Sebastian Vettel (r.) muss in Monaco den nächsten Rückschlag hinnehmen. ZUM DURCHKLICKEN: Die Bilder des Rennens in Monaco © getty

Sebastian Vettel kritisiert nach seinem Ausfall in Monaco das Red-Bull-Team. Nico Hülkenberg glänzt, stapelt aber tief. Stimmen

Monaco - Wieder wurde es nichts mit dem erhofften Befreiungsschlag.

Anstatt dem Prinzen nach dem Rennen die Hand zu schütteln, musste Sebastian Vettel die Siegerehrung in Monaco (Bericht) aus der Ferne betrachten (Highlights ab 22.55 Uhr im TV auf SPORT1).

Erneut hatten ihm technische Probleme einen Strich durch die Rechnung gemacht, sein Arbeitstag endete frühzeitig in der Box. (DATENCENTER: Ergebnisse des Rennens)

Der Heppenheimer verliert nach den Negativerlergebnissen der vergangenen Wochen so langsam die Geduld - auch mit seinem Team.

"Ich habe gehofft, dass aus der Box was Schlaues kommt, aber es kam nichts. Bis jetzt habe ich wahrscheinlich den Großteil der Entwicklung vorangetrieben, was das Ausmerzen der Fehler angeht", meinte Vettel nach dem Grand Prix verärgert.

Hülkenberg stapelt tief

Nico Hülkenberg machte dagegen zum wiederholten Male positiv auf sich aufmerksam - und liegt nach seinem fünften Platz in Monte Carlo in der Fahrerwertung jetzt sogar vor dem Titelverteidiger. (DATENCENTER: WM-Stand Fahrer)

"Dass ich in der WM-Wertung vor Vettel stehe, lässt mich relativ kalt. Red Bull ist nicht unser Gegner. Die Saison ist lang, die werden noch wegziehen", sagte er jedoch.

SPORT1 fasst die Stimmen zum Rennen in Monte Carlo zusammen:

Nico Rosberg (Mercedes, Platz 1):

"Der Sieg heute war sehr, sehr schön. Es war sehr schwierig. Mein Teamkollege hat unglaublichen Druck gemacht ? das ganze Rennen. Er war immer ein Sekunde dran. Mitten im Rennen musste ich dann auch noch Sprit sparen. Das kam für mich sehr überraschend. Ich musste meine Fahrweise komplett umstellen, das hat meinen Rhythmus gebrochen. Aber irgendwann ging das wieder, die Reifen haben auch super gehalten, ich habe meinen Rhythmus wiedergefunden und ich konnte vorne bleiben. Ich kann verstehen, dass Lewis angefressen ist, ich möchte ihn aber nicht beurteilen."

Lewis Hamilton (Mercedes, Platz 2):

"Ich habe zwischendrin was ins Auge bekommen, aber das ist egal. Es war ein toller Tag - Doppelsieg für das Team. Ich hatte eine super Pace, das Auto war sehr schnell und stark, aber es ist eine sehr schwierige Strecke hier. Ich habe aber keine Fehler gemacht."

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Daniel Ricciardo (Red Bull, Platz 3):

"Es ist toll, hier auf dem Podium zu stehen. Der Start war nicht gut, ich bin auf Platz fünf zurückgefallen, das war schon frustrierend. Wir waren hinten sehr nah beieinander. Am Ende ist Platz drei das Beste, was drin war."

Nico Hülkenberg (Force India, Platz 5):

"Platz fünf bedeutet mir sehr viel ? erst einmal zehn Punkte und natürlich ein Grinsen auf meinem Gesicht. Es war super, wie wir die McLaren weggekämpft und hinter uns gehalten haben. Ich hatte die superweichen Reifen beim Safety Car draufgezogen. Uns war klar, dass es schwer werden würde, aber es war brutal. Ich denke, das war mein bestes Monaco-Rennen. Ich bin froh, dass ich ein gutes Renn-Wochenende gezeigt habe. Dass ich in der WM-Wertung vor Vettel stehe, lässt mich relativ kalt. Red Bull ist nicht unser Gegner. Das war das sechste Rennen ? die Saison ist lang, die werden noch wegziehen."

Sebastian Vettel (Red Bull, ausgeschieden):

"Ich weiß nicht genau, was das Problem war. Ich hatte keinen Ladedruck mehr, und ein Turbomotor ohne Ladedruck ist kein echter Motor. Das war das einzige Problem am Auto. Ich hatte einfach keinen Vortrieb mehr, wenig Leistung. Wir haben versucht, das Auto neu zu starten, das hat aber nicht geholfen. In der letzten Runde vom Safety Car ist das Problem schon aufgetaucht. Ich habe gehofft, dass aus der Box was Schlaues kommt, was das Problem löst, es kam aber nichts. Es ist jede Woche was anderes am Auto. Bis jetzt habe ich wahrscheinlich den Großteil der Entwicklung vorangetrieben, was das Ausmerzen der Fehler angeht ? aber gut, ist so. Ich denke, Platz drei war drin, so wie die erste Runde gelaufen ist. Es ist natürlich frustrierend, wenn man als stehendes Hindernis durch die Stadt fährt. Das Ziel war, dem Prinzen die Hand zu schütteln, aber das wird heute nichts mehr."

Adrian Sutil (Sauber, ausgeschieden):

"Mir geht es gut nach dem Crash. Das war ein Fahrfehler auf der Bodenwelle beim Anbremsen ? da bin ich ausgerutscht. Das Auto ließ sich nicht wie erhofft fahren. Der Start war gut, später habe ich mir den Frontspoiler kaputt gemacht, bin zurückgefallen ? da war das Rennen schon gezeichnet. Aber das Rennen war lang, vielleicht wäre noch was drin gewesen. Aber ich habe einen Fehler gemacht und daher ist das Rennen zu Ende."

Toto Wolff (Mercedes-Motorsportchef):

"Der Kampf zwischen Nico und Lewis bleibt lebendig, an Emotionen und allem, was dazu gehört. Dass Lewis während des Rennens gereizt war, ist normal. Beide haben ein Auto, mit dem sie Weltmeister werden können - daher wird das bis zum Ende so bleiben. Man muss Lewis verstehen: Er sitzt im Auto, er will unbedingt gewinnen, das ist unglaublich intensiv. Seine einzige Chance, Nico zu überholen war beim Boxenstopp und das wurde durch das Safety Car vereitelt - klar, dass er da frustriert ist."

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