela ist dies ein historischer Tag. Der Pilot wird in seinem Land zum nationalen Helden erklärt. Er fährt ein tadelloses Rennen mit einem sehr schnellen Auto, das Alonso in Schach hält."

La Repubblica: "Vettel stöhnt während des gesamten Wochenendes, erst in der letzten Phase des Rennens wacht er auf. Mit drei Überholmanövern bleibt er an der Spitze der WM. Alonso setzt auf Low Profile. Er sagt jeden Tag, dass er nichts von seinem Auto erwartet, inzwischen steht er an der Spitze der WM."

ENGLAND

Daily Mail: "Pastor Maldonado hat bei Williams das lange Warten auf einen Formel-1-Sieg mit einem historischen Erfolg beendet. Einen Monat nach dem 70. Geburtstag von Teamgründer Sir Frank Williams war es der erste Sieg seit acht Jahren und 132 Rennen. Der 300:1-Außenseiter durfte als erster Venezolaner den Sieger-Champagner trinken."

Daily Telegraph: "Es hätte das Bild des Tages sein sollen, als Pastor Maldonado, der in der Formel 1 bislang unentdeckte Venezolaner, von Fernando Alonso und Kimi Räikkönen nach dem ersten Sieg für Williams seit mehr als acht Jahren auf die Schultern genommen wurde. Stattdessen sah man ihn, wie er seinen zwölfjährigen Cousin trug, der sich bei einem Feuerunfall verletzt hatte."

The Guardian: "Pastor Maldonado gewann den Großen Preis von Spanien, 90 Minuten später brachte er seinen zwölfjährigen Cousin nach einem Feuer in der Williams-Box in Sicherheit. Der Brand sorgte nach dem ersten Sieg seit 2004 für ein abruptes Ende der Feierlichkeiten."

FRANKREICH

L'Equipe: "Sensation in Barcelona, wo Pastor Maldonado seinen ersten Sieg in der Formel 1 feierte. Der Venezolaner kam vor Fernando Alonso und Kimi Räikkönen ins Ziel. Pastor Maldonado ist der Logik der bisherigen Saison gefolgt. Nach vier Rennen gab es vier verschiedene Sieger, also ist der Venezolaner nach seinem großartigen Auftritt nun der fünfte auf dem fünften Kurs."

ÖSTERREICH

Kurier: "Jahrelang stand Pastor Maldonado vor der Tür zur Formel 1 und klopfte an. Geöffnet wurde die Tür vor der Saison 2011 - mit dem Schlüssel Geld. Staatliche Firmen aus seiner Heimat Venezuela überwiesen Sponsormillionen an sein Team Williams.

Seit Sonntag jedoch ist Pastor Maldonado kein Bezahlfahrer mehr. Maldonado ist ein Grand-Prix-Sieger. Der 104. der Formel-1-Geschichte, der erste aus Venezuela."

SCHWEIZ

Blick: "Noch nie stand er auf dem Podest, bisher hat Pastor Maldonado erst fünf Punkte geholt - und jetzt gewinnt er den GP Barcelona! In seinem 24. Rennen schlägt der 27-jährige Venezolaner zu und schreibt das nächste Kapitel in der verrückten Formel-1-Saison 2012."

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