Nico Rosberg (r.) holte beim China-GP in seinem 111. Rennen den ersten Sieg © imago

Der Deutsche kann sich ein Karriere-Ende bei Mercedes vorstellen. Er widerspricht Schumi, setzt sich aber für ihn ein.

Von Tobias Wiltschek

München - Sein Vertrag bei den Silberpfeilen läuft im kommenden Jahr aus.

Doch eine Verlängerung des Kontrakts ist nach momentanem Stand nur Formsache. Nico Rosberg kann sich sogar vorstellen, bis zum Ende seiner Karriere für Mercedes zu fahren.

"Lebenslang Silber, warum nicht?", sagte der Sieger des China-Grand-Prix in der "Sport Bild".

Er sei in der "super Position", das Team Richtung Weltmeisterschaft mit anführen zu können. "Dafür bin ich dankbar. Es ist ein riesiger Schub spürbar", erklärte der 26-Jährige, der Mitte April in Schanghai für den ersten Grand-Prix-Sieg eines Werks-Mercedes seit 57 Jahren sorgte.

"Im Silberpfeil Weltmeister"

Dieser Triumph veranlasse ihn aber keinesfalls, sich zufrieden zurückzulehnen (DATENCENTER: Die Fahrerwertung).

"Das Ziel ist der WM-Titel", bekräftigte Rosberg seine Ansprüche. "Und so felsenfest sicher ich war, dass ich demnächst ein Rennen gewinne, so felsenfest sicher bin ich, dass ich im Silberpfeil Weltmeister werde."

Haug will Rosberg binden

Auch Motorsportchef Norbert Haug könnte sich an den Gedanken gewöhnen, Rosberg bis zum dessen Karriere an Mercedes zu binden und ihn mit einem Rentenvertrag auszustatten.

"Ich sehe keinen Grund, warum Nico nicht so lange bleiben sollte", erklärte Haug in dem Doppelinterview mit "Sport Bild". "Wenn wir den Erfolgsweg einschlagen, was gibt es dann Schöneres?"

Mythos Ferrari verblasst

Gegen Silber verblasst offenbar selbst der Mythos Ferrari. Der Gedanke, mit Mercedes den Titel zu gewinnen, "schmeckt mir viel besser, als für Ferrari zu gewinnen", sagte Rosberg, und widersprach damit Sebastian Vettel.

Der zweimalige Weltmeister hatte behauptet, ein echter Formel-1-Champion müsse auch mal im Ferrari gewinnen.

Fünfmal holte Michael Schumacher den Titel mit der Scuderia. In der laufenden Saison aber reichte es für Schumi bislang nur zu zwei WM-Zählern.

Unverständnis für Reifenkritik

Dass er den Grund für seine magere Ausbeute auch in den einheitlichen Reifen von Pirelli sieht, stößt beim Teamkollegen auf Unverständnis.

Am Rande der Testfahrten in Mugello (Bericht) meinte Rosberg, er könne Schumacher "nicht zustimmen". Die ersten vier Rennen hätten "super Sport geboten, und das auch dank der Reifen." ( 552465 DIASHOW: Testfahrten in Mugello )

Außerdem sei das Reifenmanagement für die Ingenieure und die Fahrer eine echte Herausforderung, weil es von Strecke zu Strecke verschieden ist. Darauf müsse man sich jedes Mal neu einstellen.

Schumi-Verlängerung nicht spruchreif

Trotz dieser indirekt geäußerten Kritik am Rekord-Weltmeister wäre Rosberg sehr froh, wenn Schumi seinen Vertrag bei Mercedes verlängern würde: "Ich fände es klasse, wenn er bleibt. Er fährt auf einem extrem hohen Niveau im Moment."

Spruchreif sei die Verlängerung zwar noch nicht, sagte Haug, füge aber hinzu: "Ich denke mal, dass Michael nicht mehr zu einem anderen Team wechselt."

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