Jenson Button begann seine Formel-1-Karriere 2000 bei Williams © getty

Jenson Button und Lewis Hamilton starten furios in die Saison, doch dann schleichen sich Fehler ein und eine große Chance wird vertan.

Von Felix Götz

München - Nach dem ersten Grand Prix in Australien dachten einige in der Formel-1-Welt, dass McLaren in dieser Saison kaum zu schlagen sei.

Jenson Button und Lewis Hamilton dominierten Down Under das Qualifying, im Rennen schnappten sich die beiden Piloten die Plätze eins und drei.

Doch von da an ging es abwärts.

Button ließ seinen 25 Punkten in den folgenden drei Rennen nur noch insgesamt 18 folgen, Hamilton schaffte es nach zwei weiteren dritten Plätzen in Bahrain lediglich noch auf Rang acht.

Große Chance vertan

Besonders die Performance im Golfstaat war schwach. "Wir waren im Rennen meilenweit von den schnellsten Rundenzeiten weg", sagte Hamilton.

Die Folge: McLaren rutschte in der Fahrerwertung ab, Weltmeister Sebastian Vettel übernahm die Führung (DATENCENTER: WM-Stand Fahrer).

Durch eigene Fehler und ein wenig Schlafmützigkeit wurde die große Chance, auf die mit Problemen behafteten Red-Bull-Boliden einen satten Vorsprung herauszufahren, leichtfertig vertan.

"Es ist klar, dass wir zwei Dinge zu tun haben: Unser Auto schneller machen und unsere Boxenstopps verbessern. Unser Gesamtpaket muss wieder besser werden. Wir haben viel Arbeit vor uns", analysierte Hamilton.

Testfahrten ohne Stammpersonal

Umso erstaunlicher, dass weder Hamilton noch Button an den Testfahrten in Mugello teilnahmen ( 552465 DIASHOW: Testfahrten in Mugello ).

Während die anderen Topfahrer wie Vettel, Mark Webber, Michael Schumacher oder Fernando Alonso auf der Hausstrecke von Ferrari probten, reiste Button lieber durch halb Europa.

Ein Foto-Shooting in London, ein Triathlon-Training in Cannes, eine Showfahrt in Budapest - aber keine einzige Runde in der Toskana ( 552599 DIASHOW: Budapest feiert Rockstar Button ).

Die Arbeit mussten die Testpiloten Gary Paffett und Oliver Turvey übernehmen.

Hamilton zurückgepfiffen

Dabei hätte Hamilton im Gegensatz zum sorglosen Button gerne getestet. "Ich muss ins Auto. Ich will wissen, warum die Reifen dermaßen abbauen. Wenn es neue Teile zu testen gibt, dann will ich das selbst machen. Das möchte ich keinem anderen überlassen", hatte der 27-jährige Engländer gesagt.

Doch McLaren-Teamchef Martin Whitmarsh soll ihn zurückgepfiffen und ihm eine Pause verordnet haben.

Auch ohne das Stammpersonal seien die Tests äußerst positiv verlaufen, teilte McLaren mit. Das Team habe detailliert am Frontflügel und an der Lösung der Probleme mit dem Auspuff gearbeitet (Service: Alle Resultate aus Mugello).

"Ein lustiges Fleckchen"

So reist McLaren voller Vertrauen in das eigene Auto zum ersten Europa-Rennen der Saison am Sonntag in Barcelona.

Auf dem Circuit de Catalunya soll wieder alles wie beim Saisonauftakt in Melbourne funktionieren.

"Barcelona kann ein lustiges Fleckchen sein", sagte Button: "Wir testen hier alle dauernd, also kennt jeder Pilot die Strecke wie seine Westentasche."

Und Whitmarsh ergänzte: "Die Balance der Autos eines jeden Teams ist so fein abgestimmt, dass schon kleinste Unstimmigkeiten auffallen. Wenn man alles gut hinkriegt, hat man unter Umständen einen ruhigen Nachmittag."

Dagegen spricht allerdings, dass McLaren seit mittlerweile sieben Jahren auf einen Sieg in Barcelona wartet.

Weiterlesen