Nur die Rivalität zwischen den Mercedes-Piloten sorgt für Spannung. Hamilton hebt das Duell mit Rosberg auf eine neue Stufe.

Noch spricht natürlich niemand die Gratulation aus. Es sind ja noch 13 Rennen zu fahren.

Dabei dürfte spätestens seit diesem Wochenende allen klar sein, dass die Weltmeisterschaft schon entschieden ist.

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Mit dem fünften Doppelsieg in Folge stellte Mercedes nicht nur einen Rekord in der langen Silberpfeil-Ära auf, sondern baute den Vorsprung in der WM-Wertung auf 141 Punkte aus - und das nach nur sechs Grands Prix!

Während die Konkurrenten Red Bull und Ferrari mit den revolutionären Neuerungen im Technik-Reglement überfordert sind, demonstrieren die Silberpfeile Rennen für Rennen ihre Stärke.

Im Wettstreit der Konstrukteure wird also keine Spannung mehr aufkommen.

Ihren ganz besonderen Reiz aber zieht die Formel 1 bei aller Bedeutung der Hersteller und Konstrukteure aus den Duellen Mensch gegen Mensch.

Und in dieser Hinsicht kann von Langeweile keine Rede sein.

Je größer die Dominanz des Teams Mercedes ist, desto schärfer wird die Rivalität zwischen den Protagonisten Lewis Hamilton und Nico Rosberg.

Zur Dramaturgie dieses Thrillers passt es, dass Rosberg in Monaco nicht nur die Pole-Position eroberte und damit die besten Voraussetzungen für seinen Sieg am Sonntag schuf.

Aufsehen erregte vor allem die Art und Weise, wie er sie holte. Kurz vor Ende des Qualifyings raubte er mit einem schlichten Verbremser seinem Teamkollegen und härtesten Rivalen die Chance, die eigene Bestzeit noch einmal zu attackieren.

Ob Absicht oder nicht, spielt letztendlich keine Rolle. Denn die pure Tatsache, dass ihm das Missgeschick passiert ist, hob das Duell auf die nächste Eskalationsstufe.

Hamilton ließ sich in seiner Wut zu einem Vergleich hinreißen, der das Formel-1-Jahr in den restlichen sechs Monaten prägen dürfte.

Die Beziehung der früheren Kart-Kumpels, so deutete er an, habe mittlerweile die Qualität des Verhältnisses zwischen Alain Prost und Ayron Senna erreicht.

Die beiden einstigen Teamkollegen gönnten einander während ihrer gemeinsamen Zeit bei McLaren nicht einmal den Dreck unter den Fingernägeln. Ihre Feindschaft gilt bis heute als die erbittertste der Formel-1-Geschichte. 1989 entschied eine Kollision zwischen den beiden Stallgefährten die WM.

25 Jahre später steuert das Mercedes-Duell auf einen ähnlichen Höhepunkt zu.

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