Peter Kohl sieht für Sebastian Vettel nach Monaco keine Titel-Chance mehr, Suzie macht zu viele Zicken. Marussia feiert er.

TOPS:

Nico Rosberg: Absicht oder nicht ? wenn es Absicht war, hat er's jedenfalls clever gemacht. Der Verbremser im Qualifying sichert ihm zum zweiten Mal in Folge die Pole in Monaco, die er mit einer wirklich fehlerfreien Leistung im Rennen in einen Sieg ummünzt. Diesmal sogar mit einem richtig guten Start, seinem ersten in dieser Saison. Damit hat er sich die WM-Führung zurück geholt. Und dafür gesorgt, dass wir an diesem Mercedes-Team-Duell noch viel Freude haben werden.

Daniel Ricciardo: Seine Starts sind nach wie vor nicht das Gelbe vom Ei. Aber der junge Australier zeigt sich nervenstark, holt was zu holen ist, und das mit einer bemerkenswerten Konstanz. ( 897292 DIASHOW: Die Bilder des Monaco-GP )

Nico Hülkenberg: Zum dritten Mal Rang fünf in dieser Saison, das ist wirklich erstklassig. Dazu ein mutiges Überholmanöver vor dem Tunneleingang gegen Magnussen, das vom Feinsten war. Respekt für eine erneut großartige Leistung.

[image id="8b03c1ce-63ab-11e5-acef-f80f41fc6a62" class="half_size"]

Jules Bianchi: YES, YES, YES ? endlich Punkte für die russischen Hinterbänkler von Marussia. Die ersten in der Team-Geschichte durch eine wirklich starke Leistung von Bianchi, der in der bisherigen Saison noch nicht wirklich zeigen konnte, warum ihn viele für ein großes Talent halten.

McLaren: Nicht mit dem ganz großen Glanz, aber nach drei Doppel-Nullern diesmal mit beiden Autos in den Top Ten und damit in den Punkten. Ein Hoffnungsschimmer, wenn auch, wie im Falle von Magnussen, begünstigt durch die hohe Ausfall-Quote.

Romain Grosjean: Der E22 sah in den Freien Trainings nicht wirklich schnell aus, zudem gab der Motor von Maldonado in der Vorstart-Phase den Geist auf. Grosjean, der bislang in Monaco nie die Zielflagge in der Formel 1 gesehen hatte, blieb ruhig, holte zum zweiten Mal in Folge nach Barcelona den achten Platz und damit Punkte. Bien fait, Monsieur.

Streckenposten: Wie immer hoch professionell. Wenn es Schrott gab, wurde der Ratz-Fatz weggeräumt. Und damit wurden extrem kurze Safety-Car Phasen ermöglicht.

SO LALA:

Kimi Räikkönen: Angetreten trotz Magenproblemen, einen zauberhaften Start hingelegt - aber nach dem Boxenstopp in der Safety-Car Phase war irgendwie der Wurm drin. Der zweite unfreiwillig erzwungene Stopp hat ihn ans Ende des Feldes gespült, mit der Brechstange hat er sich dann selber ins Aus befördert. Kein Glamour-Grand-Prix für den Finnen. Da war mehr drin!

Adrian Sutil: In der ersten Hälfte des Rennens sehr unterhaltsame Attacken und Überholmanöver. Nach eigenem Fehler aber das Auto und die ersten Punkte der Saison weggeschmissen. Ärgerlich!

Lewis Hamilton: Das ihm die Chance auf die Pole verhagelt wurde durch Rosbergs Verbremser in der St. Devote ist für ihn bitter, die schlechte Laune kann man verstehen. Aber nach dem Rennen den Hand-Shake verweigern ist unsportlich. Das hat er nicht wirklich nötig.

Williams: Es war eine Menge drin, herausgeholt haben sie wenig. Dafür waren sie zu sehr vom Pech verfolgt. Dafür, dass Massa in der Qualifikation von Ericsson auf die Hörner genommen wurde, kann niemand was vom Team, ebenso wenig für den Blow-Up von Bottas' Motor. Irgendwie nicht das Wochenende für die Truppe von Sir Frank und seiner Tochter.

Das Rennen: Monaco ist von den Bildern her immer ein Bringer, die Strecke provoziert förmlich Fehler, irgendwie ist da grundsätzlich was los. Aber wenn man tun und lassen kann, was man will, und trotzdem keine Chance hat zu überholen, fehlt einfach was. Hamilton hat alles probiert, ernsthaft in Not bringen konnte er Rosberg aber nicht. Genauso erging es Ricciardo in der Schlußphase gegen den Engländer im Mercedes. Das ist wie ein 0:0 im Fußball ? kann interessant sein, aber irgendwie fehlt das Sahnehäubchen.

FLOPS:

"Suzie": Nichts da von "Hey, Hey Little Suzie?" - dem Meister ist derzeit nicht zum Flirten zumute. Die aktuelle Begleiterin von Sebastian Vettel ist derzeit eher ein kleines Biest, denn ein nettes Häschen. Die störrische Partnerin verhagelt dem Heppenheimer gewaltig die Laune, den Traum von fünf Titeln in Folge kann er nach dem Monaco-GP getrost abhaken. (DATENCENTER: WM-Stand Fahrer)

Toro Rosso: Beide Autos im Qualifying in den Top 10 ? beide technisch bedingt ausgeschieden. Dazu der Unsafe Release von Vergne beim Boxenstopp. Das war ein Griff ins Klo. Die Truppe von Teamchef Franz Tost hat da eine Menge liegen gelassen.

Raus aus dem Leitplanken-Kanal, weg von der ausgelebten Dekadenz der Super-Reichen am Mittelmeer. Ich freue mich schon narrisch auf den Gran Prix von Kanada.

Montreal lebt und liebt die Formel 1 ? und nicht das Drumherum. Und dort ist auch wieder richtiges Racen möglich. Ich werde es im Urlaub genießen. Deshalb gibt es danach keine Kolumne von mir.

Bis demnächstPedal To The MetalIhr Peter Kohl

Weiterlesen